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Nachricht vom 07.02.2023    

Rattenhaus von Wissen: Veterinäramt rettet insgesamt mehr als 800 Tiere

Von Angela Göbler

Lebte hier eine Frau mit über 800 Ratten? Nach einer ersten Aktion, bei der das Veterinäramt des Kreises Altenkirchen rund 400 Ratten aus einem Einfamilienhaus in Wissen gerettet hat, folgte am Dienstagmorgen (7. Februar) ein weiterer Einsatz, bei dem die Mitarbeiter erneut rund 400 Tiere abholten. Und noch ist unklar, ob es der letzte Einsatz dieser Art war.

Das Veterinäramt hat mehr als 400 weitere Ratten aus dem Rattenhaus in Wissen gerettet. (Fotos: Katharina Behner)

Wissen. Die Kuriere hatten über die Aktion des Veterinäramtes rund um das Rattenhaus bereits berichtet. Offenbar steht die überbordende Rattenzucht in dem Privathaus in Zusammenhang mit illegalen Müllablagerungen in der Nachbarschaft. Aus der privaten Rattenzucht sind offenbar mehr als 800 Tiere hervorgegangen: Nach dem ersten Einsatz waren die Mitarbeiter des Kreisveterinäramtes nun erneut am Ort, unterstützt von Kräften des Ordnungsamtes Wissen und der Organisation „Notfallratten Rhein-Ruhr“. Geschützt durch Schutzanzüge und Masken brachten die Helfer erneut mehr als 400 Tiere in einer Vielzahl von Käfigen aus dem Einfamilienhaus.

Wie die Kreisverwaltung Altenkirchen auf Anfrage mitteilt, steht noch nicht fest, ob dies der letzte Einsatz dieser Art gewesen ist. Wie Pressesprecher Andreas Schultheiß berichten kann, war der Zustand der Tiere unterschiedlich, in der großen Masse seien sie aber nicht unterernährt gewesen. Jedoch habe es viele kranke Tiere unter den geretteten Ratten gegeben, ebenso wie etliche trächtige Weibchen.



Ratten können sich rasant vermehren: Bis zu sechsmal im Jahr bringt ein Weibchen nach einer Tragzeit von 21 bis 23 Tagen Junge zur Welt, ein Wurf kann sechs bis zwölf Tiere umfassen, die wiederrum selbst nach etwa 3 Monaten geschlechtsreif sind.

War es Animal Hoarding?
Die Kreisverwaltung geht hier nach wie vor von einem Fall von Animal Hoarding aus: Der Begriff lässt sich grob mit Tier-Sammelsucht übersetzen, Betroffene halten eine große Anzahl von Tieren, oft unter nicht artgerechten Umständen und schlechten Hygienebedingungen, die bis zur Tierquälerei ausufern können.

Auch im Wissener Fall war die betroffene Person nach Informationen der Kreisverwaltung bei ersten Behördenkontakten nicht einsichtig oder in der Lage, sich selbst um die Reduzierung des Bestandes zu kümmern. Dem Vernehmen nach lebt sie noch immer in dem Einfamilienhaus. Für die Ratten wird nun ein anderes Zuhause gefunden werden müssen. (Angela Göbler)


Mehr dazu:   Rattenhaus Wissen  
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