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Nachricht vom 29.11.2022    

Stimmungsvoller mittelalterlicher Weihnachtsmarkt in Emmerichenhain

Was eine intakte Dorfgemeinschaft bewirken und auf die Beine stellen kann, zeigte sich eindrucksvoll beim "Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt" im Renneroder Stadtteil Emmerichenhain. Hunderte Stunden der Vorbereitung, in die große Teile der Dorfbewohner beim Aufbau eingebunden waren, brauchte es zur Vorbereitung. Ohne einen phänomenalen Bürgersinn wäre das gar nicht durchzuführen.

Traditionell eröffnet Axel Göbel mit Dorfschelle und in Westerwälder Tracht den historischen Markt. Mit dabei "Marktvogt" Gaston aus dem Elsass. Fotos: Willi Simon

Emmerichenhain. Das Ambiente könnte nicht besser gewählt sein. Ein attraktiv gestalteter öffentlicher Platz, der „Laurentiusplatz“ und der historische Kirchplatz um die altehrwürdige Pfarrkirche mit dem Martin-Luther-Haus in Emmerichenhain boten dazu die passende Bühne. Damit war ein äußerer Rahmen geschaffen, die Grundlage für einen Weihnachtsmarkt ganz anderer Art. So nimmt es kein Wunder, wenn der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rennerod, Gerrit Müller, bei seinem Grußwort vom „schönsten Weihnachtsmarkt zwischen Köln und Frankfurt“ sprach. Veranstalter waren die Wählergemeinschaft Emmerichenhain e. V. und evangelische Kirchengemeinde, die zusammen mit den örtlichen Vereinen wiederum ein Programm geboten, das die Besucher in eine adventliche und weihnachtliche Stimmung versetzte.

Alles begann mit einem Besuch von den einheimischen Rolf Süß und Axel Göbel bei einem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt. Es entstand die Idee, auch in Emmerichenhain einen „Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt“ zu gründen. Aus eher bescheidenen Anfängen entstand Weihnachtsmarkt in Emmerichenhain und bietet seit 2004 auf dem historischen Kirchplatz und dem angrenzenden Dorfplatz ein besonderes Flair sowie eine herausragende Stellung in der Region. Das ist unbestritten. Zwei Jahre musste coronabedingt eine Pause eingelegt werden.
Deshalb strömten beim Restart gleich Hunderten von Besuchern, die zum Teil von weit angereist waren, zum Weihnachtsmarkt.

Traditionell mit Dorfschelle und in Westerwälder Tracht kündete nunmehr wieder Axel Göbel vom Organisationsteam den Beginn des Weihnachtsmarktes an und sagte in seiner Begrüßung:
"Wir hoffen, dass wir mit unserem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt den Besuchern wenigstens für einige Stunden die Sorgen der heutigen Zeit vertreiben und Zuversicht verbreiten können.
Das trotz Corona, Energiekrise, Krieg in der Ukraine."

Göbel konnte Verbandsbürgermeister Gerrit Müller und den Stadtbürgermeister Raimund Scharwat willkommen heißen, ebenso Pfarreien Claudia Elsenbast. Dazu die Ortsbürgermeister von Zehnhausen, Heinz-Joachim Benner und Waigandshain, Jürgen Höppner sowie dessen Amtsvorgänger Ernst-Theo Jung. „Der Lichterglanz, der jetzt wieder überall erstrahlt, soll uns Zuversicht geben“ sprach VG-Bürgermeister Gerrit Müller.

Zu Beginn heimste das Jugendorchester, die Stadtkapelle Rennerod unter der Leitung von Franziska Giehl, mit adventlichen und weihnachtlichen Liedvorträgen verdienten Applaus ein. Wie es sich für einen mittelalterlichen Markt gehört, gab es mit “Gaston“ (er kommt aus dem Elsass) auch einen Marktvogt, dem Rolf Süß zur Seite stand. Süß war es auch, der durch seine Besuche und Kontakte ein gutes Dutzend Händler, Handwerker und Gaukler nach Emmerichenhain lockte. In originalgetreuen Lagern aus mittelalterlicher Zeit dokumentierten sie die damalige Lebensweise, ob Bogenschießen, Feuerspucker, Goldschmiede, Feld-Beckerey, Mandelbrennerey, (Bäckerei und Brennerei) Stuhlflechter, Drechsler und Stände, an denen Gewandungen, Holzsterne, Schwippbögen, Filzsachen und Patchwork feilgeboten werden.



In mehr als 20 Hütten wurde breit gefächertes weihnachtliches Zubehör angeboten. Ein Aussteller bot sogar Skulpturen aus Sandstein an. Dazu gab es auch „etwas für die Nase“. Der Duft von Glühwein, Punsch, Crêpes, geräucherte Forellen, Fischbrötchen, Flammkuchen, Riesenbratwurst, Waffeln waberte durch das Hüttendorf. Der Erlös hiervon soll für gemeinnützige Zwecke verwendet werden.

Eine Attraktion für die Kinder war ein handbetriebenes mittelalterliches Karussell. Die Kosten dafür übernahm die Stadt Rennerod. Zahlreiche Fichtenbäumchen, die den Markt säumten, hatte Heinz-Joachim Benner, Zehnhausen b.R. gestiftet.

Am späten Nachmittag traf dann auch der Nikolaus ein. Er hatte für die jüngsten Besucher
kleine Präsente mitgebracht.

Erstmals hatten die Gäste die Möglichkeit, das originellste Mittelalterlager genauer gesagt den schönsten Stand zu wählen. Als Dankeschön konnten die Wahl-Teilnehmer am Sonntagnachmittag verschiedene Preise gewinnen. Interessant war sicherlich auch die Versteigerung eines "Emmerichenhainer Gickels", der vom Motorsägenschnitzer aus Alpenrod vor Ort angefertigt wurde.

Die Resonanz der Besucher war überaus positiv: „Wir haben einen wunderschönen Weihnachtsmarkt zu sehen bekommen. Es ist für uns immer wieder erstaunlich, was ein kleiner Ort auf die Beine stellen kann“.

Nach dem Gottesdienst zum 1. Advent eröffnet der Posaunenchor mit weihnachtlichen Melodien die Veranstaltung am Sonntag.

Was alles in Emmerichenhain von einer Dorfgemeinschaft, neben dem Weihnachtsmarkt, bewirkt werden kann, davon zeugen die Mithilfe beim Neubau der Bushaltestelle, Umzäunung Spielplatz, der Dreschhallenkirmes, dem Handwerker- und Bauernmarkt oder der jährlichen Familienwanderung. Ein kleiner Ort darf stolz auf seine Mitbürgerinnen und Mitbürger sein, und allen, die dabei vorangehen. Bericht: Willi Simon



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