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Nachricht vom 03.10.2022    

Ransbach-Baumbach erlebte die Reinkarnation von Udo Jürgens

Von Wolfgang Rabsch

So, oder so ähnlich, muss es aussehen, wenn man durch Wiederauferstehung in das irdische Leben zurückkehrt. Diesen magischen Moment haben sicherlich die meisten der absolut begeisterten Zuschauer in der Stadthalle von Ransbach-Baumbach erleben dürfen, als "Sahnemixx" die größten Hits von Udo Jürgens präsentierte, auf der Bühne in perfektem Sound interpretierten Im Saal herrschte eine atemlose Stille, die sich nach Ende der Song in grenzenlosem Jubel entlud. Mit Fug und Recht kann behauptet werden, dass die Zuschauer einen unvergesslichen Abend erleben durften.

Fotograf: Wolfgang Rabsch

Ransbach-Baumbach. Um die Reminiszenz an Udo Jürgens verstehen zu können, muss man sich mit der Person von Hubert „Hubby“ Scherhag befassen, der Udo Jürgens wohl verinnerlicht hat. Nur so ist zu erklären, dass es ihm gelang, Udo so überzeugend zu interpretieren, dass der Eindruck entstand, der Leibhaftige würde auf der Bühne stehen. Die große Show auf der Bühne abzuziehen war auch nicht das Ding von Udo Jürgens, ebenso verhielt sich „Hubby“ Scherhag, der trotzdem in jeder Phase des Konzerts den nötigen Respekt zu seinem großen Vorbild unter Beweis stellte. Kein „Rumgehampel“ auf der Bühne, wodurch die Präsenz des Sängers sich verstärkte, und die Show noch intimer und intensiver wirkte. Es war aber nicht nur der Auftritt des Sängers, der begeisterte, auch die Band, die ihn begleitete, spielte so grandios, als wenn ein großes Orchester „Udo“ begleiten würde. Posaune, Saxofon, Trompete, Percussions, Keyboard und Piano, und Drums sowie die Begleitung durch die Backgroundsängerin Andrea Neideck, schufen einen fetten Sound, der „Hubby“ hundertprozentig unterstützte, ihm aber freien Raum ließ, ohne ihn zu erdrücken.

Viele Hits von Udo, aber auch eher unbekannte Songs begeisterten
Erst wenn man das Lebenswerk eines Musikers Revue passieren lässt, erinnert man sich daran, wie viel Hits ein Star geschrieben und interpretiert hat, die sich teilweise zu Ohrwürmern entwickelt haben, und durch erneutes Hören sofort wieder präsent sind. Das Publikum stand bei „Griechischer Wein“, oder sang bei „Siebzehn Jahr, blondes Haar“ voller Empathie mit. „Aber bitte mit Sahne“, „Das ehrenwerte Haus“, „Liebe ohne Leiden“ oder „Merci Cherie“, „Immer wieder geht die Sonne auf“, und „Der Teufel hat den Schnaps gemach“, sorgten für Furore. Für große Heiterkeit im Saal sorgte „Hubby“, als er „Ich war noch niemals in New York“ ankündigte: „Habt ihr noch nie den Wunsch, oder Gedanken gehabt, mal aus Ransbach-Baumbach herauszukommen, zumindest bis nach Wirges?“. Dieses Lied von Udo wurde nicht nur musikalisch, auch schauspielerisch dargestellt, denn als er davon träumte, in New York in ein neues Leben einzutauchen, erschien Andrea Neideck, in ein goldenes Glitzerkleid gewandet, und sang mit ihm im Duett.



„Sahnemixx“ benötigte kein langes warm-up, weil das Publikum, klarer Fall, da nur eingefleischte Udo Fans anwesend waren, wie eine Wand hinter der Band stand. Rhythmisches Mitklatschen und Mitsingen begleitet eigentlich jeden Song. Als sich das Konzert langsam dem Ende zuneigte, stand die Halle, und das Publikum rückte immer näher zur Bühne vor, um die Musik noch intensiver zu genießen. Die Band verabschiedete sich bei den Zugaben mit eher melancholischen Titeln, wie „Was ich dir sagen will“, „Auf Wiedersehen und Dankeschön“, und „Was wichtig ist“.

Der weiße Bademantel durfte nicht fehlen
Natürlich absolvierte Sänger Udo-Hubby“ Scherhag die Zugaben, nass geschwitzt im legendären weißen Bademantel. Die Emotionen, die sich zum Schluss entluden, können kaum in Worte gefasst werden, Standing Ovations, Jubel über Jubel, den sich „Sahnemixx“ wahrlich verdient hatte. Es war aber auch der frenetische Dank an eine Band, die sich als absolute Einheit ohne Schwachpunkte präsentierte. Obwohl „Hubby“ der eigentliche Star sein sollte, konnte jedes Bandmitglied durch einige Soli seine musikalischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Ein gelungener Abend, der bei den Besuchern noch lange nachhalten wird.



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