Werbung

Pressemitteilung vom 21.08.2022    

Waldbrand, Hochwasser, Sturmschäden – Womit müssen die Westerwälder zukünftig rechnen?

Mehr Entscheidungsfreude und weniger Bürokratie können bei den Herausforderungen durch Waldbrand, Hochwasser oder Sturmschäden schnelle Hilfe ermöglichen. Dies wurde bei der Gesprächsrunde "Impulse Digital" der CDU-Kreistagsfraktion deutlich, die sich mit der aktuellen und langfristigen Wetterentwicklung im Westerwald und den damit zu treffenden Vorkehrungen auf der kommunalen Ebene befasste.

(Symbolbild)

Region. Die CDU-Kreisvorsitzende und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jenny Groß (MdL) konnte hierzu Björn Goldhausen und Jens Weinriefer begrüßen, die fachkundige Einschätzungen und Hinweise dazu gaben, wie auf der kommunalen Ebene die Herausforderungen angegangen werden können. Jens Weinriefer ist stellvertretender Brand- und Katastrophenschutzinspekteur im Westerwaldkreis. Björn Goldhausen ist Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline sowie ehrenamtlicher Fachberater „Wetter“ für die Technische Einsatzleitung (TEL) im Westerwaldkreis.

Trockenster Sommer seit Jahrzehnten
Wetterexperte Björn Goldhausen mahnte eine differenzierte Betrachtung zur allgemeinen Klimaentwicklung an. Erfreulicherweise sei das Bewusstsein zum Umgang mit dem Klimawandel deutlich gestiegen, allerdings würden nicht alle Schadensereignisse direkt durch den Klimawandel ausgelöst. Vielfach werden diese auch durch die Unachtsamkeit der Menschen ausgelöst. Zurzeit erlebt der Westerwald, so Björn Goldhausen, den trockensten Sommer seit vielen Jahrzehnten. Die Auswirkungen würden erst im Laufe der nächsten Jahre deutlich werden. Es sei zu befürchten, dass der Westerwald weitgehend „fichtenfrei“ werde.

Mit Blick auf die Feuerwehren mahnte Jenny Groß eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Landesforsten und den örtlichen Einsatzkräften an. „Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat offenbar die Dringlichkeit noch nicht erkannt. In Rheinland-Pfalz ist der Handlungsbedarf groß. Feuerwehren und Wald-Verantwortliche sehen sich neuen, massiven Herausforderungen ausgesetzt. Deshalb macht sich die CDU-Landtagsfraktion in einer eigenen Initiative für Maßnahmen zur Vorbeugung und sicheren Bekämpfung von Waldbränden stark“.

Unterstützung der Feuerwehren
Jens Weinriefer berichtete ausführlich über die bisher getroffenen und in Planung befindlichen Regelungen auf der Kreisebene. Zurzeit werden die Feuerwehren aufgrund der Waldbrände besonders gefordert. Hier müssten dringend Strukturen überprüft und neu geordnet werden. Erste Gespräche mit lokalen Forstämtern seien bereits vereinbart. Weinriefer zeigte sich mit der interkommunalen Zusammenarbeit zu Verbandsgemeinden und Nachbarkreisen sehr zufrieden. Der Westerwaldkreis arbeite kontinuierlich an weiteren Optimierungen zur überörtlichen Ausstattung der Wehren. Die Beschaffungszyklen dauerten allerdings circa zwei bis drei Jahre. Aktuell seien sechs Tanklöschfahrzeuge in der Beschaffung. Konzepte zur verbesserten Löschwasserversorgung seien ebenfalls in Arbeit. Die Feuerwehren wünschen sich insbesondere seitens des Landes und der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) sowie des Rechnungshofes deutlich weniger Bürokratie. „Den Wehren vor Ort sollte mehr Entscheidungsspielraum eingeräumt werden, denn hier kann „die Lage“ am besten beurteilt werden“. Auch die länderübergreifende Zusammenarbeit sei stark verbesserungsbedürftig.



Wünschenswert von Seiten der Bevölkerung, so Weinriefer, wäre eine größere Akzeptanz für die Arbeit der Feuerwehren und Rettungsdienste. Die Landes- und Kommunalpolitik müsse prüfen, in welchem Umfang die anfallenden Arbeiten noch ehrenamtlich leistbar seien. „Das Ehrenamt wird oftmals überfordert“. Lobend bestätigte Weinriefer den von Annette Aller angesprochenen Beitrag der Landwirtschaft bei der Löschwasserbeschaffung und Unterstützung der Wehren.
Björn Goldhausen sieht die Notwendigkeit, weitere Vorbereitungen seitens der Kommunen für Extremwetterlagen zu treffen: „Wir sollten darauf vorbereitet sein, auch den Westerwald kann es mit seinen engen Tälern und Bachläufen treffen. Vorsorge ist wichtig und kann Menschenleben retten“.

Eine Anmerkung aus dem Teilnehmerkreis „Die Politik hat zu lange weggeschaut“, wollte die CDU-Kreisvorsitzende Jenny Groß MdL nicht unkommentiert stehen lassen: „Die Politik im Westerwaldkreis und in den Verbandsgemeinden hat sich um den Brandschutz, Hochwasserschutz und die Gefahrenabwehr in den letzten Jahren intensiv gekümmert, wenn auch noch weiterer Optimierungsbedarf besteht.“ Sie warb dafür pragmatische Lösungen zu finden, die Kenntnisse vor Ort ernst zu nehmen und die Bürokratie deutlich abzubauen.

(PM)



Lesen Sie gerne und oft unsere Artikel? Dann helfen Sie uns und unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit im Westerwaldkreis mit einer einmaligen Spende über PayPal oder einem monatlichen Unterstützer-Abo über unseren Partner Steady. Nur durch Ihre Mithilfe können wir weiterhin eine ausgiebige Berichterstattung garantieren. Vielen Dank!




Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus der Politik


SPD Wirges ehrt langjährige Mitglieder

Wirges. Entsprechend viele Jubilare konnten für ihre langjährige Mitgliedschaft und Treue mit Ehrennadeln und Ehrenurkunden ...

Jugendbahnhof Bad Marienberg überzeugt mit tollem Angebot

Bad Marienberg. Wie die CDU in der Verbandsgemeinde Bad Marienberg in einer Pressemeldung mitteilt, nahmen die Fraktionen ...

Neuwieder Christdemokraten besuchten Landesparteiausschuss in Bad Marienberg

Bad Marienberg. Für den Kreisverband Neuwied nahmen Viktor Schicker (Waldbreitbach), Stefan Betzing (Dattenberg), Jürgen ...

Sandra Weeser empfängt Besuchergruppe aus Kreis Altenkirchen und Westerwald in Berlin

Region. Laut Pressemitteilung des Wahlkreisbüros von Sandra Weeser in Betzdorf standen unter anderem eine Stadtrundfahrt, ...

Einladung zum Kreisthementag der JU Westerwald mit Prof. Dr. Helge Braun MdB

Selters. Um die teils massiven Auswirkungen dieser multiplen Krisen auf verschiedene Akteure abzufedern, hat die Bundesregierung ...

Gründe für Kerosinablass über dem Westerwaldkreis

Westerwaldkreis. Die CDU-Politikerin fragte zunächst nach dem Grund des Kerosinablasses und nach der Flughöhe, in der dies ...

Weitere Artikel


Mehrere Mülltonnen standen in Mogendorf in Flammen

Mogendorf. Durch das schnelle Eingreifen konnte ein übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus verhindert werden. Die Bewohner ...

Nach fast drei Jahren Pause fliegen die Petermännchen wieder zum Mond

Rothenbach/Westerburg. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an die Aufführung des gleichen Stückes von 2001, des ...

Viel Andrang beim Handwerkermarkt in Grenzau

Höhr-Grenzhausen. An beiden Enden der rund 200 Meter langen Marktzone lud Gastronomie zu Rast und Genuss ein. In der Brexbachstraße ...

26. Europäische Fledermausnacht in Steinen - den Kobolden der Nacht auf der Spur

Steinen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, endet um circa 22 Uhr und wird von Marcel Weidenfeller geleitet. Veranstaltungsort ...

Wochenendbericht der Polizeiautobahnstation Montabaur

Heiligenroth. Zwei Personen wurden bei einem Verkehrsunfall am Freitag (19. August) gegen 16.15 Uhr, leicht verletzt. Ihre ...

Höhr-Grenzhausener Jugend- und Kulturzentrum bietet Hip-Hop an

Höhr-Grenzhausen. Gabriel Hermes ist langjähriger Kursleiter im Studio up2move des Jugend- und Kulturzentrum “Zweite Heimat” ...

Werbung