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Nachricht vom 12.07.2022    

Aktionstag Jakobskreuzkraut: Gemeinsam für das artenreiche Grünland

Beim Aktionstag Jakobskreuzkraut in Kirburg, den der Bauernverband Westerwald mit Unterstützung des Naturschutzmanagers Markus Kunz im Hohen Westerwald organisiert hatte, engagierten sich Landwirte und Naturschützer gemeinsam für die Eindämmung des Jakobskreuzkrauts und damit für den Erhalt artenreichen Grünlandes.

Archiv: Symbolfoto

Hachenburg. „Große Teile der Höhenlagen im Westerwald zeichnen sich durch besonders artenreiches Grünland aus, das Folge einer langjährigen extensiven Nutzung durch die Landwirte ist“, eröffnete Kreisvorsitzender Matthias Müller den Aktionstag. Dieser verfolge das Ziel, auf die stark zunehmende Ausbreitung des Giftkrautes und die Schwierigkeiten bei deren Zurückdrängen aufmerksam zu machen. „Wir haben Umweltministerin Eder gebeten, den Landwirten weitere konkrete Maßnahmen zur Eindämmung der Giftpflanze zu ermöglichen“, berichtete Müller. „Leider nimmt das Umweltministerium trotz Erinnerung das Thema offenbar nicht ernst, denn es hüllt sich seit Monaten in Schweigen.“

Über das Heu aufgenommen, führe die Giftpflanze zu schwerwiegenden Leberschädigungen bei den Wiederkäuern und auch ganz besonders bei Pferden, weshalb eine deutliche Eindämmung dringend geboten sei, erklärte Müller. Doch die bisherigen vielfältigen Bemühungen der Landwirte reichten für ein Zurückdrängen der Pflanze nicht aus. Vielmehr hätten die sinkenden Viehbestände und Nutzungsintensitäten sowie die trockeneren Sommer zu einer deutlichen Vermehrung der Pflanze beigetragen. „Wenn man das artenreiche Grünland in Westerwald jedoch dauerhaft erhalten will, geht das nur, wenn der Aufwuchs wirtschaftlich zur Fütterung verwertbar bleibt“, betonte Müller.

Dies bestätigte auch Landwirt Martin Jung aus Neunkhausen. Auf einer seiner besonders artenreichen Vertragsnaturschutzflächen bei Kirburg fand der gemeinsame Aktionstag statt, bei dem die „Akutmaßnahme händisches Rupfen“ dafür sorgte, dass das Futter der Aktionsfläche guten Gewissen geborgen werden kann. Die zwanzig Teilnehmer befreiten die etwa 1,5 Hektar große Fläche in zwei Stunden von dem Jakobskreuzkraut.

Die anwesenden Landwirte, die in den vergangenen Wochen bereits unzählige Hektar Grünlandfläche mit ihren Familien mühsam von der Giftpflanze befreit haben, waren sich einig: „Der Aufwand der händischen Eindämmung hat sich über die Jahre vervielfacht.“ Mittlerweile stießen die Landwirte dabei an ihre Grenzen: „Durch die rasante Ausbreitung des Jakobskreuzkrautes ist dieser Aufwand mittlerweile unzumutbar.“




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Wie aufwändig die Arbeit ist, erfuhren die Teilnehmer des Aktionstages am eigenen Leib. Gut ausgerüstet mit Handschuhen, um eigene Beeinträchtigungen durch die Giftstoffe zu vermeiden, rupften sie die gelben Pflanzen – bevorzugt komplett mit den Wurzeln – aus dem Boden. Am Ende kamen zwei Anhänger des Giftkrautes zusammen, die nun über die Mülldeponie entsorgt werden müssen.

„Bei mir wie auch vielen anderen Landwirten greift zunehmend der Gedanke Platz, diese Aufgabe nicht mehr bewältigen zu können und die Bewirtschaftung einzustellen oder zu verändern“, so Jung. Das aber hätte auch zur Folge, dass all die anderen vielfältigen Kräuterarten ihren Lebensraum verlieren würden.

Diese Gefahr sieht auch Naturschutzmanager Markus Kunz, der bereits seit vielen Jahren die Landwirte bei der Eindämmung unterstützt. „Zwar ist das Jakobskreuzkraut für die Natur kein Problem, aber wenn es dazu führt, dass das Futter von den Wiesen unverwertbar wird, dann gerät dieser artenreiche Schatz im Hohen Westerwald insgesamt in Gefahr. “ Daher unterstütze er es, zusätzliche Werkzeuge und Maßnahmen zu erproben und einzusetzen, um das Giftkraut auf den artenreichen Heuwiesen zurückzudrängen. Bereits jetzt könnten dazu im Vertragsnaturschutz von den Landwirten verschiedene Maßnahmen im Rahmen von Sondergenehmigungen umgesetzt werden.

Landwirt Jung regte an, dass diese Maßnahmen unbedingt auch den Betrieben, welche im Rahmen der ökologischen Wirtschaftweise Futter erzeugen, zur Verfügung stehen sollten. Kreisvorsitzender Mattias Müller dankte den Vertretern des Naturschutzes und allen weiteren Teilnehmern für die Unterstützung bei dem gemeinsamen Bestreben, das einzigartige artenreiche Grünland im Westerwald dauerhaft zu erhalten.


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