Werbung

Nachricht vom 10.07.2022    

"Kleine Messe" ganz groß: Klänge des Vox-Humana-Ensembles

Das Vox-Humana-Ensemble bringt Rossinis „Petite Messe Solennelle“ in Gemünden zur Aufführung. Wer mehr von den musikalischen Highlights hören möchte, kann das Vox Humana Ensemble bei seinen Proben freitags von 19:45 bis 22 Uhr im Konrad-Adenauer-Gymnasium in Westerburg belauschen.

Foto: Privat

Gemünden. Der für seine komödiantischen Opern bekannte Gioacchino Rossini schrieb im Alter von 71 Jahren und nach langer kompositorischer Pause eine Messe, die er selbst augenzwinkernd als „Todsünde des Alters“ bezeichnete, sie aber gleichzeitig dem „lieben Gott“ selbst widmete: „Ein bisschen Können, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei denn gepriesen und leite mich ins Paradies“, schrieb er als Geleitwort über seine Partitur. Dass aber sein Werk genau von diesen beiden Dingen, Können und Herz, sehr viel braucht, bewiesen das Vox-Humana- Ensemble, Instrumentalisten und Solisten unter Leitung von Dekanatskantor Christoph Rethmeier eindrücklich. Rossinis Werk behält bei aller ernsthaften und hochemotionalen Auseinandersetzung mit dem lateinischen Messtext doch immer die italienische Leichtigkeit und ein ironisches Augenzwinkern.

In Gemünden kommt die ursprüngliche Fassung des Komponisten für Kammerchor und vier Solisten, begleitet von Klavier und dem damals sehr beliebten Harmonium, zur Aufführung. Diese klanglich äußerst reizvolle Instrumentierung lag bei Reinhard Siegert am Harmonium in den besten Händen. Den Mammutpart am Klavier bewältigte Rüdiger Klein sehr facettenreich, beseelt im „Prélude religieux“, italienisch feurig im „Domine Deus“ des Tenors, dramatisch zupackend im Vorspiel zum „Gloria“, dabei aber immer klangschön und aufmerksam in der Begleitung. Es war das erste Konzert des Vox-Humana-Ensembles nach der (viel zu langen) Pandemie bedingten Pause.

Auf den ersten Blick ist diese Zeit auch an diesem Chor nicht spurlos vorüber gegangen und selbst am Konzertwochenende mussten Chormitglieder Corona bedingt ihre Konzertteilnahme absagen. Was dieser Chor aber an Klangschönheit, Internationssicherheit und musikalischer Lebendigkeit zu bieten hat, beeindruckt tief und lässt das Vox Humana Ensemble musikalisch dort anknüpfen, wofür der Chor des Evangelischen Dekanats Westerwald über viele Jahre steht. Rethmeier fordert seine Choristen und sie folgen ihm blind. So gelingen die fast Palästrina-artigen Passagen im Kyrie genauso wie die rhythmisch agilen und perlenden Fugen. Im bewegenden und dramatischen „Agnus Dei“ der Altistin Birgit Schmickler fällt der Chor schließlich breit aussingend, aber immer klangschön in das große „Dona nobis pacem“ ein. Unter den von Rethmeier verpflichteten Solisten gefällt besonders die klare Stimme des Tenors Fabian Kelly. Das gefürchtete „Domine Deus“ singt er mit bestechender Leichtigkeit und leuchtender Stimme.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Meister/Techniker/Obermonteur für Elektrotechnik (m/w/d)

Alhäuser + König Ingenieurbüro GmbH
57627 Hachenburg

Gruppenleitung Wohnstätte (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Erzieher/in im Anerkennungsjahr (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57518 Alsdorf

Sanitär-Ausstellungsfachberater (m/w/d) in Andernach

Dr. Kurt Korsing GmbH & Co. KG
56626 Andernach

Sozialarbeiter/-in (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Wissen

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Doch auch seine sängerischen Mitstreiter waren ihm ebenbürtig: Christoph Kögels hell tembrierter Bass findet sehr intime Momente und lässt sich vom Gestus des „Quoniam“ nicht zu Pathos verleiten. Die ebenfalls international renommierte Sopranistin Gabriele Hierdeis bestreitet die Sopran-Partie absolut souverän mit großem musikalischen Gespür für Rossinis Klangsprache und setzt nicht zuletzt mit leuchtenden Bögen im eingeschobenen „O Salutaris“ Glanzpunkte. Als die letzten Töne des anrührenden „Agnus Dei“ und damit dem Ende von Rossinis „Petite Messe Solennelle“ in der Stiftskirche in Gemünden verklingen herrscht zunächst eine gute Weile absolute Stille, in der man die berühmte Stecknadel hätte fallen hören können. Dann schließlich löst sich die emotionale Spannung des Gehörten und Erlebten in langanhaltendem, großem Applaus und stehenden Ovationen für alle Beteiligten für ein sehr gelungenes und besonderes Konzert voller tiefer Emotionen und Hoffnungsbotschaft. Ein sichtlich bewegter Dekanatskantor Christoph Rethmeier bedankte sich am Ende bei all seinen Mitstreitern und auch beim Publikum. Deutlich spürbar, was es Musiker in diesen Tagen bedeutet, wieder konzertieren zu dürfen.


Mehr dazu:   Veranstaltungsrückblicke   Kirche & Religion   Kultur & Freizeit  
Lokales: Westerburg & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Kultur


Stipendiaten des Landesmusikgymnasiums bedankten sich mit hochkarätigem Konzert

Seit vielen Jahren unterstützt die Sparkasse Westerwald-Sieg das Landesmusikgymnasium (LMG) Rheinland-Pfalz ...

Rheinland-Pfalz: Vielfältige Erlebnisse beim Internationalen Museumstag am 17. Mai

Am Sonntag, 17. Mai 2026, öffnet der Internationale Museumstag erneut seine Türen für Kulturinteressierte ...

Glanzvolle Ehrung: Roentgen-Museum in Neuwied ausgezeichnet

Das Roentgen-Museum in Neuwied wurde am 6. Mai von Prof. Dr. Jürgen Hardeck, Staatssekretär im Ministerium ...

Musikalische Highlights in historischer Kulisse

Die Rommersdorf Festspiele in Neuwied-Heimbach-Weis bieten auch dieses Jahr ein vielfältiges Musikprogramm. ...

Literatur und Musik: RheinVokal verzaubert Montabaur

Am 19. Juli 2026 wird der Rittersaal des Schlosses Montabaur zum Schauplatz eines besonderen Abends. ...

Musikalischer Sommer im Amphitheater: Treffpunkt Kannofen 2026

Der "Treffpunkt Kannofen" in Höhr-Grenzhausen lädt auch 2026 wieder zu einer Reihe von Open-Air-Konzerten ...

Weitere Artikel


Praktische Berufsorientierung auf technischem Campus der IHK-Akademie in Neuwied

Schüler, die dieses Jahr oder im kommenden Jahr die Schule abschließen, können sich im Rahmen einer Praxiswoche ...

Waldbreitbacher VfL-Leichtathleten stark bei Rheinland-Mehrkampf-Meisterschaften

Bei den Rheinlandmeisterschaften im Mehrkampf in Bad Ems zeigten sich die Leichtathleten des VfL Waldbreitbach ...

Weitere Körperverletzung auf Kirmes in Stadtteil von Montabaur

In der Nacht auf Sonntag (10. Juli) kam es gegen 1:10 Uhr auf dem Veranstaltungsgelände der Kirmes in ...

Orange Westerwald setzt sichtbares Zeichen in der Region: Nein zu Gewalt gegen Frauen (ABGESAGT)

Gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen, das möchten die Akteurinnen von „Orange ...

Nächtliche Ruhestörungen am Jugendbahnhof: CDU-Fraktion im Stadtrat spricht Problem an

Die CDU-Fraktion im Stadtrat Bad Marienberg forderte die Stadtverwaltung auf, den Klagen der Anwohner ...

FDP sieht in Initiativen für Cybersicherheit eine Bestätigung ihrer Parteiarbeit

Auch der Staat ist zunehmend Bedrohungen aus dem Internet ausgesetzt, nicht nur Ministerien, sondern ...

Werbung