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Nachricht vom 06.07.2022    

Große Freundschaftstour führte bis an den Atlantik

Für den Radsport ist die derzeit laufende Tour de France das Maß aller Dinge. Eine ähnliche Bedeutung für die Beziehungen der beiden Nachbarländer hat die jetzt beendete „Deutsch-Französische Freundschaftstour“ der heimischen Equipe Eurodek in den beiden Radsportvereinen RSG Montabaur und RSV Oranien Nassau.

Die Equipe Eurodek vor dem Denkmal für die Gefallenen der Weltkriege in Tonnerre. Fotos: Equipe

Montabaur. Die Etappenfahrt über 1.211 Kilometern auf acht Etappen wurde zu einem selten erlebten Zeugnis deutsch-französischer Freundschaft im Rennradsattel.

Es war bereits die 53. deutsch-französische Radsportbegegnung der Equipe seit 1977 - und ein absoluter Höhepunkt: wurden doch die beiden Partnerstädte Tonnerre (Montabaur) und Pontchateau (Nassau) einbezogen und miteinander verbunden. Bereits am Vorabend des Starts waren die beteiligten Radler aus allen Partnerregionen an die Lahn und in den Westerwald angereist. Bei einem Empfang in der Stadthalle Nassau begrüßte der dortige Stadtbürgermeister Manuel Liguori alle Teilnehmenden der Freundschaftstour: „Ihr habt als Radsportler in all den Jahren entscheidend dazu beigetragen, dass aus Partnerschaft eine tiefe Freundschaft unserer beiden Länder geworden ist“, so der Stadtchef.

Bei Sonnenschein war dann am nächsten Morgen pünktlich der laute Startschuss auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Montabaur nicht zu überhören. Für die Naspa schickte Dominik Schneider als Leiter des örtlichen Finanz-Centers die grenzüberschreitenden Radler auf die herausfordernde Reise bis an den Atlantik. Mit dabei waren unter anderen auch die weiteren Sponsoren Müsing, CaspersMock und Holzbau Kappler sowie 1. Beigeordneter Gerd Frink als Vertreter der Stadt Montabaur.

Da zumindest die Strecke allen deutschen Teilnehmern hinlänglich bekannt war, diente die 1. Etappe ins Salmtal bei Trier zum weitgehend zwanglosen einrollen. Erfreulich dabei: die mitgeführte mobile Corona-Teststation des DRK-Daubach unter Leitung von Hardo Diel brachte keine positiven Befunde (was sich aber leider noch ändern sollte).

Für ein Europa ohne Grenzkontrollen steht der Ort Schengen, der auf der 2. Etappe besucht wurde. Beispielhaft im Umfeld viele toll ausgebaute Radwege in Luxemburg, für die in einem Fall sogar eine eigene Brücke gebaut wurde, um den Radfahrenden eine sichere Nutzung zu ermöglichen. Der Folgetag führte durch industriell und landwirtschaftlich genutzte Regionen und durchfahren wurde mit Pagny-sur-Moselle auch die Partnerstadt von Bad Marienberg. Ein weiterer Höhepunkt des Tages war Domremy-la-Pucelle, der Geburtsort von Jeanne d´Arc.

Etappe 4 führte mitten in die Partnerstadt Tonnerre, wo mit 2 Jahren Verspätung das 50jährige Partnerschaftsjubiläum gefeiert werden konnte. Aus diesem Anlass waren auch zahlreiche Mitglieder der Deutsch-Französischen Gesellschaft (DFG) und des Stadtrates Montabaur nach Tonnerre gekommen und begrüßten mit vielen französischen Freunden und Freundinnen die über 30 in die Stadtmitte einrollenden Pedaleure. Der Abend mit einem Empfang im Hotel de Ville und einem gemeinsamen Festessen stand ganz im Zeichen des Jubiläums.



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Nach einem der Erkundung der Region und der dort gedeihenden Weine gewidmeten Ruhetag, mussten sich die Aktiven doch ab Tonnerre durch nicht nur spärlich fallenden Regen und Gegenwind mühen. Doch schon auf der folgenden 6. Etappe – mit 177 Kilometern gleichzeitig die Königsetappe – wurden die Radler entschädigt: auf dem Weg nach Tours war das weltbekannte Schloss Chambord zu sehen und auch die altehrwürdigen Loire-Städtchen Blois und Amboise konnten bestaunt werden.

Weiter an der Loire konnte der nächste Tag ohne Steigungen und nur wenig Gegenwind ausführlich genossen werden, bevor die 8. und letzte Etappe in die Partnerstadt Pontchateau in der Bretagne führte. Auch dort wurden die Radler im Hotel de Ville von der Stadtspitze und dortigen Radsportfreunden empfangen. Eine Erkundung der bretonischen Küste am nächsten Tag unter Leitung von Ginette Ibos war sicher ein Höhepunkt der gesamten Etappenfahrt. Dabei wurde bedauert, dass die Equipe an den beiden letzten Tagen coronabedingt, nicht mehr vollzählig war.

Dankbar sind alle Beteiligten für eine spürbare Förderung aus dem deutsch-französischen Bürgerfonds. Besonders gewürdigt wurde die Leistung von Herbert Thome aus MT-Bladernheim, der im Alter von 77 Jahren die gesamte Tour im Sattel saß: „Aber jetzt reicht es, ich mache Platz für Jüngere!“, so der Equipe-Senior. Das dürfte auf deutscher Seite im Westerwald und an der Lahn kein Problem sein, doch in den Radsportvereinen der französischen Partnerstädte stehen solche deutsch-französischen Radsportbegegnungen leider auf die Liste der aussterbenden Arten. Aber 2023 will die Equipe EuroDeK eine Rundfahrt zum Thema Europa organisieren, an der auch (jüngere) Fahrer aus Tonnerre und Pontchateau teilnehmen können. Mit dabei ist dann sicher auch wieder Chef-Begleitbusfahrer Stefan Wilhelmi (MT-Bladernheim), ohne dessen täglichen Einsatz die Tour so nicht machbar gewesen wäre.

Infos zur Equipe und der geplanten „Pro-Europa-Tour“ im kommenden Jahr gerne unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.



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