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Nachricht vom 03.07.2022    

Zoo Neuwied informiert: Was tun die Tiere bei Sommergewitter?

Es ist früher Vormittag, die Sonne scheint vom strahlend blauen Himmel und es sind bereits 25 Grad erreicht. So lässt sich ein typischer Sommertag beschreiben. Oft nimmt so ein Tag jedoch durch Sommergewitter eine andere Wendung. Der Zoo Neuwied hat nun darüber informiert, wie vor allem die Tiere mit diesem Wetterumschwung umgehen.

Es gibt Tiere, die froh über jede Art der Abkühlung sind, andere aber verziehen sich lieber und warten, bis sich das Unwetter verzieht. (Fotos: Zoo Neuwied)

Neuwied/Region. Etwa 80 Kängurus aalen sich auf ihrer Wiese am Sonnenhang im größten Zoo von Rheinland-Pfalz. „Schwer zu glauben, dass es später am Tag noch gewittern soll“, meint Mirko Thiel mit prüfendem Blick zum Himmel, „aber gemeldet ist es. Wir nehmen es, wie es kommt“. Der Direktor des Zoo Neuwied zeigt sich da ganz entspannt. „Bleibt uns ja auch nichts anderes übrig“, sagt er achselzuckend, und ergänzt: „Die Pflanzenwelt, also auch unsere Gehegebepflanzung und der alte Baumbestand im Waldrevier, freuen sich über jeden Sommerregen. Und auch einige Tiere sind dankbar für eine nasse Erfrischung von oben“.

Die einen lieben Sommergewitter, die anderen verziehen sich
„Für die Roten Pandas, den Sibirischen Tiger und die Manule zum Beispiel sind Temperaturen über 30 Grad schon sehr anstrengend. Diese Tiere kommen aus den Bergregionen Asiens und sind perfekt an niedrige Wintertemperaturen angepasst. In den immer heißer werdenden mitteleuropäischen Sommern kommen sie selbst in ihren schattig angelegten Gehegen ins Schwitzen“. Tiger Ivo muss zum Glück für eine nasse Abkühlung nicht auf Regen warten: Er nimmt gern ein Bad in seinem Wasserbecken, und ist damit eine der wenigen Katzen, die gern ins Wasser gehen. Auch die Defassa-Wasserböcke kühlen sich gern im Wasser ab.

„Wenn sich nach einem starken Regenguss am unteren Rand der Afrikawiese zeitweise ein Wassergraben bildet, sind diese Huftiere ganz in ihrem Element“, erzählt der Zoodirektor. Auch die Flachlandtapire lieben einen warmen Sommerregen-Schauer, „sogar so sehr, dass wir sie ab und zu mit dem Wasserschlauch beregnen, wenn der natürliche Schauer auf sich warten lässt“.



Löwenkater Schröder käme so etwas nicht in den Sinn: „Der eitle Kerl verzieht sich unters Dach, sobald es zu regnen beginnt. Ich vermute ja, er hat Angst um seine schicke Frisur“, lacht Mirko Thiel und spielt auf die Mähne des Berberlöwen an, die zugegebenermaßen wirklich prächtig ist. Auch andere Zoobewohner können gut auf Regen verzichten, vor allem die, die in ihrem natürlichen Lebensraum selten welchen abbekommen: „Erdmännchen und Strauße sind an Trockenheit und Hitze angepasst und haben die letzten Tage und Wochen sehr genossen. Problematisch sind Regenschauer für sie aber trotzdem nicht. Wie alle Tiere können sie sich jederzeit in ihre Höhlen oder Häuser zurückziehen“.

Sicherheitsrisiko bei Sturm
Und wenn der Regenschauer von Sturm und Gewitter begleitet wird? „Bei Sturm bringen wir die Schimpansen und die Großkatzen in ihre Innenanlagen, da es in ihren Außenanlagen zum Sicherheitsrisiko werden könnte, falls Bäume umstürzen. Auch der Wald im oberen Teil des Zoos wird aus diesem Grund für Besucher gesperrt und von Mitarbeitern nur in dringenden Fällen betreten“, erklärt der Zoodirektor.

Weitere Maßnahmen sind meistens zum Glück nicht erforderlich: „Selbst beim letzten, heftigen Gewitter mit den riesigen Hagelkörnern sind wir, bis auf ein paar kleinere Schäden an Dächern und Fahrzeugen, glimpflich davongekommen. Ein kleines sommerliches Unwetter sitzen wir, zusammen mit unseren Tieren, also einfach aus. Immerhin folgt auf Regen meist schnell wieder Sonnenschein und das bedeutet: Bestes Zoowetter!“

(PM)



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