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Nachricht vom 29.05.2022    

Einfach vergessen: Hilflose Tiere ihrem Schicksal überlassen

Viele Tiere werden achtlos ihrem Schicksal überlassen. Manchmal geschieht dies, weil es der Halter nicht besser weiß oder das Interesse an dem Tier nicht (mehr) vorhanden ist. Wenn es dann keine Menschen gibt, die hinsehen, hinhören und diesen Zustand an den Tierschutz weitergeben, kommt es zu derart erschütternden Tierschicksalen wie bei den nachfolgenden Fällen, um die der Tierschutz Siebengebirge sich kürzlich kümmerte.

Für die beiden kam leider jede Hilfe zu spät. Um solche Schicksale zu vermeiden, ruft der Tierschutz dazu auf, (kranke) Tiere nicht zu vernachlässigen. (Fotos: Tierschutz Siebengebirge)

Bad Honnef/Region. Tierschützer, die auf einem Bauernhof für eine Katzen-Kastrationsaktion tätig waren, entdeckten zufällig in einer dunklen Scheune des Hofs eine Kaninchen-Dame. Sie lebte mindestens sieben Jahre ohne Tageslicht, ohne Artgenossen in einem kleinen Zimmerkäfig in der hintersten Ecke. Ein Auge fehlte, Eiter floss aus der Augenhöhle, die Krallen des Tieres waren extrem lang. Die Besitzer gaben das namenlose Kaninchen bereitwillig an die Tierschützer ab.

Beate Ditscheid, Pflegestelle für Kaninchen beim Tierschutz Siebengebirge, berichtet: "Wir wollten dem Kaninchen eigentlich noch etwas Zeit im Sonnenlicht und mit Artgenossen schenken, aber leider kam es dann doch ganz anders. Ein Tag Sonnenlicht hat es noch erlebt". Beim Tierarzt-Check wurde ein großer Tumor in der Gebärmutter festgestellt, der den ganzen Darm zusammendrückte. Um dem Tier weitere Qualen zu ersparen, sahen sich die Tierschützer gezwungen, das Kaninchen ‚Namenlos‘ einzuschläfern. Beate Ditscheid: "Dieses arme Kaninchen steht stellvertretend für ganz viele Kaninchen, die irgendwo in der letzten Ecke ein trostloses Dasein fristen – es gibt leider unendlich viele solcher ‚vergessenen‘ Tiere".




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Auch die Katzenabteilung des Vereins sieht sich häufig mit echten Not-Fällen konfrontiert. So nahmen die Tierschützer kürzlich einen halbtoten Kater auf, den sie Dennis nannten. Eine Frau hatte das ihr fremde Tier in ihrem Garten liegend gefunden. Der Kater konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten und war sehr schwach. Die Finderin bat den Verein um Hilfe. 13 Tage kämpften die Tierschützer um Dennis Leben, bangten, hofften, kämpften – aber leider kam jede Hilfe für ihn zu spät und auch er musste erlöst werden.

Anja Kalisch, Leiterin der Katzenabteilung, hat eine Herzensbitte: "Bitte schauen Sie nicht weg, wenn Sie ein offensichtlich vernachlässigtes, krankes, schwaches oder um Hilfe bettelndes Tier sehen. Wenden Sie sich an die örtlichen Tierschutzvereine und melden Sie den Fall".

Nähere Informationen zum Tierschutz Siebengebirge: Telefon-Hotline 02224 – 980 32 16, www.tierschutz-siebengebirge.de oder www.facebook.com/tierschutzsiebengebirge. (PM)


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