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Nachricht vom 16.05.2022    

Miteinander klingt es besser: Öffentliche Diskussion zum besseren Zusammenleben in der Stadt Selters

Auf dem Selterser Marktplatz wurde öffentlich diskutiert, wie das Zusammenleben in der Kleinstadt zu verbessern sei. Eingeladen hatten die Stadt Selters und der Evangelischen Verein für Innere Mission in Nassau (EVIM), der sich auch für gemeinnützige Altenhilfe und Quartiersentwicklung einsetzt.

Teilnehmer diskutierten mit der Expertin für Quartiersmanagement, Claudia Lamsfuß (links), wie das Zusammenleben der Generationen zu verbessern ist. Fotos: Privat

Selters. Aus den gesammelten Eindrücken wird Claudia Lamsfuß, eine Expertin für Quartiersentwicklung, ein Konzept erstellen mit dem Fördermittel beim Deutschen Hilfswerk beantragt werden. Das Ziel ist die Einrichtung einer Stelle für ein Quartiersmanagement zunächst über drei Jahre. Trotz strenger Kriterien sieht sie gute Chancen für den Antrag. Rolf Jung ist es wichtig, dass auch eine „To-do-Liste“ für den Stadtrat entsteht. Er möchte die Ideen aus der Diskussion und die Impulse aus der Zukunftswerkstatt mit dem Stadtrat umsetzen.

Haupterkenntnis der vielen Gespräche ist wohl, dass Selters zwar wegen der vielen Angebote und einer guten Infrastruktur attraktiv ist, es aber zu wenig Miteinander zwischen den Generationen und Nationalitäten gibt. Peter Kiel vom Verein EVIM erklärte, dass in solchen Fällen ein Quartiersmanager als zentrale und verbindende Anlaufstelle mit einem Raum für Begegnung hilfreich sei. Es bedürfe jemanden, der als Sprachrohr und Vermittler zwischen Bürgern und Verwaltung agieren und Menschen zusammenbringen könne. Stadtbeigeordnete Beatrix Schneider fasste das so zusammen: „In Selters gibt es unglaublich viele Angebote von Vereinen, Kirchen, Kitas, Schulen, und der Stadt, aber die Zusammenarbeit fehlt. Man muss mehr untereinander kommunizieren.“

Da traf eine kleine Überraschung genau den Geist der Veranstaltung: Zwei einsame Trompeter stimmten am Marktplatz den Marsch „Westerwald, du bist so schön an“. Nach und nach kamen Saxophone, Klarinetten, Posaunen, Tenorhörner und Schlagzeuger, wie aus dem Nichts, am Marktplatz dazu. Der Flashmob der Maxsainer Blaskapelle zeigte eindrücklich: „Miteinander klingt es eben besser“.

„Selters hat eine vergleichsweise junge Bevölkerung in einer ländlichen Struktur“, erklärt Claudia Lamsfuß, dennoch sei es wichtig, für mehr Miteinander zu sorgen und etwas gegen die drohende Einsamkeit der Menschen zu tun. Eine Teilnehmerin ergänzt: „Ich kenne keine Stadt dieser Größe mit einer derartig guten Infrastruktur, und dennoch wird zu wenig gemeinsam gemacht“. Straßenfeste funktionierten fast nur unter Einheimischen, und Zugezogene hätte oft nur andere Zugezogene im Freundeskreis. Kennenlernen funktioniere fast nur über die Kinder.




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Peter Kiel vom Verein EVIM ist das Zusammenleben verschiedener Generationen wichtig. In seinem Diskussionszelt wurde festgehalten, dass viele ältere Menschen nicht mehr mobil sind und daher nicht mehr am Vereinsleben und an kulturellen Veranstaltungen teilnehmen können. Es ging aber auch um schräge Bürgersteige, die das Gehen mit Rollator erschweren, um hinderliche Bordsteine und um ein hohes Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Sabine Tögel vom EVIM zeigte auf, dass es Räume bedürfe, um Menschen zusammenzubringen, vielleicht auch kleine Einrichtungen, wie eine Plauderbank, dass man sich aber auch um Problemräume kümmern müsse. Ihre Diskussionsgruppe beschäftigte sich mit Orten in Selters. Mehrere Teilnehmer bestätigten, dass kleinere Kinder Angst hätten, sich am John-Peter-Altgeld-Platz aufzuhalten. Mitarbeiterinnen des Jugendamtes berichteten, dass dort wohl mit Drogen gehandelt würde und es dort häufig zu Anzeigen komme. „Den Jugendlichen fehlt es an Freizeitangeboten, zumal der ehemalige Bolzplatz jetzt zwar ein toller Kunstrasenplatz, aber abgeschlossen und somit nicht frei zugänglich ist“, klagte Sabine Tögel.

Beatrix Schneider schlug vor, alle Veranstaltungen aller Gruppen in der Stadt in einer Übersicht ins Amtsblatt zu bringen, damit auch ältere Menschen Zugang dazu hätten, die die Homepage der Stadt nicht nutzen könnten. Eine Diskussionsteilnehmerin meinte: „Ich würde gerne durchaus einmal eine Stunde mit Senioren spazieren gehen. Hier wäre es hilfreich, wenn ich eine Anlaufstelle hätte.“


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