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Pressemitteilung vom 20.04.2022    

Ungebetene Besucher schaden der Tier- und Pflanzenwelt

Einst Truppenübungsplatz der Bundeswehr, ist das Gelände südlich von Montabaur heute das Zuhause für viele heimische Tier- und Pflanzenarten. Aktuell aber durchlebt die Natur dort einige unruhige Zeiten.

Bildquelle: VG Montabaur

Montabaur. "In den vergangenen Wochen kam es wiederholt zu verstärktem Freizeitverkehr auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes", sagt Aglaia Abel und berichtet unter anderem von ungebetenen Besuchern, die quer über das Gelände fahren, um unter anderem Grünabfälle abzuladen. "Dabei fahren die Autos auch über die Flächen, auf denen die Feldlerchen in den Wiesen nisten", so die für die Landespflege zuständige Mitarbeiterin der Verbandsgemeindeverwaltung.

Um das Gebiet diesbezüglich zu beruhigen und Schäden an der Tier- und Pflanzenwelt abzuwenden, hat man sich im Rathaus nun entschieden, den ehemaligen Truppenübungsplatz für private Fahrzeuge unzugänglich zu machen. Dafür werden die beiden bestehenden Schranken an der K168 (Richtung Niederelbert) und an der L326 (Richtung Holler) mit Schlössern versehen und abgeschlossen. "Eine weitere noch freie Zufahrt an der K168 werden wir entsprechend versperren, bis in einigen Wochen hier eine weitere Schranke errichtet und abgeschlossen wird", so Aglaia Abel.

Das Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes beim Segelflugplatz wurde Anfang 2021 von der Stadt Montabaur und den Ortsgemeinden Holler und Niederelbert gekauft. In ihren Versammlungen haben der Stadtrat und die Ortsgemeinderäte bereits die naturschutzfachliche Weiterentwicklung des Gebiets beschlossen. Durch die lange Nutzung als Truppenübungsplatz unterscheidet sich das Gebiet deutlich von der normalen, mit starkem Nutzungsdruck belasteten Landschaft. Der Boden ist magerer an Nährstoffen und gibt somit vielen wertvollen Pflanzenarten geeignete Bedingungen, die in anderen Gebieten selten geworden sind. Das Gebiet soll auch künftig naturverträglich und unter Berücksichtigung des Flugverkehrs für Spaziergänger erlebbar gemacht werden.

Auf der Anhöhe im Westen des Gebiets brütet außerdem eine besonders hohe Zahl an Feldlerchen. Als Bodenbrüter legt diese Vogelart ihre Nester im lückig wachsenden Grünland und auf Ackerflächen an. Die in der Roten Liste Rheinland-Pfalz 2014 als gefährdet eingestufte Feldlerche ist in der Kulturlandschaft aufgrund der Änderung und Intensivierung der Landnutzung stark unter Druck geraten. "Umso wichtiger ist es, einen so wertvollen Brutlebensraum wie den ehemaligen Truppenübungsplatz zu bewahren", betont die Fachfrau Aglaia Abel und appelliert gleichzeitig auch an Hundehalter, ihre Vierbeiner während der Brutzeit nicht über die offenen Wiesenflächen laufen zu lassen. "Sie schrecken sonst die Vögel von ihren Nestern auf."




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Auch das Entsorgen von Gartenabfällen sei problematisch. "Hierdurch können fremde Pflanzenarten einwandern, die das Gebiet nachhaltig verändern. Auch wird beim biologischen Abbau der Nährstoffhaushalt des Bodens geändert und daher die vorkommenden Pflanzenarten geschädigt", erklärt Abel und weist darauf hin, dass jeder einzelne durch ein umweltbewusstes Verhalten seinen Teil zum Schutz des Gebiets beitragen kann. (PM)


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