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Nachricht vom 04.04.2022    

Secker Sänger "HK Krüger" über Herausforderungen als Künstler in der Pandemie

Auf seiner Webseite sieht man Holger Krüger alias "HK Krüger" strahlend auf Events mit bekannteren Kollegen wie Roland Kaiser, Mary Roos und Roberto Blanco. Im Sommer sind für den Künstler endlich wieder Auftritte geplant. Der Künstler erzählt nun, vor welche Herausforderungen er auf Grund der Pandemie-bedingten Ausfälle gestellt wurde.

Sänger HK Krüger berichtet SWR-Moderatorin Mirja Raff über die Schattenseiten des Künstlerdaseins in Corona-Zeiten. (Fotos: privat)

Seck. Der 60-Jährige zählt zum Dunstkreis von Ex-"ZDF Hitparade"-Moderator Uwe Hübner, hat mit Paul Breuer denselben Promoter wie Helene Fischer, Beatrice Egli und Michelle. Für den Sommer freut sich "HK Krüger" mit seiner neuen Schlager-Single "Mon Coeur" (Mein Herz) schon auf Auftritte bei Fernsehshows wie "Immer wieder Sonntags" mit Stefan Mross. Vor Corona gab es für den in Obertiefenbach aufgewachsenen und heute im Westerwaldkreis in Seck lebenden Künstler pro Abend 9.000 Euro für seine "HK Jürgens" Udo-Jürgens-Show mit Band. Jetzt steht der Mann mit der markanten Schiebermütze und Glatze aber auf dem Hof von "Dornburg-Reisen" in Frickhofen, um für den Sender SWR zwei Drehtage lang ein Portrait über sein Leben in Corona-Zeiten zu drehen.

Von heute auf morgen stand sein Leben auf dem Kopf
Offen antwortet Krüger auf die Fragen von Moderatorin Mirja Raff. "HK Krüger" war gerade auf einer Bädertour an der Ostsee als Sänger unterwegs, als sich vor zwei Jahren langsam Corona ankündigte. Plötzlich wurden alle kommenden Live-Auftritte der Tour abgesagt, fehlten aufgrund der unsicheren Pandemielage neue Anfragen - und Holger Krügers Leben veränderte sich von heute auf morgen. Zum Glück hat der 60-Jährige einen Lkw- und einen Personenbeförderungsschein. Als Künstler hat er ihn die letzten Jahre öfter genutzt, um ältere Menschen kostenlos mit dem Bus zu Auftritten zu fahren, weil die ihm wichtig sind. Jetzt erzählt Holger Krüger dem SWR-Team über die Realität hinter dem Showbiz-Glanz, über die nicht viele Künstler gerne sprechen. Doch wer nicht zu den Superstars wie eine Helene Fischer, sondern zur zweiten oder dritten Reihe zählt, der muss in Corona-Zeiten seit zwei Jahren kämpfen, dass er über die Runden kommt.

Schulbus- und Lastwagenfahrer statt Live-Auftritte
Holger Krüger spricht offen darüber, wie er trotz fehlenden Künstlereinnahmen derzeit die Corona-Zeit überbrückt. Zirka einmal die Woche hilft er im Landkreis Limburg-Weilburg bei "Dornburg-Reisen" als Schulbusfahrer aus, auch wenn laute Schüler eigentlich gar nicht sein Ding sind. Holger Krüger fährt auch Gruppen zu Tagesausflügen, wenn es sich ergibt. Und er freut sich, wenn manche Gäste seiner Generation ihn erkennen und fragen, ob er nicht der "HK Krüger" sei, den sie schon bei Auftritten gesehen hätten.




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"Klar bin ich es", gibt er dann offen zu und wenn die Leute mögen, singt er ihnen dann auch einen Song über das Bordmikrofon vor, auch wenn das natürlich nicht so schön wie über eine hochwertige Bühnenanlage klingt. Kegelvereine oder Gesangvereine, die bei "HK Krüger" im Bus sitzen hat, mögen meist seine alten und neuen Schlager. Und somit sind die Busfahrgäste für ihn dann für einen Moment das schmerzlich vermisste Live-Publikum. Ein weiteres Standbein hat der Künstler momentan als Lastwagenfahrer. Für die "Hessenmühle" in Gemünden fährt er 40-Tonner, holt zirka einmal die Woche in Düsseldorf und Neuss Futtermittel beziehungsweise Pellets ab. "Das ist zurzeit mein Leben, solange die Pandemie läuft und es mit Konzerten schlecht aussieht", sagt er.

Ständig ändernde Vorschriften führen zu Ungewissheit
Viele Veranstalter hätten aufgrund der sich ständig ändernden Vorschriften keine Lust, Events zu planen. Und auch Discoauftritte gebe es aktuell nicht. "Ich liebe von ganzem Herzen meine Musik, aber ich muss auch weiterleben können und jetzt sehen, dass ich bis zum Ende der Pandemie anders Geld verdiene", berichtet Krüger. Der Sänger versichert: "Ich vermisse meine Auftritte und meine Fans. Ich würde als Künstler niemals ganz aufgeben". Sogar im Osten gibt es "HK-Krüger"-Fan-Clubs, die ihn normalerweise in Fan-Shirts zu Auftritten in der ganzen Republik begleiten. "Ich hatte Zeiten, wo ich als Künstler richtig fett Geld verdient habe", sagt der 60-Jährige. Aber er sei im Nachhinein froh, dass er seine Buslizenz trotzdem immer aufgefrischt und dadurch nicht verloren habe.

Holger Krüger kommt durch Nebenverdienste derzeit gut über die Runden, aber er sorgt sich auch um seine Mitarbeiter. "Jedes Konzert würde meinen Musikern 500 Euro pro Person bringen, den Chorsängern 300", verrät er. "HK Krüger" freut sich zwar, dass derzeit einige seiner Songs regelmäßig im Radio laufen, doch seit ihm Corona die Ostsee-Tour frühzeitig stoppte, gab es bis heute für ihn keine einzige weitere Udo-Jürgens-Show mehr.

"Langsam kommen für 2022 zum Glück wieder die ersten Anfragen rein", sieht er aber endlich einen Hoffnungsschimmer am Horizont. (PM)


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