Werbung

Nachricht vom 16.03.2022    

Astbruch im Stadtwald - Wer zahlt den entstandenen Schaden?

Der Fall des Monats: Haftet die Gemeinde, wenn ein auf einem Parkplatz im Stadtwald abgestellter Wagen durch einen abbrechenden Ast beschädigt wird? Diese Frage hatte das Landgericht Koblenz zu entscheiden.

Symbolfoto

Der Sachverhalt
Koblenz.
Am 21. Juni 2019 parkte der Kläger sein Auto auf dem Parkplatz eines Kletterwaldes im Stadtwald der beklagten Stadt D. Von einem Baum brach ein etwa vier Meter langer Ast ab und beschädigte den Wagen. Zuletzt hatte die Beklagte Anfang Januar 2019 eine Baumkontrolle im Bereich des Parkplatzes durchgeführt.

Der Kläger meinte, die Beklagte sei als Eigentümerin des Waldes für die Sicherung des Parkplatzes verantwortlich. Die Kontrolle im Januar sei nicht ausreichend gewesen, jedenfalls hätte vor Öffnung des Kletterwaldes Anfang April 2019 eine weitere Kontrolle durchgeführt werden müssen. Der Kläger behauptete, ihm sei ein Schaden von 7.792,38 Euro entstanden.

Die Beklagte vertrat die Auffassung, nach dem Landeswaldgesetz Rheinland-Pfalz sei die Pflicht zur Verkehrssicherung auf die staatliche Forstverwaltung übertragen worden, so dass sie als Gemeinde nicht verantwortlich sei. Außerdem könne im Bereich eines Waldparkplatzes eine mehr als halbjährliche Kontrolle nicht erwartet werden. Wenn dabei ein versteckter abgestorbener Ast übersehen werde, sei das ein Restrisiko, mit dem man leben müsse.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

SPS-Programmierer / Automatisierungstechniker (m/w/d)

Maschinenbau Böhmer GmbH
57520 Steinebach/Sieg

Examinierte Pflegekraft / Schulbegleitung

DRK-Kinderklinik Siegen gGmbH
57584 Scheuerfeld

Sozialarbeiter/-in (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Wissen

Gruppenleitung Wohnstätte (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Gruppenleitung (m/w/d) in der Landschaftspflege

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Die Entscheidung
Das Gericht hat die beklagte Stadt verurteilt, an den Kläger einen Betrag von 7.420,03 Euro zu bezahlen. Auf diesen Betrag summiere sich der dem Kläger tatsächlich entstandene Schaden.

Nach einer Vernehmung des Försters als Zeugen und Anhörung eines Sachverständigen gelangte das Gericht zu der Überzeugung, dass bei ordnungsgemäßer Durchführung von Baumkontrollen im Bereich des Parkplatzes die Gefahr eines Astbruches zu erkennen gewesen wäre.

Die Stadt, so das Gericht weiter, treffe als Eigentümerin des Waldes die Verkehrssicherungspflicht für den Parkplatz. Nach dem neuen Landeswaldgesetz des Landes Rheinland-Pfalz habe – anders als es etwa in Hessen der Fall sei – die Gemeinde als Waldbesitzer und nicht etwa das Land für den Revierdienst und damit die Sicherheit zu sorgen. Dem Land sei lediglich die forstfachliche Leitung des Gemeindewaldes übertragen, was an der Zuständigkeit der beklagten Stadt für die Verkehrssicherung nichts ändere.
Urteil vom 15.02.2022, Az. 1 O 72/20 (nicht rechtskräftig)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Erste Fahrradstraße des Westerwaldkreises eröffnet

Ausbau des Vorzeigeprojekts in Höhr-Grenzhausen kostet weniger als veranschlagt. Ausbau wurde mit Geldern ...

Unbekannter Strandbuggy verursacht Sachschaden in Rennerod

Am Samstagnachmittag (30. Mai 2026) kam es in Rennerod zu einem Vorfall mit einem unbekannten Fahrzeugführer. ...

Brand eines Schuppens in Bannberscheid schnell unter Kontrolle

Am frühen Abend des 9. Juni wurde die Feuerwehr zu einem Brand in Bannberscheid gerufen. In der Hauptstraße ...

Endspurt für den Druidensteig - Jetzt abstimmen für Deutschlands schönsten Wanderweg 2026

Der Druidensteig im Westerwald steht kurz davor, als Deutschlands schönster Wanderweg 2026 ausgezeichnet ...

Tödlicher Irrtum bei GSG-9-Übung – Bundespolizist aus dem Westerwald gestorben

Ein Bundespolizist und Mitglied der Spezialeinheit GSG 9 aus dem Westerwald ist bei einem Schießtraining ...

Rock am Ring: Rekord-Festival mit Linkin Park und bereits 48.000 verkauften Tickets für 2027

Rock am Ring hat seine 41. Ausgabe mit 90.000 Fans am Nürburgring gefeiert. Zwischen wechselhaftem Wetter, ...

Weitere Artikel


Auftakt der Gackenbacher Orgelkonzerte mit Maurice Clerc

Der bekannte französische Organist spielt am 20. März in der Kirche St. Bartholomäus. Der bereits in ...

Einrichtungsbezogene Impfpflicht: Caritas fürchtet keinen Personalengpass im Westerwald

Mit Eintreten der bundesweiten einrichtungsbezogenen Impfpflicht äußerten zahlreiche Einrichtungen Bedenken ...

Über 45.000 Euro Spenden wurden an einem Tag zielgerichtet weitergeleitet

Die aktuelle humanitäre Hilfe des Vereins Wäller Helfen ist beispiellos in der Region. Mehr als 45.000 ...

Lauschvisite mit iSaAc Espinoza Hidrobo im Historica-Gewölbe Montabaur

Die Konzertreihe Lauschvisite startet am Sonntag, den 27. März, in ihre fünfte Saison und bietet wie ...

Corona: Inzidenzen im Kreis sinken leicht, im Land geht es jedoch weiter rauf

Eine kleine Atempause für die Inzidenz im Westerwaldkreis. Während man Montag noch den höchsten Wert ...

Steinebach an der Wied: Besucherlenkungsmaßnahmen am Hofmannsweiher

Nachdem die Ablage von Schnittmaterial am östlichen Dammabschnitt des Hofmannsweihers in den letzten ...

Werbung