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Nachricht vom 13.03.2022    

Buchtipp: „Trügerischer Schatten“ von Eva Klingler

Von Helmi Tischler-Venter

Der titelgebende Schatten befindet sich in einem Bild, das sich Maren Mainhardt sehr intensiv betrachtet, weil es neben ihrem Krankenlager hängt. Nach dem tragischen Unfalltod ihres Lebensgefährten hat die trauernde Genealogin Zuflucht gefunden bei ihrer traditionsbewussten Freundin Felicitas Mänzer in Karlsruhe.

Buchtitel

Dierdorf/Karlsruhe. Dort hängt ein echtes Gemälde von Abraham Teniers, dem Bruder des berühmten Niederländers David Teniers, der im 17. Jahrhundert Genrebilder malte. „Der Antrag und ein Mahl auf dem Lande“ lautet der Titel des überladenen Landidylls. Felicitas hatte das Bild von ihrer Tante Diana geschenkt bekommen, als diese nach Amerika auswanderte, mit der Maßgabe, das Bild zu behalten, denn es gehöre in die Familie Mänzer.

In diesem echten vierhundert Jahre alten Bild entdeckt Maren einen Anachronismus: Ein dunkler, griesgrämiger Mann, der gerade dabei ist, einen Fensterladen zu schließen, trägt am Handgelenk den Abdruck einer Armbanduhr, obwohl diese Erfindung erst viel später getätigt wurde.

In ihrem Beruf als Ahnenforscherin hatte Maren viel gesehen und erlebt und eine Leidenschaft fürs Detektivspielen entwickelt, die sie häufig in Gefahr brachte. Auch in dem Fall „Blaublut“.

Maren hatte sich vorgenommen, sich nicht mehr in die Angelegenheiten anderer Leute einzumischen, aber sie kann weder wegschauen, noch vergessen. Sie will dem Geheimnis auf die Spur kommen, wer den Schatten des Uhrenbands in das wertvolle Bild malte. Sie gelangt zu der Überzeugung, dass jemand mit dem Uhrenschatten ein Zeichen setzen wollte. Um den Urheber zu finden, wühlen die beiden Frauen tief in Erinnerungen und Dokumenten. Sie treffen Menschen, die Felicitas Vorfahren kannten, Kunstexperten und -sammler. Der Verdacht, dass etwas nicht stimmt, erhärtet sich. Doch alle Spuren enden in Sackgassen.



Trotzdem hält die versierte Autorin die Spannung hoch, indem sie ihre Kapitel mit prophetischen Sätzen wie „Ich sollte erfahren, wie man sich täuschen konnte.“ oder „Wieder irrte ich.“ beendet und unerwartete Wendungen einbaut. Recherchen in Paris und New York sowie Klatsch und Tratsch in Verbindung mit einem guten Gedächtnis helfen der hartnäckigen Ermittlerin weiter. Sie deckt letztlich alte Verbrechen auf, die alle miteinander verbunden sind.

Im Prolog wird eine Frau ermordet und ein Selbstmörder wird an der Durchführung seines Suizids gehindert. Die Zusammenhänge versteht der Leser erst, nachdem er den ganzen Roman gelesen hat.

Der spannende Baden-Krimi ist erschienen im Lauinger Verlag, ISBN 978-3-7650-8815-5 und als E-Book: ISBN 978-3-7650-2145-9. (htv)


Mehr dazu:   Buchtipps  

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