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Nachricht vom 17.03.2011    

Umweltschützer fordern Erhaltung des Naubergs

Der Basaltabbau am Nauberg steht im Mittelpunkt einer Gemeinschaftsveranstaltung von BUND, NABU und Bürgerinitiative (BI) “Erhaltet den Nauberg” am Samstag, 19. März, um 13 Uhr im Gemeindezentrum von Norken. Harry Neumann, stellvertretender BUND-Kreisvorsitzender, zeigt dort seinen Multivisionsvortrag mit dem Titel „Mut zur Wildnis“. Außerdem gibt es Kurzvorträge von Naturschutzexperten zu den Themen Naherholungsgebiet und Landschaftsbild, Verkehr und Lärmbelästigung, Natur-, Artenschutz und Artenvielfalt sowie Wasser, Grundwasser und Klimaveränderung. Daneben wird eine Waldbegehung (Wald-Demo) angeboten.

Die Landschaft am Nauberg gilt es nach Auffassung von Umweltschutzverbänden und Bürgerinitiative vor weiterem Basaltabbau zu schützen. (Foto: BUND)

Norken. Bei der Informationsveranstaltung wird Roger Best (NABU), Leiter Naturschutzzentrum Westerwald, den Nauberg als “einzigartiges Naturwaldreservat auf Basalt” vorstellen. Über “Natur und Artenschutz – Wald und Artenvielfalt” spricht Dipl. Biologin und Naturschutzreferentin Sabine Yacoub, BUND Rheinland-Pfalz. Naturschutzfachliche Anmerkungen über die Auswirkungen des geplanten Basaltabbaus für die Umwelt gibt Dipl.-Ing. (FH) Thomas Brötz, Büro für Umweltplanung Brötz, Sinzig.

Vorgesehen ist auch ein Statement der Grünen-Bundestagsabgeordneten Ulrike Höfken unter dem Motto „Erhaltet den Nauberg“.

Das Waldgebiet am Nauberg hat nach Auffassung der Umweltschützer landes- und bundesweite Bedeutung beispielsweise für alle Spechtarten und besonders die einzigartige Totholzkäferpopulation, die durch einen weiteren Basaltabbau zerstört würde und nach Auffassung der Naturschutzverbände nicht ausgeglichen werden kann.

Der sehr strukturreiche Laubwaldbestand ist nach Darstellung von BUND, NABU und BI wichtige Lebensstätte für streng geschützte Tierarten wie Grauspecht, Schwarzspecht, Klein- und Mittelspecht sowie für Fledermäuse, Amphibien, Reptilien und Insekten. Die zahlreichen Quellbereiche sowie das liegende Totholz mit Wurzeltellern bieten demnach auch für die Wildkatze geeignete Lebensstätten. Als weitere “einzigartige und bedeutende Kennzeichen” werden Quellbäche, Sickerquellen, Höhlungen, 59 nachgewiesene Baumhöhlen, Steinbrüche, klüftige Halden, Strumwurfflächen sowie die „relative Störungsarmut“ genannt.

Die Umweltorganisationen befürchten, dass eine Ausweitung des Basaltabbaus das Landschaftsbild und das Naherholungsgebiet grundlegend beeinträchtigen und sogar zerstören würde. Im geplanten Abbaugebiet sei auf einer Fläche von über 24 Hektar keine Naherholung mehr möglich. Der Erholungswert der Menschen mit den einhergehenden dauerhaften Lärmemmissionen werde - auch durch das geplante zwei Kilometer lange Förderband - erheblich beeinträchtigt. Die landschaftlich prägenden Hänge des Nauberges würden aufgerissen. Dadurch verbliebe eine auf Jahrzehnte sichtbare „Wunde in der Landschaft“.

Kritisiert wird, dass die bisherigen Untersuchungen “in keiner Weise den einschlägigen Methodenstandards und dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand entsprechen”. Die gesamte Untersuchung der Feldermäuse wurde demnach nur an vier Tagen durchgeführt anstatt für zumindest einer ganzen Vegetationsperiode. “Es wurden nur 18 von 45 infrage kommenden Bäumen untersucht, Daten zur Sommerbelegung der Baumhöhlen fehlen vollständig”, bemängeln die Umweltschützer.

Außerdem greife der Basaltabbau erheblich in den Grundwasserspiegel eines wertvollen Wasserschutzgebietes ein. Der Pegel würde demnach um bis zu 46 Meter abgesenkt, was zu einer deutlich veränderten Vegetation und zu einer starken Trockenheit der umliegenden Vegetation führen würde. Weitere Folgen seien das Aussterben oder Verdrängen beispielsweise von Feuersalamander und Quellschnecke.

Die Pläne der Basalt AG, so befürchten die Umweltorganisationen, hätten auch gravierende Auswirkungen auf die benachbarten FFH- und Natura 2000-Gebiete im Bereich Nistertal/Kroppacher Schweiz sowie die Feuchtgebiete und Heiden des Hohen Westerwaldes. Eine entsprechende Verträglichkeitsprüfung habe es nicht gegeben.

Die Veranstalter haben alle Landtagsabgeordneten und Landtagskandidaten aus der Region eingeladen und um Stellungnahme gebeten. Während der Veranstaltung sollen die Stellungnahmen bekanntgegeben werden.


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