Werbung

Nachricht vom 02.12.2021    

Woche der Menschen mit Behinderung - Trotz Handicap einen guten Job machen

Der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und der Jobcenter Westerwald und Rhein-Lahn wirbt bei den Betrieben für die Einstellung schwerbehinderter Menschen, die auch Potenzial für Betriebe mit Fachkräftebedarf haben, und informiert über gesetzliche Regelungen und Fördermöglichkeiten.

Symbolfoto

Westerwaldkreis. „Wie komme ich an qualifiziertes Personal?“ Diese Frage stellen sich viele Betriebe, und für manchen könnte sie sogar zur Existenzfrage zu werden. Während die Wirtschaft sich seit Jahresbeginn von den Folgen der Pandemie erholt und der demografische Wandel sich beschleunigt, wächst der Branchen übergreifende Fachkräftemangel. Umso wichtiger wird es, vorhandene Potenziale zu nutzen. Damit eröffnen sich auch Perspektiven für Männer und Frauen mit Handicaps.

Auf sie lenkt die Agentur für Arbeit Montabaur den Blick anlässlich der bundesweiten Woche der Menschen mit Behinderung, die jedes Jahr Anfang Dezember im Kalender steht. „Ein Beeinträchtigung muss kein Hindernis sein, einen guten Job zu machen“, betont Dieter Knopp, in der Agentur für Arbeit Montabaur als Geschäftsführer operativ verantwortlich für den Bereich Rehabilitation. Mit moderner Technik und entsprechender Organisation lassen sich passende Arbeitsplätze einrichten – sei es für die Rollstuhlfahrerin, den Gehörlosen, die Blinde, den Autisten oder den Diabetiker.

Schwerbehinderte haben ein kaum erhöhtes Risiko, den Job zu verlieren. Wenn dies allerdings geschieht, bleiben sie deutlich länger arbeitslos als Personen ohne Beeinträchtigung. Außerdem sind unter den Arbeitslosen mit Handicap überdurchschnittlich viele Ältere (über 50 Jahre). Das erklärt sich vor allem dadurch, dass im Laufe des Lebens die Wahrscheinlichkeit steigt, chronisch zu erkranken oder nur noch eingeschränkt arbeitsfähig zu sein.

Um die Beschäftigungschancen zu erhöhen, sind Unternehmen mit mindestens 20 Arbeitsplätzen gesetzlich verpflichtet, mindestens 5 Prozent dieser Stellen mit Behinderten zu besetzen. Die neueste Statistik nach dem so genannten Anzeigeverfahren datiert wegen der Meldefristen aus dem März 2019. Demnach gab es im Agenturbezirk Montabaur 640 Betriebe, die die „Fünf-Prozent-Klausel“ erfüllen mussten, davon 454 im Westerwald. Von insgesamt 2.259 Pflichtarbeitsplätzen im Westerwaldkreis blieben 900 unbesetzt. Der Sollwert wurde deutlich unterschritten. Insgesamt lag die Beschäftigungsquote Schwerbehinderter im Westerwald bei 3,1 Prozent. Öffentliche Arbeitgeber erreichen dabei eine deutlich höhere Quote als private Unternehmen.



Behinderte Menschen stoßen immer noch auf Vorurteile; oft sind es aber auch Unkenntnis und Berührungsängste: Man weiß einfach nicht, wie man sich ihnen gegenüber verhalten soll. Damit dieses Bewusstsein sich ändert, geht die Bundesagentur für Arbeit mit gutem Beispiel voran. In der Zentrale in Nürnberg gibt es bereits seit 2018 eine Koordinierungsstelle Inklusion. Jetzt werden bundesweit sämtliche Führungskräfte und Beschäftigten in Workshops für dieses wichtige Thema sensibilisiert: Welche Klischees herrschen? Wo und wie geschieht (unbewusst) Ausgrenzung? Wie lassen sich Hürden aus dem Weg räumen und Teilhabe ermöglichen?

„Bis zu einer inklusiven Gesellschaft ist es noch ein weiter Weg“, sagt Dieter Knopp. „Aber jeder Schritt lohnt sich, wenn dadurch immer mehr behinderte Menschen eigenständig ihren Lebensunterhalt verdienen, immer mehr Betriebe die Beschäftigten finden, die sie brauchen und menschliche Vielfalt immer selbstverständlicher wird.“ (PM)


Lokales: Montabaur & Umgebung

Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Montabaur auf Facebook werden!


Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus der Region


Westerwälder Rezepte - Zitronenkuchen mit Zitronencreme

Dierdorf. Zutaten für eine Kastenform:
Für den Teig:
200 Gramm Butter
abgeriebene Schale von einer unbehandelten Zitrone
250 ...

Digital-Botschafter gesucht in VGen Bad Marienberg, Hachenburg, Rennerod und Westerburg

Region. Für ein selbstbestimmtes Leben im Alter ist die Teilhabe an der digitalen Welt von großer Bedeutung. Das Projekt ...

Familienführungen im Wildpark Bad Marienberg

Bad Marienberg. Die geführten Erlebnistouren mit Ranger Ralf Scherm durch den Wildpark Bad Marienberg sind bei kleinen und ...

Bürgermeisterwahl Selters: Kandidat Oliver Götsch setzt auf Familie

Hausbesuch bei Bürgermeisterkandidat Oliver Götsch: Wie tickt der parteilose Kandidat politisch und privat? Auf der großen ...

In Rennerod ist Ende September wieder Blutspende-Termin

Rennerod. Am 27. September gibt es wieder einen Termin zur Blutspende in Rennerod. Bitte zur Spende unbedingt den Personalausweis ...

Tolle Wanderungen und eine E-Bike-Tour im September in der VG Rennerod

Rennerod. Los geht das Freizeitprogramm am 11. September mit einer zehn Kilometer langen Wanderung mit Eseln, Schafen und ...

Weitere Artikel


Schüler der IGS Selters: "Lasst uns in diesem Jahr alles geben!"

Selters. Und tatsächlich: Mit großer Hingabe halfen sie am diesjährigen “Tag der Arbeit“ zum Beispiel im Haushalt, erledigten ...

Personalwechsel bei der Polizeiinspektion Montabaur

Montabaur. Der 45-jährige Frank Breitzke ist in Montabaur kein Unbekannter, er war viele Jahre im Wechselschichtdienst der ...

Studio up2move: Gleich mehrere Titel bei den Deutschen Hip-Hop-Meisterschaften

Höhr-Grenzhausen. Ende Oktober tanzten sie sich einmal mehr in die Herzen der Jury bei der Deutschen Meisterschaft für Solos ...

Neues Bürgertelefon für Montabaurer Höhe

Montabaur. Viele Bürger bewegt die Zukunft des Waldes auf der Montabaurer Höhe. Daraus ergeben sich viele Fragen. Um die ...

Ransbach-Baumbach: Jakob Milles mit Ehrennadel des Landes ausgezeichnet

Ransbach-Baumbach. Das war eine erfreuliche Nachricht für Jakob Milles aus Ransbach-Baumbach. Dem 66-jährigen Ehrenamtler ...

Corona: Diese 20 Punkte haben die Kanzlerin und die Regierungschefs beschlossen

Berlin/Region. Die Lage sei sehr ernst. Das Bundespresseamt beginnt mit eindringlichen Worten die Zusammenfassung der heute ...

Werbung