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Pressemitteilung vom 29.11.2021    

Dekanat ehrt Ehrenamtliche in nachdenklichem Gottesdienst

In Hachenburg wurden in einem Ehrungsgottesdient langjährige Helfer für ihren Lektoren- und Prädikantendienst ausgezeichnet. Pandemiebedingt war es statt einer großen Feierlichkeit eher ein nachdenklicher Abend im kleinen Kreis.

Pfarrer Benjamin Schiwietz (links) gibt Wolfgang Kraemer und Armin Pfau (rechts) Gottes Segen mit auf den Weg. (Foto: Evangelisches Dekanat Westerwald)

Hachenburg. Eigentlich sollte es ein großer Festgottesdienst werden, mit dem das Dekanat Westerwald sieben Lektoren und Prädikanten für ihren jahrelangen Dienst ehrt. Aber auch in dieser Adventszeit ist vieles anders und wegen der Pandemie war es in der Evangelischen Kirche Altstadt ein eher nachdenklicher Abend im kleinen Kreis. Stellvertretend für die fünf anderen Jubilare ehrte Prodekan Benjamin Schiwietz zwei Menschen für ihren Dienst in der Kirche: Wolfgang Krämer aus Luckenbach, seit zehn Jahren Prädikant im Dekanat, und Armin Pfau aus Oberroßbach für seine 25-jährige Tätigkeit als Lektor.

Uwe Benner aus Wied, Veronika Franck (Nauort), Cornelia Hein-Klein (Dernbach), Kriemhild Hellmann (Mogendorf) und Renate Ströder aus Siershahn konnten an diesem Abend leider nicht anwesend sein und erhalten ihre Urkunden per Post. Sie alle sind seit zehn Jahren Prädikanten – und das verdient hohe Anerkennung, findet Pfarrer Benjamin Schiwietz. Besonders in Zeiten wie diesen: “Es ist in allen Bereichen schwierig. Vor allem macht uns natürlich Corona zu schaffen. Darüber hinaus sind in den Kirchen des Dekanats viele Stellen unbesetzt. Und doch raffen sich immer wieder Menschen auf, um ehrenamtliche Dienste zu übernehmen. Gott bringt sie dazu, nicht für sich selbst zu leben, sondern für andere da zu sein.“ Prädikanten, sagt er, helfen dort aus, wo es an Pfarrern mangelt. “Sie sind ein Zeichen, wie die belastende Situation in den Gemeinden zumindest gelindert werden kann.



Einer der Geehrten, Armin Pfau, leitete an diesem Abend selbst durch Teile des Gottesdienstes. Eine Aufgabe, die er als Lektor (und seit einigen Jahren auch als Prädikant) seit einem Vierteljahrhundert übernimmt. Er selbst nennt diesen Dienst, anderen das Evangelium weiterzugeben, sein “Herz und seine Leidenschaft“. Eine Leidenschaft, in die der Oberroßbacher viel Zeit investiert: “Wenn ich als Prädikant in einem Gottesdienst predige, fließen schon mal bis zu zehn Stunden in die Vorbereitung“, erzählt er. Wohlgemerkt: in seiner Freizeit. “Aber gerade bei den Predigten fühle ich mich wohl und authentisch. Das ist meins.“

Im Detail: der Lektoren- und Prädikantendienst
Volljährige, konfirmierte Evangelische Christen können sich für den Dienst als Lektor oder Prädikant ausbilden lassen. Das Wort Lektor kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Vorleser. Allerdings wird die Übersetzung der Aufgabe nicht gerecht. Denn ein Lektor liest nicht nur, sondern ist am Ende der Ausbildung in der Lage, einen kompletten, selbst gestalteten Gottesdienst mit der Gemeinde zu feiern. Prädikanten haben ähnliche Aufgaben, dürfen zudem aber eigene Predigten verfassen und taufen. Die kostenfreie Ausbildung zum Lektorendienst dauert 60 Schulstunden, der nächste Schritt – die Ausbildung zum Prädikanten – weitere 70 Schulstunden. (PM)


Mehr zum Thema:    Kirche & Religion   
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