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Pressemitteilung vom 19.10.2021    

Uhus ade: Jungtiere lernen, frei in der Natur zu leben

Der erste Nachwuchs der seit einem Jahr im Stöffel-Park lebenden Uhus Grete und Hans wird aktuell im Saarland ausgewildert. Die drei Jungtiere Tick, Trick und Track erwartet dort ein Leben in freier Wildbahn.

Kurzer Check, bevor es auf die Reise ins Saarland geht. (Foto: Tatjana Steindorf)

Enspel. Die Uhus Grete und Hannes leben jetzt seit einem Jahr im Stöffel-Park und haben im Frühjahr bereits drei Junge bekommen. Dank der guten Pflege, insbesondere durch Carmen Engel (gelernte Tierpflegerin) und mit Unterstützung durch die Falknerin Susanne Kersten (Schulleiterin der Stöffelmaus-Schule), ist die Uhufamilie gut durch die kräftezehrende Zeit der Aufzucht gekommen. Aus den kleinen Federknäulen wurden ruckzuck große Tiere, die von ihren Eltern fast nicht mehr zu unterscheiden waren. Und jetzt war es nötig, Abschied von Tick, Trick und Track zu nehmen.

Im Gehege tummeln sich fünf Uhus, lateinisch Bubo Bubo. Es sind die größten Vertreter der heimischen Eulen. Mit leuchtend orangefarbenen Augen beobachten sie die Besucher, die in ihr Revier eindringen. Vorneweg der Zoologe Roman Wüst, der Hannes und Grete vor Jahren im Saarland aufzog, um sie Kindern öko-pädagogisch nahezubringen, und die beiden Veterinäre Dr. Christine Schunke von der Kreisverwaltung und Michael Grossmann (Langenhahn).

Mit einem Netz fängt Wüst nach und nach die Tiere ein. Vom Beschützerinstinkt der Alttiere ist nichts mehr zu erkennen. „In den ersten Monaten verteidigen die Uhu-Eltern ihre Kinder vehement“, erklärt Roman Wüst. Doch ab Herbst werden die Jungen selbstständig.

Der Zoologe lässt die Tierärzte, die selten einen Uhu in Händen haben, die Brustmuskulatur abtasten, was über den Zustand des Tieres einiges aussagt, und fachsimpelt angeregt mit ihnen. Die Junguhus wurden nicht in der Küken-Phase im Nest beringt, um unnötigen Stress und eine Störung der Jungenaufzucht zu vermeiden. Deshalb bekommen sie nun einen Transponder (Chip) eingesetzt. Damit sind sie aber nicht „verfolgbar“, sondern das Lesegerät muss nahe über ihre Körper geführt werden, um die individuelle Nummer auszulesen.



Mit vereinten Kräften werden die Jungen gechippt und „eingepackt“. Sophie Held, welche gerade ein freiwilliges ökologisches Jahr absolviert, und Praktikant Johannes Horrix helfen tatkräftig mit – und natürlich Carmen Engel. Ein bisschen traurig sei sie über den Abschied, aber da es sich um wilde Tiere und keine Kuscheltiere handelt, die Nähe suchen oder anhänglich sind, helfe ihr der Verstand darüber hinweg, sagt sie. Und welche Mutter möchte nicht, dass ihre Jungen flügge werden?

„Sie werden jetzt ausgewildert“, erklärte Zoologe Roman Wüst. Im Saarland gibt es noch Habitate, die belegt werden können. Insgesamt sehen die Uhu-Bestände deutschlandweit gut aus. Es ist schon länger her, dass Uhus als bedroht galten. Die Jungtiere nun einfach fliegen zu lassen, das würde sie wahrscheinlich umbringen. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) verfügt über eine Außenvoliere, die genutzt werden soll. Die drei Uhus erwartet wenig Kontakt mit Menschen, dafür mit Wind und Wetter, der natürlichen Umgebung und der Möglichkeit, ein natürliches Beutetier selbst schlagen zu können. Nach einigen Wochen wird die Tür geöffnet. Das Gehege bleibt zur Sicherheit eine Weile als Zufluchtsort und Nahrungsquelle bestehen. Dann suchen sich die Junguhus ein eigenes Revier. (PM)


Mehr zum Thema:    Naturschutz   
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