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Nachricht vom 27.09.2021    

Freudentag für die First Responder Bad Marienberg

Von Wolfgang Rabsch

Die „First Responder“ Bad Marienberg, Mitglied im Fachbereich der „RescueGroup Westerwald e.V“, hatten gleich zweimal einen triftigen Grund zum Feiern: Die neue Geschäftsstelle in Neunkhausen konnte eingeweiht werden, ebenso erfolgte die Einweihung des neuen Einsatzfahrzeuges.

Dankesurkunde für Stefanie Gerner, die mit der Rescue Group Westerwald an der Ahr nach der Flutkatastrophe half. (Alle Fotos: Wolfgang Rabsch)

Neunkhausen. Zu einem kleinen Festakt hatten die Retter der „First Responder“ Bad Marienberg nach Neunkhausen an die neue Geschäftsstelle eingeladen. Der Wettergott sandte als Gruß von oben strahlend blauen Himmel und Sonne pur, die den Festplatz in gleißenden Sonnenschein tauchte, passend zum Anlass.

Viele Gratulanten waren in Neunkhausen anwesend
An der Schar der erschienenen Gäste war bezeichnend abzulesen, welchen Stellenwert die „First Responder“ in der Verbandsgemeinde (VG) Bad Marienberg haben: An dieser Stelle ist es nicht möglich, alle Ehrengäste zu nennen, darum werden stellvertretend für die übrigen Gäste Stadtbürgermeisterin Sabine Willwacher, VG-Bürgermeister Andreas Heidrich, und Ortsbürgermeister Rudi Neufurth als Vertreter der Kommunen genannt. Von den Feuerwehren war der Wehrleiter der VG Bad Marienberg, Frank Schiffmann erschienen, ebenso Abordnungen verschiedener Wehren aus der VG, sowie Vertreter des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), des Technischen Hilfswerks (THW), und der Johanniter-Unfallhilfe vor Ort, um die Glückwünsche zu überbringen. Anwesend waren auch Geschäftsführer von verschiedenen Firmen, die finanzielle Unterstützung bei der Einrichtung des Einsatzfahrzeuges geleistet hatten. Eine besondere Erwähnung verdient die Else-Schütz-Stiftung, die durch den Geschäftsführer an dem Festakt teilnahm.

Ansprachen der Ehrengäste
Fabian Peter, der erste Vorsitzende der „RescueGroup Westerwald. e.V.“, schilderte nach seiner Begrüßung, die Entwicklung der „First Responder“, verschwieg aber nicht, dass immer noch versucht wird, ihnen Steine in den Weg zu legen. Die Anwesenheit der kommunalen Spitzen zeigte eindeutig auf, dass vonseiten der Stadt und VG Bad Marienberg volle Unterstützung erfolgte, auch die Ortsgemeinde Neunkhausen stellte sich voll und ganz hinter die „First Responder“. Wie es halt überall der Fall ist, wenn etwas Neues entsteht, kamen von einigen viele Querschüsse, die die Gründung der „First Responder“ verhindern wollten, weil sie als Konkurrenz im Rettungsdienst angesehen wurden. Um zu den Einsatzorten zu gelangen, sollte untersagt werden, dass die Einsatzfahrzeuge Blaulicht und Martinshorn einsetzen konnten. Fabian Peter sprach sogar von einem „Feindbild“, das gezeichnet wurde.

Doch davon ließen sich die Gründer nicht abhalten, weiter an ihre Ziele zu glauben und zu arbeiten. Ihr Mut und ihre Ausdauer wurden belohnt, denn es geht nur darum, möglichst schnell an einem Ort zu sein, um dort zu helfen. Im Ahrtal waren gleich nach der Katastrophe sechs Einsatzfahrzeuge und neun Mitglieder der „RescueGroup“ unentgeltlich und ehrenamtlich für sechs Wochen im Einsatz. Der Vorsitzende hob die große Unterstützung der Kommunen hervor, die teils unbürokratisch geholfen hätten, zudem sei die grandiose Hilfe durch einheimische Firmen nicht selbstverständlich. Die Else-Schütz-Stiftung aus Montabaur hob Peter auf ein besonders Schild, denn diese Stiftung kann man nicht „anbetteln“, sie kommt von selbst, wenn nach den Regeln der Stiftung ein Vorhaben unterstützenswert erscheint.



Wie gefragt, und segensreich die „First Responder“ sind, erläuterte Steven Lindlein, der Leiter der Gruppe. Bis Ende August sind die „First Responder“ rund 480 Mal zu Einsätzen angefordert worden, so haben sie zum Beispiel einmal sogar Geburtshilfe geleistet (Mutter und Baby sind übrigens wohlauf). Steven Lindlein dankte auch den Familien, wie Ehefrauen und Kindern, die bei plötzlichen Einsätzen rund um die Uhr auf ihren Mann und Vater verzichten müssen. Andreas Heidrich überbrachte die Glückwünsche der VG Bad Marienberg und sicherte den Rettern weiterhin die volle Unterstützung der VG zu. Sabine Willwacher hatte nach ihren Glückwünschen namens der Stadt Bad Marienberg noch eine Überraschung zur Hand: Allen Mitgliedern, die beim Einsatz im Ahrtal tätig waren, erhielten eine besondere Dankesurkunde der Stadt Bad Marienberg ausgehändigt. Es folgten noch Grußworte der beteiligten Firmen, des Wehrleiters und der Else-Schütz-Stiftung durch Dr. Johann Christian Meier.

Kirchlicher Segen für die neue Geschäftsstelle und das neue Einsatzfahrzeug
Zu guter Letzt nahmen die beiden Pfarrer Winfried Roth (kath. Kirche) und Oliver Salzmann (ev. Kirche) in einer schlichten, ökumenisch gehaltenen Zeremonie die Einsegnung der Geschäftsstelle und des Einsatzfahrzeuges vor. Nachdem der offizielle Teil beendet war, konnten sich die Gäste endlich an einem hervorragenden Kuchenbüfett laben, und langsam zum gemütlichen Teil übergehen.

Einige Fakten zur Innenausstattung des Einsatzfahrzeuges VW T 5
Der ärztliche Leiter Dr. med. Tobias Grübl erklärte, dass unter anderem ein mobiles Ultraschall-Gerät von GE der Marke VScan, welches nicht einmal in Notarztfahrzeugen des Rettungsdienstes vorhanden ist, sich an Bord befindet, sowie ein Intensivbeatmungsgerät von Löwenstein Medical der Hamilton T1, welches ohne Sauerstoff Zufuhr und 9 Stunden ohne Strom autark arbeiten kann - somit perfekt zum Beispiel bei Stromausfällen geeignet ist.
(Wolfgang Rabsch)


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