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Nachricht vom 24.09.2021    

„Weißer Ring“ - Außenstelle Westerwald stellt sich vor

Von Wolfgang Rabsch

Herzlichen Glückwunsch an den „Weißen Ring“, der vor genau 45 Jahren am 24. September 1976 aus der Taufe gehoben wurde und seitdem sich segensreich für die Hilfe von Kriminalitätsopfern einsetzt.

Monatliches Treffen der Ehrenamtlichen. Fotos: Wolfgang Rabsch

Was ist der „Weiße Ring“?
Region.
Der Verein wurde am 24. September 1976 in Deutschland unter anderem von dem Fernsehjournalisten Eduard Zimmermann (XY ungelöst) in Mainz gegründet, der Sitz der Bundesgeschäftsstelle befindet sich auch in Mainz. Der Verein hat in Deutschland etwa 3.000 ehrenamtliche Helfer und rund 45.000 Mitglieder.

Wie arbeiten die Außenstellen der Organisation?

Einmal im Monat treffen sich die Ehrenamtlichen der Außenstelle Westerwald vom „Weißen Ring“, um bei einem Mitarbeitertreffen neue Fälle zu besprechen, Möglichkeiten zur Opferhilfe auszuloten, aber auch, um sich zu motivieren und den Zusammenhalt zu stärken.

Wie hilft der „Weiße Ring“ vor Ort?
Hilfe durch persönliche Betreuung und menschlichen Beistand nach einer Straftat, Begleitung zu Terminen bei Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht oder sonstigen Behörden, allgemeine Hilfestellung im Umgang mit Behörden, Vermittlung von Hilfen anderer Stellen, Geldzuwendungen in Form eines Hilfeschecks für eine anwaltliche Erstberatung, eine psycho-traumatologische Erstberatung oder einen rechtsmedizinischen Untersuchungsscheck, finanzielle Unterstützung zur Überbrückung tatbedingter Notlagen. Die Hilfeleistungen sind kostenfrei und anonym.

Körperverletzung, Mobbing, Vergewaltigung, häusliche Gewalt oder Mord (Betreuung Angehöriger): Jeder Fall liegt anders und wiegt unterschiedlich schwer. Welche Unterstützung Betroffene benötigen, hängt zudem in großem Maß von persönlichen Umständen ab. Deshalb gibt es kein festes Schema zur Hilfe, sondern viele verschiedene Möglichkeiten und Ideen. Natürlich stehen auch versierte Fachleute, beispielsweise Anwälte und Psychologen, zur Verfügung, wenn deren Rat erforderlich wird. Offene Ohren und Zuwendung stehen am Anfang und im Mittelpunkt der Hilfe. Auf dieser Basis wird gemeinsam herausgefunden, welche Unterstützung erforderlich ist und was helfen kann, langfristig mit den Tatfolgen zu leben – egal ob diese seelischer, materieller, oder gesundheitlicher Natur sind.

In jeder Außenstelle teilen sich die Mitarbeiter folgende Aufgaben: Die professionelle Betreuung von Opfern: Persönlichen Beistand leisten, zuhören, beraten und die Betroffenen unter anderem zu Ämtern und Gerichtsterminen begleiten, auch Präventionsarbeit: Aufklären über Gewalttaten und Vorgehensweisen beispielsweise zu Knockout-Tropfen, in Form von Vorträgen an Schulen, Planen von Aktionen und Kooperationen. In den Außenstellen können sich Hilfesuchende an einen Berater am Opfer-Telefon wenden, oder im Internet mit der Onlineberatung Kontakt aufnehmen.



Schweigepflicht und Anonymität haben oberste Priorität
Dirk Schindowski, der Leiter der Außenstelle, berichtete: „Die Opfer müssen und können sich absolut auf Diskretion verlassen, da wir auch der Verschwiegenheit unterliegen. Häufig scheuen Opfer den Weg zu uns, weil sie sich schämen oder Angst vor Tätern und der Öffentlichkeit haben. Darum steht die Schweigepflicht auch bei uns an oberster Stelle, die Hilfesuchenden können sich hundertprozentig auf die Einhaltung verlassen.“

Dirk Schindowski hat einen Herzenswunsch: „Unsere Mitarbeiter sind mit unglaublichem Engagement für die Sache tätig. Einige sind selbst Opfer entsprechender Straftaten geworden und können so aus eigener Erfahrung bewerten, wie Opfer sich fühlen und dabei noch häufig bloßgestellt werden. Demzufolge werden alle Fälle mit großer Sensibilität behandelt, zu keiner Zeit wird Druck auf einen Menschen ausgeübt, der bei uns um Hilfe bittet. Bei derart vielen Opferanfragen auf einmal stoßen unsere Mitarbeiter auch oft an ihre eigenen Grenzen, was die ihnen zu Verfügung stehende Zeit betrifft. Darum müssen wir versuchen, noch weitere Mitarbeiter für unsere Sache zu gewinnen, damit die Aufgaben auf mehr Schultern verteilt werden können.“

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im „Weißen Ring“ gesucht
„Jeder, der sich bei uns betätigen möchte, ist herzlich willkommen, sollte mindestens 18 Jahre alt sein und ein sauberes Führungszeugnis vorlegen können. Eine entsprechende gründliche Einarbeitung ist selbstverständlich, alle erforderlichen Schulungen und Seminare sind kostenfrei. Gerne können auch Studenten bei uns vorstellig werden, die sich vorbereitend für das spätere Berufsleben, egal ob im juristischen, sozialen oder psychologischen Bereich, einiges an praxisnaher Lebenserfahrung aneignen wollen“, so Schindowskis Bitte.

Eine unerwartete Überraschung erlebte Rosemarie Pfeil, die von Dirk Schindowski für fünfjährige Tätigkeit im „Weißen Ring“ mit einem Blumenstrauß und einer Urkunde geehrt wurde. Interessenten für diese anspruchsvolle ehrenamtliche Tätigkeit wenden sich bitte an Dirk Schindowski Außenstelle Westerwald (Telefon 0151-14197247), oder per Mail an: westerwaldkreis@mail.weisser-ring.de, Dieter Lichtenthaeler Außenstelle Altenkirchen (Telefon 0151-55164828), oder per Mail an: altenkirchen@mail.weisser-ring.de, Andreas Knape Außenstelle Neuwied/Rhein (Telefon 0151-55164704), oder per Mail an: neuwied@mail.weisser-ring.de.
(Wolfgang Rabsch)



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