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Nachricht vom 15.09.2021    

Nentershausen: Freiherr-vom-Stein Realschule plus als Digitale Schule ausgezeichnet

Laut einer Fachjury unter der Schirmherrschaft der Beauftragten der Bundesregierung für Digitalisierung gehört die Freiherr-vom-Stein Realschule plus in Nentershausen zu den 18 modernsten Schulen in Sachen Digitalisierung in Rheinland-Pfalz. Die digitale Entwicklung dieser Schule ist wirklich gewaltig.

Die Freiherr-vom Stein-Realschule plus in Nentershausen wurde als Digitale Schule ausgezeichnet. Darüber freuen sich (vorne v.r.) Schulleiter Stephan Szasz und die Digital-Koordinatorin Gloria Otthoff sowie Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich, die Fachbereichsleiterin Schulverwaltung Helene Rörig und der EDV-Koordinator Heiko Hickmann von der VG Montabaur. (Fotoquelle: VG Montabaur)

Nentershausen. „Digitales Lernen muss man leben“, so die Überzeugung von Schulleiter Stephan Szasz von der Freiherr-vom Stein Realschule plus in Nentershausen, die gerade als Digitale Schule ausgezeichnet wurde. Es reicht nicht, ein paar Tablets, Whiteboards und eine eigene Homepage zu haben, vielmehr muss die ganze Schulgemeinschaft hinter dem integrierten Konzept von digitalem Lernen und Arbeiten stehen. Und die technische Ausstattung muss stimmen.
Genau dieser Ansatz und die konkrete Umsetzung überzeugten die Jury des Wettbewerbs „Digitale Schule“, der von der „Nationalen Initiative MINT – Zukunft schaffen“ in Zusammenarbeit mit dem rheinland-pfälzischen Bildungsministerium ausgelobt wurde und unter der Schirmherrschaft von Dorothea Bär steht, die die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung ist.

Landesweit wurden 18 Schulen ausgezeichnet, eine davon ist die Freiherr, wie die Kinder und Jugendlichen ihre Schule gerne nennen. Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich von der Verbandsgemeinde Montabaur gratulierte seitens des Schulträgers zu dem beachtlichen Erfolg.

Digitales Klassenbuch
Den ersten Schritt auf dem Weg zur digitalen Schule hat die Schulleitung vor gut drei Jahren mit der Einführung des digitalen Klassenbuchs gewagt. „Wir haben damals alle Lehrerinnen und Lehrer mit Tablets ausgerüstet, damit alle vom Start weg mit dem Tool arbeiten können und nicht unterschiedliche private Geräte genutzt werden müssen. Über das digitale Klassenbuch kommunizieren wir mit den Familien, informieren über Stundenpläne, den Vertretungsunterricht, Klassenbucheinträge, Termine, Hausaufgaben, Noten und allgemeine Schulangelegenheiten. Das ist inzwischen Alltag“, erzählt Stefan Szasz.

Innerhalb der Schule wurde ein gemeinsamer digitaler Kalender eingeführt und eine Daten-Cloud installiert, auf der alle Lehrkräfte, Schulleitung und Verwaltung ihre Dokumente ablegen. Inzwischen wird die Schul-Cloud auch von den Schülern genutzt, alle haben einen persönlichen Zugang und einen eigenen Bereich innerhalb der großen Datenbank. Die Cloud ist mit der Lernplattform Google Classroom verknüpft und somit das zentrale Element der digitalen Schule, denn sie dient dem Austausch von Dokumenten jeder Art. Man kann für jede Arbeitsgruppe einen Bereich anlegen, es gibt eine Bibliothek, ein Archiv, eine Pinnwand und für jeden Nutzer den persönlichen Bereich – kurz: eine digitale Schulwelt, die nach außen datenschutzkonform abgeschottet ist.

„Wir alle, Kinder, Jugendliche, Lehrkräfte, Schulleitung und Verwaltung können mit unserem persönlichen Nutzerkonto mit jedem Endgerät, zu jeder Zeit und an jedem beliebigen Ort auf die Cloud zugreifen und parallel an Dokumenten arbeiten“, erklärt Szasz. Die Schüler lernen dabei, sich eigene digitale Strukturen zu geben, digital Ordnung zu halten, mit anderen digital zusammen zu arbeiten und die richtigen Programme für ihre Aktionen auszuwählen. „So bereiten wir sie auf das Berufsleben vor, denn genau so funktionieren Netzwerke in Firmen und digitales Arbeiten im Beruf“, so der Schulleiter. „Dieser digitale Austausch findet inzwischen auch wie selbstverständlich via Video-Gesamtkonferenzen nebst Online-Besprechungsräumen statt und hat somit auch die Kommunikation auf Arbeitsgruppen-Ebenen optimiert.“ An Elternsprechtagen nehmen Eltern und Kinder von zu Hause aus teil.

Verknüpfung von analog und digital
Im täglichen Unterricht an der Freiherr geht es nicht darum, möglichst viel mit dem Tablet, Notebook oder Smartphone zu arbeiten. Vielmehr achten die Lehrkräfte darauf, analoge und digitale Lernformen sinnvoll miteinander zu verknüpfen. So lernen und üben die Schüler beispielsweise das Schreiben von Hand und mit der Tastatur gleichermaßen. Schulbücher liegen teils digital, teils in gedruckter Form vor. Viele Lerninhalte bieten sich aber für das digitale Lernen geradezu an: Mit einer einfachen Virtual-reality-Brille und dem eigenen Smartphone können die Schüler beispielweise unter der Anleitung der Lehrkraft einen virtuellen Rundgang durch das Colosseum in Rom machen. Ein Tablet zaubert im Biologieunterricht das Hologramm eines menschlichen Skeletts oder im Geschichtsunterricht Zeitzeugen in den Klassenraum. Es werden also virtuelle Objekte in die Lernumgebung gesetzt, die man dann drehen, vergrößern, verkleinern oder virtuell betreten kann (so genannte Augmented Reality).



„Solche Möglichkeiten sind ein Schatz in der Wissensvermittlung, weil so die Inhalte ganz anders erlebbar werden und sich besser einprägen“, freut sich Szasz, der stets auf der Suche ist nach derlei Angeboten im Netz. Neben diesen digitalen Gruppenerlebnissen werden aber auch einfache Dinge wie das Ausfüllen von Arbeitsblättern, Vokabeltests, Kursaufgaben oder Hausaufgaben auf den Tablets und Notebooks erledigt. Die Lehrer können jederzeit das Tafelbild des Whiteboards oder vom eigenen Endgerät auf die Bildschirme der Schüler spiegeln. „Genau diese Möglichkeiten, einschließlich dem digitalen Klassenbuch, haben es uns in Zeiten des Corona-Lockdowns ermöglicht, nahtlos vom Unterricht in der Schule auf den Fernunterricht oder Hybrid-Modelle umzuschalten und unseren Unterricht in die Haushalte zu streamen“, berichtet Szasz nicht ohne Stolz.

Neben der richtigen Software und dem pädagogischen Konzept spielt natürlich auch die technische Ausstattung der Schule eine wichtige Rolle. „Auch hier sind wir inzwischen gut aufgestellt. Unser Schulträger, die Verbandsgemeinde Montabaur, unterstützt uns dabei tatkräftig. Ein herzliches Dankeschön dafür“, so Szasz an Bürgermeister Richter-Hopprich gewandt, der nach Nentershausen gefahren war, um persönlich zur Auszeichnung Digitale Schule zu gratulieren.

Verbandsgemeinde und Schule arbeiten Hand in Hand
Neben den Geräten für die Lehrkräfte verfügt die Schule über rund 120 Endgeräte, die die Schüler im Unterricht nutzen können, wenn sie nicht ohnehin ihr eigenes Tablet oder Notebook mitbringen. Die Geräte wurden größtenteils aus Mitteln des bundesweiten Digitalpakts Schule und aus dem Corona-Sofortprogramm des Landes finanziert; Szasz verwendet aber auch Finanzmittel der Schule und Spenden für Neuanschaffungen. Er setzt dabei auf einen Mix verschiedener Systeme: „Wir probieren einfach vieles aus und arbeiten mit dem weiter, was am besten funktioniert.“ Bei der VG-Verwaltung gibt es ein eigenes EDV-Team, das sich ausschließlich um die Ausstattung der Schulen kümmert. Dabei geht es nicht nur um Endgeräte für die Nutzer sondern auch um die Netzwerke innerhalb der Schule – mit und ohne Kabel, denn man kann nur dort digital arbeiten, wo auch Daten ankommen. „Darüber hinaus soll die Freiherr-vom-Stein-Schule einen Glasfaser-Hausanschluss bekommen. Ich habe im Rahmen der Vorvermarktung bereits die Verträge mit Glasfaser Montabaur und Vodafone unterschrieben“, berichtet der Bürgermeister.

Das Schul-EDV-Team der Verwaltung unter der Leitung von Heiko Hickmann arbeitet eng mit der Digital-Koordinatorin der Schule Gloria Otthoff zusammen. Sie ist zugleich Leiterin der schulinternen Digital-Task-Force, die sich nicht nur um den Betrieb und die Fortentwicklung der bestehenden Systeme kümmert, sondern auch Schüler und Lehrkräfte bei der Anwendung unterstützt. Außerdem hat die Schule einen externen Dienstleister, der die Systeme administriert. „Auch diese Organisation der verschiedenen Fachkräfte hat Punkte bei der Auszeichnung gebracht“, so Szasz. Wichtig sei außerdem die regelmäßige Schulung der Lehrkräfte, damit auch wirklich alle beim digitalen Arbeiten mitmachen können. „Das Schöne bei uns ist, dass die ganze Schulgemeinschaft mitzieht. Ich bin sicher, dass dieser Spirit die Jury von Digitale Schule überzeugt hat“, stellt Stephan Szasz abschließend fest. (PM)


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