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Nachricht vom 15.09.2021    

Erdgasversorgung umgestellt: Weitere Orte mit H-Gas versorgt

Orte in den Verbandsgemeinden Wallmerod, Montabaur, Westerburg und Rennerod sind auf die neue Gasqualität umgestellt worden. Bislang lief mit der Umstellung auf H-Gas laut Netzbetreiber alles glatt. Für den Fall etwaiger Schwierigkeiten ist ein Erdgasbüro telefonsch länger als üblich erreichbar.

Kontrollmessung: Holger Bux von der enm prüft anhand des Methangehalts, ob das H-Gas bereits durch die Leitung strömt. (Foto: Marcelo Peerenboom/evm)

Westerwaldkreis. Seit mehreren Jahren laufen die Vorbereitungen für die notwendige Erdgasumstellung im Netzgebiet der Energienetze Mittelrhein (enm). Jetzt habe sich laut Netzbetreiber gezeigt, dass sich die akribische Vorbereitung gelohnt hat: Im dritten Teilbereich des Netzgebiets Westerwald konnte erfolgreich die physische Umstellung vorgenommen werden. Konkret betrifft dies Orte in den Verbandsgemeinden Montabaur, Wallmerod, Westerburg und Rennerod. Um das neue Gas einspeisen zu können, musste zuerst das Erdgasnetz in diesen Ortschaften vom restlichen Netz getrennt werden. Hierfür wurde ein Schieber westlich von Bannberscheid geschlossen. Dann strömte das H-Gas von dem Einspeisepunkt in Montabaur in das Verteilnetz der enm.

Was sich so einfach anhört, ist in Wahrheit ein komplexer Vorgang, der gewissenhafte Vorbereitungsarbeiten voraussetzt. Dazu musste das Team um Projektleiter Andreas Weiland das in weiten Teilen verbundene Erdgasverteilnetz der enm viele Jahre im Vorfeld genau analysieren, Umstellbereiche bilden und dabei immer berücksichtigen, dass die Gasversorgung zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt werden darf. Auch musste er prüfen, wie das Netz in einzelne Abschnitte getrennt werden kann. Die Umstellung im Netz der enm verläuft über die kommenden drei Jahre in 17 Teilnetzgebieten, da die rund 200.000 Gasgeräte nicht auf einmal an die neue Gasqualität angepasst werden können und Teilnetz für Teilnetz angepasst werden muss.

Nötig wird die Umstellung auf H-Gas, da die Niederlande die L-Gas-Förderung schrittweise reduziert und zukünftig H-Gas vor allem aus Norwegen und Russland durch die Erdgasnetze der Region geleitet wird.

Umstellung bislang reibungslos
Schon an den ersten beiden Schalttagen im Mai und Juli im Netzbereich Westerwald hatte es keine nennenswerten Schwierigkeiten gegeben. Und auch jetzt in den Verbandsgemeinden Montabaur, Wallmerod, Westerburg und Rennerod lief alles glatt. Bis sich das neue Gas dann tatsächlich bis in die letzte Sackgasse des Netzgebietes verteilt hatte, vergingen einige Stunden. Je nach aktuellem Gasverbrauch in den Haushalten und Firmen dauert es, bis das letzte L-Gas in den Leitungen verbraucht ist und das H-Gas an seine Stelle tritt.




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Anpassungen der Gasgeräte
Mit der Einspeisung von H-Gas ist es allerdings nicht getan. Mindestens genauso wichtig wie die Netzumschaltung ist die Anpassung der einzelnen gasbetriebenen Geräte in den Haushalten und Unternehmen. Um zu ermitteln, wie das jeweilige Gerät an die andere Gasqualität anzupassen ist, waren bereits 2019 Monteure im Gebiet unterwegs und schauten sich jedes einzelne Gerät an. Auf Basis der erhobenen Daten konnte die enm notwendige Ersatzteile beschaffen. In der Regel handelt es sich dabei um andere Düsen mit einem geringeren Durchmesser. Bei Firmen mit speziellen Gasgeräten für industrielle Anwendungen und Fertigungsprozesse fand eine detaillierte Planung statt, um mögliche Produktionsausfälle zu vermeiden.
Insgesamt befinden sich im dritten Schaltbezirk rund 18.300 Endgeräte. „Bei der Erhebung dieser Geräte gab es glücklicherweise nur einen sehr kleinen Teil, der nicht anpassbar war. Der Anteil liegt unter einem Prozent“, so Andreas Weiland. Die meisten Haushalte bekommen nach der erfolgten Netzschaltung auf H-Gas erneut Besuch von einem Monteur, der die neuen Düsen einbaut oder die Einstellungen am Gerät entsprechend anpasst. Diese Arbeiten finden in den nächsten Wochen statt. Betroffen sind rund 12.800 Geräte. Die restlichen 5.500 Geräte konnten aufgrund ihrer Bauart schon einige Tagen und Wochen vor der Schaltung angepasst werden.

Erdgasbüro länger erreichbar
Falls ein Gasgerät im Zuge der Erdgasumstellung einen Fehler meldet, können sich Bürger, die von dem Schalttermin betroffen waren, an das Erdgasbüro der enm wenden. Das Büro ist unter 0261 2999-60100 erreichbar – derzeit bis 20 Uhr, sowie an den Wochenenden bis 18 Uhr. (PM)


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