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Nachricht vom 01.09.2021    

Kandidaten zur Bundestagswahl: Dr. Tanja Machalet (SPD)

Am 26. September kommt es drauf an: Die Bundestagswahl dürfte in diesem Jahr sehr spannend werden. Um noch einmal die Kandidaten für den Westerwaldkreis zu durchleuchten haben die Kuriere allen Kandidaten die gleichen Fragen geschickt. Hier sind die Antworten von Dr. Tanja Machalet (SPD).

Dr. Tanja Machalet ist Kandidatin der SPD (Fotoquelle: Dr. Tanja Machalet)

Westerwaldkreis. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidaten zur Bundestagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wieder, sondern ausschließlich die des Kandidaten.
Hier sind die Antworten von Dr. Tanja Machalet (SPD):

Wofür haben Sie sich bisher politische engagiert – und wieso?

Seit ich politisch aktiv bin, kämpfe ich vor allem für gute Arbeit, faire Löhne und mehr soziale Gerechtigkeit. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Gesellschaft nur zusammenhalten, wenn jede und jeder das Gefühl hat, mit Respekt behandelt zu werden und seine und ihre Leistung für dieses und in diesem Land auch gewürdigt wird. Nur so bleibt auch unsere Wirtschaft auf Dauer stark und leistungsfähig. Seit vielen Jahren setze ich mich darüber hinaus auch für eine gute medizinische Versorgung - unabhängig vom Einkommen und vom Wohnort - ein. Es kann nicht sein, dass Privatversicherte bevorzugt behandelt werden. Wir brauchen ein Gesundheitssystem, in dem alle gleichermaßen gut versorgt werden. Dies gelingt mit unserem Konzept der Bürgerversicherung. Ein Herzensanliegen war und ist mir die Verbesserung der Lebensumstände von Alleinerziehenden, die es oft besonders schwer haben, zum Beispiel einen Arbeitsplatz oder eine Wohnung zu bekommen. Daher habe ich vor einigen Jahren die „Initiative für Alleinerziehende" ins Leben gerufen.

Was muss sich in Deutschland dringend verändern?
Wir brauchen vor allem eine neue Kultur des Miteinanders. Die großen Herausforderungen unserer Zeit wie der Klimaschutz, die Bewältigung der Corona-Krise und ihrer Folgen, aber auch die Transformation in der Wirtschaft und der Arbeitswelt, lassen sich nur bewältigen, wenn wir die Fähigkeit haben, Kompromisse zu schließen und diese auch gemeinsam zu tragen.

Was wollen Sie konkret im Wahlkreis verändern? Wie wollen Sie vorgehen?
Es gibt viele Dinge, die mir die Menschen in der Region in den letzten Wochen und Monaten mit auf den Weg gegeben haben. Alle zu nennen, würde hier den Rahmen sprengen, daher beschränke ich mich auf drei Punkte.

Ich setze mich weiterhin für eine gute medizinische Versorgung in unserer Region ein. Dazu müssen wir unsere kleinen ländlichen Krankenhäuser so finanzieren, dass sie die Grundversorgung auch leisten können. Und wir müssen die Rollenverteilung zwischen ambulantem und stationärem Bereich neu ordnen. Diese Grenze muss endlich zum Wohl der Patientinnen und Patienten überwunden werden.

In vielen Gesprächen in den Pflegeeinrichtungen in der Region wurde mir die besondere Situation von pflegebedürftigen Menschen unter 60 Jahren geschildert. Für sie gibt es kaum Angebote, die ihren besonderen Anforderungen entsprechen. "Junge Pflege" braucht entsprechend geschultes Personal sowie Tagesstrukturen und Angebote, die auf diese jüngeren, vom Leben schwer gezeichneten Menschen und ihre Bedürfnisse ausgerichtet sind. Dafür will ich mich einsetzen.

Auch in unserer ländlichen Region muss es Allen möglich sein, schnell, zuverlässig und klimafreundlich von A nach B gelangen zu können. Mobilität muss zudem nachhaltig, bezahlbar und barrierefrei sein. Gerade bei uns ist das Auto für viele Menschen sehr wichtig. Mit einem massiven Ausbau des ÖPNV und des Radwegenetzes können wir durch Bereitstellung klimafreundlicher Fortbewegungsmöglichkeiten aber auch hier die Verkehrswende voranbringen. Gerade der ÖPNV gewinnt durch Modelle wie das 365-Euro-Ticket oder einen ticketfreien Nahverkehr an Attraktivität.

Bei allem Wandel in der Mobilität dürfen wir den Ausbau wichtiger und notwendiger Verkehrsadern nicht vergessen. In Gesprächen mit verschiedenen Vertreter*innen aus der Wirtschat wurde mir noch einmal die Dringlichkeit des weiteren Ausbaus der B255 und anderer Verkehrsadern wie der B54 oder der B414/B413 dargelegt Da ist in den letzten Jahren unter Verkehrsminister Scheuer zu wenig passiert. Das treibt mich an.
Ich werde mich hier zunächst in den (möglichen) Koalitionsverhandlungen und danach in den zuständigen Gremien in Berlin dafür stark machen.



Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidat antreten:
Als zweites von vier Kindern aus einem Arbeiterhaushalt hat mich das Thema
Gerechtigkeit und gleiche Chancen schon früh beschäftigt. Und für mich war immer
klar: Das erreichen wir nur gemeinsam und dafür steht nur die SPD. Deshalb bin ich
1991 - nachdem Rudolf Scharping die Wahl in Rheinland-Pfalz gewonnen hatte - mit 17 Jahren in die SPD eingetreten und wenig später auch in die Gewerkschaft.

Worüber können Sie lachen?

Oft genug über mich selbst, wenn mir ein blöder Fehler passiert ist. Oder über Anekdoten aus meiner Kindheit, die mir meine Eltern häufig genug erzählen...

Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?

Wütend macht mich, wenn Menschen zu mir kommen, die ohnehin schon schwer gebeutelt sind, und es dann von Ämtern und Behörden unglaublich schwer gemacht bekommen, die ihnen zustehenden Leistungen zu bekommen.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?

Aktuell? Am 27. September: „SPD gewinnt die Wahl. Olaf Scholz wird Bundeskanzler."

Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Bis vor ein paar Wochen hätte ich nie gedacht, dass die SPD mit Olaf Scholz tatsächlich stärkste Kraft werden kann.

Deshalb sollten die Wähler mir Ihre Stimme geben (In einem Satz):

Wir dürfen nicht vergessen, was uns als Gesellschaft nicht nur während der Corona-Pandemie stark macht: Zusammenhalt, Solidarität, Respekt - und genau dafür stehe ich und genau dafür kämpfe ich.

Dr. Tanja Machalet im Profil:
____________________________
Allgemeine Angaben:
Name: Dr. Tanja Machalet
Wohnort: Meudt-Dahlen
Geburtsdatum: 1. Mai 1974
Familienstand: verheiratet
Beruflicher Lebenslauf/ Ausbildung:
1993 Abitur am Mons-Tabor-Gymnasium in Montabaur
1993-1995 Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Landesbank Hessen-Thüringen in Frankfurt
1995-1996 Landesbank Hessen-Thüringen S.A. in Luxemburg
1996-Januar 2002 Studium der Volkswirtschaftslehre in Frankfurt und Trier, Schwerpunkt Arbeitsmarktpolitik
2002-2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Trier, Promotion 2007 zum Thema "Bildungsabschlüsse am internationalen Arbeitsmarkt"
2006-2011: Referentin in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz in Mainz; Abteilung Regierungsplanung und Ressortkoordination
Bis 18.05.2011 Landtagsabgeordnete im Landtag Rheinland-Pfalz

Politischer Werdegang:
1991 Eintritt in die SPD, Juso-Kreisvorsitzende, stellv. Juso-Landesvorsitzende
1999 – 2003 Stellvertretende Juso Bundesvorsitzende
seit 2006 Stellvertretende SPD Kreisvorsitzende
seit 2002 SPD Regionalvorstand
2009 - 2019, seit Mai 2021 SPD Fraktionsvorsitzende im Kreistag
seit 2017 Mitglied im SPD-Landesvorstand

Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten:
Vorsitzende des DRK Ortsverein Meudt e.V.
Mitgliedschaft in der Gewerkschaft ver.di
Mitglied „Frauen gegen Gewalt" e.V.
Mitglied im Hospizverein Westerwald
Mitglied der AWO Wirges
Mitglied im Verein der Ehemaligen, Freunde und Förderer (VEFF) des Landesmusikgymnasiums RLP in Montabaur
Ehemalige Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung
Mitglied im Förderverein des Keramikmuseums Westerwald

Hobbys:
Kochen, Laufen/ Spazieren, Serien schauen

3 Lieblingsorte im Wahlkreis:
Meine Terrasse mit dem wunderbaren Blick über den Westerwald bis in den Taunus, das Familienferiendorf in Hübingen mit dem herrlichen Ausblick aus dem Speisesaal über das Buchfinkenland, die Alte Schmiede im Stöffelpark als Industriedenkmal

Vorbilder:
Mein Vater, Marie Juchacz (Gründerin der Arbeiterwohlfahrt und erste Rednerin im Reichstag), Malu Dreyer


Mehr zum Thema:    Bundestagswahl 2021    SPD   
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