Werbung

Nachricht vom 22.08.2021    

Montabaur naturnah: Grünfläche soll zur artenreichen Wildblumenwiese werden

Die Stadt Montabaur will die regionale Biodiversität stärken und einen aktiven Beitrag leisten, das Artensterben zu bremsen. Deutlich wird dies unter anderem bei der Wiese entlang der Fröschpfortstraße, die künftig naturnah gepflegt wird.

Landwirt Jesco Engel war diese Woche mit seinem Traktor erstmals im Einsatz, um die Wiese entlang der Montabaurer Fröschpfortstraße zu mähen. (Foto: VG Montabaur)

Montabaur. Die Wiese wurde jetzt zum ersten Mal mit einem Kreiselmähwerk gemäht, statt wie üblich das Pflanzenmaterial zu mulchen und liegenzulassen. Das Abräumen des sogenannten Mahdgutes ist für die nächsten Tage geplant. Ziel ist die Entwicklung einer artenreichen Wildblumenwiese, wie sie für unsere Region typisch ist.

Die rund ein Hektar große Wiese an der Fröschpfortstraße wurde bisher einmal im Jahr gemulcht. Das Pflanzenmaterial verblieb dann zur Verrottung auf der Fläche. „Die Problematik an der kostengünstigeren Mulchmahd liegt darin, dass unter der Mulchauflage vermehrt nur wenige konkurrenzstarke Kräuter und vor allem ausdauernde Gräser gefördert werden. Auch häufen sich durch den Verbleib des Pflanzenmaterials auf der Fläche die Nährstoffe im Boden“, erklärt Aglaia Abel, die für die Landespflege zuständige Mitarbeiterin der Verbandsgemeindeverwaltung.

Gerade im innerstädtischen Bereich wird aber eine Menge Nährstoffe durch die Luft zusätzlich eingetragen. Im Ergebnis hat sich durch die bisherige Mulchpflege der Wiesenfuchsschwanz stark ausgebreitet. Dabei handelt es sich um ein konkurrenzstarkes, auf nährstoffreiche Böden angepasstes Wildgras, welches eine eher artenarme Pflanzengesellschaft ausbildet.

„Heimische Wildblumenarten wie Margerite, Wiesenknopf und Glockenblume sind nur noch in geringer Anzahl vorhanden. Ein Großteil unserer heimischen Insektenwelt, gerade aus den Gruppen der Wildbienen und Schmetterlingen, würde aber von einem größeren Vorkommen heimischer Wildblumenarten profitieren“, so Aglaia Abel.



Um Flora und Fauna zu stärken, wird die Flächenpflege an der Fröschpfortstraße nun geändert. Mit Landwirt Jesco Engel hat man einen Partner gefunden, der die notwendigen Arbeiten ausführt. Ab 2022 ist jährlich eine zweimalig stattfindende Mahd mit Abräumen des Mahdgutes geplant. Ab nächstem Jahr soll auch der stark hängige Bereich, der nicht mit dem Traktor bearbeitet werden kann, in die Pflege miteinbezogen werden.

Bis sich eine Wiese mit hohem Anteil von Wildblumen etabliert, wird es einige Jahre dauern. Von der Ansaat einer Blumenmischung rät Aglaia Abel für die Wiese an der Fröschpfortstraße aber ab: „Die Zielarten sind ja bereits vorhanden, wenn auch nur in geringer Anzahl. Wesentlich ist, langfristig für passende Verhältnisse zu sorgen, damit diese sich wieder ausbreiten können.“

Auch die Bürger und Besucher der Stadt Montabaur können übrigens ihren Beitrag zur Entwicklung einer artenreichen Wildblumenwiese an der Fröschpfortstraße leisten. Und zwar, indem sie das Gelände möglichst frei von Müll und Hundekot halten. „Das aktuelle Mahdgut muss aufgrund des Vorkommens einiger Problemarten wie dem Jakobs-Kreuzkraut sowie aufgrund der Verunreinigung durch Müll und Hundekot auf der Deponie entsorgt werden“, berichtet Abel. Künftig hofft man jedoch, das Mahdgut durch die angepasste Bewirtschaftung anderweitig verwenden zu können. (PM)


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Montabaur auf Facebook werden!


Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus der Region


Konzert in stimmungsvoll beleuchteter Westerburger Schlosskirche

Westerburg. "Hoffen können – auch in tiefster Nacht": Der Titel des Konzertes des Ensembles Beziehungsweise hatte in diesem ...

Straßensperrung zwischen Ransbach-Baumbach und Wittgert

Ransbach-Baumbach. Am Samstag, dem 11. Dezember, ist die Kreisstraße 127 (K 127) zwischen Ransbach-Baumbach und Wittgert ...

Geklärte Verkehrsunfallflucht: Festnahme des per Haftbefehl gesuchten Verursachers

Eitelborn. Am Donnerstag, dem 2. Dezember, gegen 21.44 Uhr, ereignete sich im Heideweg in Eitelborn ein Verkehrsunfall, in ...

Vollsperrung der L 305 bei Selters nach Verkehrsunfall

Selters. Am Dienstag, 7. Dezember, gegen 3.30 Uhr, ereignete sich auf der L 305 bei Selters ein Verkehrsunfall, in dessen ...

Baum fällt in Freileitung: Stromausfall in Unnau, Neunkhausen, Norken und Nistertal

Unnau. Am Dienstag, dem 7. Dezember, kam es um 5.40 Uhr zu einem Stromausfall in Unnau, Neunkhausen, Norken und Nistertal. ...

Kolpingsfamilie ehrte langjährige Mitglieder

Hellenhahn-Schellenberg. In der Begrüßung ging Gemeindereferentin i.R. Eva-Maria Henn auf das Wirken von Adolf Kolping ein. ...

Weitere Artikel


Impulse digital: "Die Schule geht los – können wir die Pandemie vergessen?"

Montabaur. CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel beschreibt in der Ankündigungspressemitteilung den inhaltlichen ...

Buchtipp: „Heldenmahl. Das offizielle D&D-Kochbuch“ von Newman, Peterson & Witwer

Dierdorf/Braunschweig. „Dungeons & Dragons ist kein gewöhnliches Spiel und dies ist kein gewöhnliches Kochbuch. - eine ...

SG Ellingen: Verdienter Punktgewinn in Wirges

Wirges/Straßenhaus. In einer ausgeglichenen Partie erarbeitete sich Wirges die klareren Torchancen und hatte auch etwas mehr ...

Westerwald-Kinder haben die Geheimnisse der Bäume erkundet

Höhr-Grenzhausen. Was werden wohl die Tausendfüßler und Regenwürmer gedacht haben, als hundert kleine Finger sie unterm Laub ...

„Die Damenkapelle on the rock´s“ bittet zum Punkrock auf Altenkirchener Glockenspitze

Altenkirchen. Die aus acht leidenschaftlichen Musikerinnen bestehende Pocket Big Band „Die Damenkapelle on the rock´s“ aus ...

Vielseitige Jungscharfreizeit der evangelischen Gemeinde Helmeroth in Dreifelden

Dreifelden. Rampenlicht, Jubel und das Kribbeln von Adrenalin. Doch was ist, wenn sich der Vorhang schließt? Mit dem Freizeitthema ...

Werbung