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Nachricht vom 06.08.2021    

Westerwald-Wander-Tipp: Auf Druidenpfaden beim Druidenstein Rundwanderweg

Von Katharina Kugelmeier

Eine absolut abwechslungsreiche und schöne Rundwanderung ist der Druidenstein Rundwanderweg in Kirchen. Auf guten 15 Kilometern erwandert man viele Sehenswürdigkeiten wie den Ottoturm, ein Landschaftskino und natürlich das nationale Geotop Druidenstein. Eine lange aber lohnenswerte Runde.

Der Druidenstein bei Kirchen. (Foto: Sven Wolff)

Kirchen. Viele Mythen und Sagen ranken sich um den in Kirchen gelegenen Druidenstein, welcher zu den Naturdenkmälern in Rheinland-Pfalz gehört. Von gallischen Druiden über religiöse Stätte der Kelten ist alles dabei, genau bewiesen ist aber nichts. Dass der Druidenstein eine ganz besondere Wirkung auf einen hat, ist allerdings sicher. Der kegelförmige Basaltfels ragt rund 20 Meter in die Höhe und nimmt eine Fläche von fast 100 Quadratmetern ein. 25 Millionen Jahre Geschichte zum Anfassen. Die einstige Spitze wurde allerdings während des Dreißigjährigen Krieges abgebrochen, damit sich feindliche Truppen nicht an der herausragenden Spitze orientieren konnten.

Wer den Besuch des Druidensteins mit einer wirklich schönen Wanderung verbinden will, der sollte sich vom Bahnhof Kirchen über den Druidenstein Rundweg auf machen. Sogar als offizielle Wertung für das Deutsche Volksportabzeichen ist der Weg zugelassen, Startkarten und Wertungsstempel gibt es im Café “Schneiders Bäckerei“ direkt am Bahnhof. Immer dem roten Wanderlogo “Druidensteinwanderweg“ folgend geht es zunächst durch die Siegauen zur Freusburger Mühle. Beim ersten Anstieg über den Queckhahn wird man mit schönen Aussichten ins Siegtal und auf Kirchen belohnt, bevor man sich als nächstes den 405 Meter hohen Kahlenberg vornimmt.

Foto: Jens Edelmann

Oben angekommen findet man den Ottoturm, ein 19 Meter hoher Aussichtsturm, welchen man unbedingt trotz der 102 zusätzlichen Stufen erklimmen sollte. Der Rundumblick versöhnt einen für die Anstrengung und Panorama-Info-Tafeln sorgen dafür, dass man auch weiß, was man genau in welcher Richtung sehen kann. Der Ottoturm eignet sich auch wunderbar für eine erste kleine Rast, bevor man die Wanderung in Richtung Weißenstein fortsetzt. Oberhalb des Ortes Offhausen kommt man auch schon zur nächsten Besonderheit, denn plötzlich steht man inmitten eines Landschaftskinos. Ungefilterte und glasklare Aussicht im 16:9 Format auf den Ort Offhausen, ungeschnitten und mit Originalton. Holzbänke sowie Holzliegen laden zum Verweilen ein.

Foto: Sven Wolff

Ein kurzes Verweilen und Kraft tanken schadet hier auch nicht, denn im Anschluss geht es weiter bergauf auf den 517 Meter hoch gelegenen Windhahn. Auf diesem höchsten Punkt der Wanderung reicht die Sicht bis ins Siegtal und zu den Höhen des Westerwalds. Dies war nicht immer so, aber da der frühere Fichtenbestand dem Borkenkäfer und einigen Stürmen zum Opfer gefallen ist, kann man heute diese Panoramasicht genießen. Vom Windhahn aus wandert man bergab in Richtung des Druidensteins, welcher der Strecke ja auch den Namen verliehen hat. Der geheimnisvolle und sagenumwobene Koloss aus Basalt ragt majestätisch vor einem in die Höhe. Eine der bekanntesten Mythen zu diesem Ort handelt von der Tochter eines keltischen Stammesfürsten mit dem Namen Herke, welche durch Druiden an diesem Stein geopfert wurde, und deren Wehklagen noch heute in Vollmondnächten zu hören sein soll. Was auch immer sich am Fuße des Druidensteins tatsächlich zugetragen haben mag, man wird es nie erfahren. Was aber sicher ist, ist, dass der Druidenstein mit dem Titel “Nationaler Geotop“ ausgezeichnet wurde. Und das zu Recht.



Foto: Sven Wolff

Bevor es zurück in Richtung Ausgangspunkt geht, wird der Druidenstein einmal umrundet. Die vielen schattig gelegenen Ruhebänke bieten noch einmal die Möglichkeit, den Druidenstein ausgiebig auf sich wirken zu lassen, bevor man weiterwandert. Über einen historischen und sehr künstlerischen Kreuzweg führt der Weg weiter bergab nach Herkersdorf. Die 14 Stationen des Kreuzweges stammen aus den 1920er-Jahren und sind somit rund 100 Jahre alt. Ein letzter kurzer Anstieg noch, bevor man auf einem Panoramaweg mit Ausblicken nach Betzdorf und Kirchen und vorbei an historischen Millionär-Villen schließlich wieder den Ausgangspunkt am Bahnhof in Kirchen erreicht.

Die gut beschilderte Strecke ist unglaublich abwechslungsreich, allerdings auf Grund der Länge und einiger Steigungen durchaus anstrengend. Mit genügend Zeit sollte sie aber für die meisten Wanderer gut zu bewältigen sein. Vor allem die Abwechslung und Sehenswürdigkeiten machen die Strecke auch für Kinder interessant, allerdings sollte man dabei im Blick haben, dass die Distanz vor allem für Kinder womöglich nicht geeignet ist. Dennoch bieten sich auch Teilstücke oder ein Ausflug zum Druidenstein an, auch wenn man nicht den ganzen Rundweg absolvieren möchte. Da die Strecke zum größten Teil über Naturwege und auch über Pfade führt, sollte man unbedingt festes Schuhwerk tragen. Einkehrmöglichkeiten sind vorhanden, es sollte aber dennoch etwas Verpflegung für die vier- bis fünfstündige Wanderung mitgenommen werden.


Tour-Informationen:

Art: Rundweg
Schwierigkeit: mittel
Strecke: 15,3 km
Dauer: 4,5 Stunden
Steigung: circa 390 Höhenmeter
Familiengeeignet: bedingt
Beschildert: Ja
Beschaffenheit: überwiegend Naturwege und Pfade
Besonderheit: geologische Highlights
Startpunkt: Bahnhof Kirchen (Bahnhofstraße 17, 57548 Kirchen)
Zielpunkt: wie Startpunkt

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