Werbung

Nachricht vom 27.07.2021    

Open-Air-Sommer in Altenkirchen: Veranstalter reagiert auf Kritik am Standort Glockenspitze

Seit einiger Zeit begeistern die Veranstaltungen des Open-Air-Sommers auf der Glockenspitze die Besucher in Altenkirchen. Die Stadträtin Gabriele Sauer hatte sich jüngst in einem Leserbrief an die Rhein-Zeitung gegen den Standort ausgesprochen. Wie positioniert sich der Geschäftsführer des Kultur-/Jugendburös, Hellmut Nöllgen?

Hellmut Nöllgen. (Fotos: Archiv/Wolfgang Rabsch)

Altenkirchen. Die Stadträtin Gabriele Sauer hatte in einem Leserbrief an die Rhein-Zeitung kritisiert, dass der Open-Air-Sommer auf der Glockenspitze stattfindet. Gymnastikgruppen seien von der Wiese dafür „verbannt und einige Parkplätze“ gesperrt worden. Aus Sicht von Sauer hätte sich der Festplatz der Stadt besser angeboten für die Durchführung der Events. Hier würden auch die Karnevalisten und Schützen ihre Feste veranstalten. Zudem sei die Erreichbarkeit für ältere Bürger fußläufig gut zu erreichen. Dieser – windstillere – Standort hätte sich ebenfalls für das „schöne“ Zelt geeignet. Die Stadträtin abschließend: „So aber macht man die Stadt nicht bekannter und lädt keine Gäste in die Stadt ein. Ich denke, dass der Stadtbürgermeister für diese Veranstaltung auch sein Einverständnis gegeben hätte.“

Wie reagiert nun der Veranstalter? Der Geschäftsführer des Kultur-/Jugendburös, Hellmut Nöllgen, bat den AK-Kurier um Veröffentlichung seines Statements, welches er im Nachgang zu einem Leserbrief einer Stadträtin aus Altenkirchen verfasst hat. (Wolfgang Rabsch/ddp)

Hier ist der Text im Wortlaut:
„Die ersten vier Wochen mit Liveveranstaltungen waren nach so langer ‚Pause‘ wunderbar und anstrengend zugleich. Beim Spiegelzelt als Großveranstaltung verfügen wir über Erfahrungswerte in allen Bereichen, bei einem Open Air Sommer zu unserem 35-jährigen Jubiläum unter all den Bedingungen wie Corona, Wetter etc. sind viele Dinge neu und müssen sich erst einmal einspielen.

Der Veranstalter hat ein wunderschönes Ambiente auf der Glockenspitze geschaffen.

Fast alle Künstler haben durch die Pandemie bedingt eineinhalb Jahre keine Auftritte gehabt und zeigen eine große Spielfreude und auch Dankbarkeit, bei einem solch ambitionierten Festival in einer kleinen Stadt auftreten zu können. So hatten wir schon 10 sehr unterschiedliche Kulturabende mit Publikum aus allen Teilen der Republik. Und alle waren sich da durchaus einig; tolles abwechslungsreiches Programm, beste Organisation, klasse Standort und ein Hochgenuss beim Anblick des Gesamtensembles des Geländes.
Und an dem Punkt kommt der erste Wehmutstropfen. Der Leserbrief von Frau Sauer irritiert mich da doch heftig. Wäre es ein „normaler Leserbrief“ könnte ich damit anders umgehen, da er aber als Stadtratsmitglied unterschrieben ist, stellen sich mir eine Fülle von Fragen, zumal mit mir seitens der Stadt bis heute nie persönlich darüber und über andere Dinge gesprochen wurde. Ich erfahre vieles nur aus der Zeitung.

Richtig ist, dass es sich bei der Wiese Glockenspitze um ein Grundstück der Verbandsgemeinde handelt und alle Absprachen im Vorfeld mit dieser auch getroffen wurde, inclusive eines Sicherheitskonzeptes, das mit VG und Kreisordnungsamt detailliert in mehreren Ortsterminen umgesetzt wurde, wie man auch an Absperrungen, „Terrorblöcken“ Parksystem usw. unschwer erkennen kann. Dass es bei solch einem Großprojekt zu Veränderungen gewohnter Abläufe auf der Glockenspitze kommen würde, war klar, bewegen sich aber in einem kleinen, überschaubaren Rahmen und wurde seitens des Ordnungsamtes z.B. mit einem Fußmarsch von 50m mehr als durchaus zumutbar für Sportler und Nutzer der Großsporthalle eingestuft.



Die Wahl des Geländes erweist sich als ideal. Mit Büschen und Bäumen natürlich eingefasstes Areal, angenehmer Wiesenuntergrund, kein schwer begehbarer Schotterplatz usw. Das Gesamtensemble mit Open Air Bühne und dem „Ausweichort“ Viermasterzelt ist geradezu perfekt und unter diesen Wetterbedingen bisher bis auf zwei Ausnahmen ständig genutzt. Auf dem Festplatz wären wir und das Publikum bei den Regengüssen weggeschwommen, zumal wir da über reichlich Erfahrung durch unser Zeltfestival in der Vergangenheit verfügen. Dass das Publikum bei einem Open Air natürlich lieber auf einer grünen Wiese sitzt, als auf einem groben Schotter müsste jedem klar sein.

Ich habe vor einer Entscheidung zum Standort viele Abende bis ins Dunkle hinein am Rande des Festplatzes gesessen um zu schauen, wer und wie oft wird das Gelände Weyerdamm um den Bouleplatz genutzt, welches „Klientel“ bewegt sich in der Dämmerung dort usw. und bin dann sehr schnell zu dem Schluss gekommen, dass für ein Wochenende in einem Festzelt mit Boden das Gelände gut ist, aber nicht für ein Open Air Sommer über einen längeren Zeitraum nur bedingt. Auch seitens der Polizei Altenkirchen, die bei allen Ortsterminen zugegen war, wurde mir die Wahl des Standortes im Vergleich zum Festplatz als deutlich entspannter bestätigt.

Unrichtig ist leider auch die Behauptung von Frau Sauer, es würden Gymnastikgruppen von der Wiese verbannt. Richtig ist, dass es von Beginn an Absprachen u.a. auch mit der Volkshochschule gab, dass alle Gruppen die Wiese an allen spielfreien Tagen nach wie vor nutzen können - und diese verfügen auch über Schlüssel für die Bauzaunabsperrungen. Von Zumba bis Cheerleader wird die Wiese nach wie vor genutzt, wenn es nicht gerade schüttet.
Der dreimonatige Festivalsommer wird von allen bisherigen Künstlern und Zuschauern, von den vielen Sponsoren und Kollegen als ein in Corona-Zeiten mutiges und vorbildliches Projekt gesehen. Ein Tonmeister aus einer Großstadt wie Dortmund als Gast beim Udo Jürgens Abend kann sich nicht erinnern, in Dortmund oder im Ruhrgebiet ein solch abwechslungsreiches Programm von Kabarett über Alpenländermusik bis hin zu Comedy und Themenabenden wie Iran etc. zu kennen.

Zuletzt sorgte die Band "Natural Born GrillaZ" für ordentlich Stimmung.

Eine von vielen Bestätigungen, dass solche eine Kulturarbeit und entsprechender Angebote im ländlichen Raum nicht zu erwarten ist. Ebenso reagierte Baumarktbesitzer und IHK „Lotse“ Hans Peter Röhrig aus Treis-Karden an der Mosel bei einem Besuch auf dem Festivalgelände zum Tangoabend und zeigte sich mehr als überrascht ob solcher Vielfalt.

In dieser Gesamtdiskrepanz zwischen kulturellem Alltag und Realität von Kulturschaffenden im ländlichen Raum als Dienstleister am Publikum sowie Denken, Wünschen, und Erwartungen von Verwaltung als Dienstleister für die Bevölkerung erscheint es mit diesem Leserbrief einer Stadträtin und auch anderen Erfahrungswerten der letzten Jahre insgesamt mir inzwischen als eine legitime Fragestellung , ob der Standort Altenkirchen für unsere vielfältige Kulturarbeit in Zukunft noch der richtige ist.“

Helmut Nöllgen
Geschäftsführer Kultur/Jugendkulturbüro Haus Felsenkeller e. V


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Altenkirchen-Flammersfeld auf Facebook werden!


Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Region, Artikel vom 25.09.2021

Motorradfahrer flüchtet nach Unfall

Motorradfahrer flüchtet nach Unfall

Ein Motorradfahrer verursachte mit einem sehr gewagten Überholmanöver einen Unfall auf der L281 bei Langenhahn und fuhr einfach weiter, als ob nichts gewesen wäre. Die Polizei sucht nach Zeugen.


Unter Alkoholeinwirkung durch den Straßengraben gefahren

Da hat sich ein 27-Jähriger keinen Gefallen getan, als er unter Alkoholeinfluss von der Straße abkam und auf einer Länge von rund 100 Metern durch den Straßengraben fuhr. Außer erheblichem Sachschaden an seinem Fahrzeug ist jetzt auch der Führerschein weg.


Wied: Schusswaffe bei alkoholisiertem Fahrer sichergstellt

Bei einer Verkehrskontrolle wurde in Wied ein 55-Jähriger Autofahrer gestoppt, der unter Einfluss von Alkohol stand. Auf der Rückbank seines Dacia lag eine zugriffsbereite Langwaffe. Auch Munition hatte der Mann dabei. Ein entsprechendes Strafverfahren wurde eingeleitet.


Schwerer Diebstahl in Müschenbach: Zeugen gesucht

Ein großes schweres Arbeitsgerät wurde in Müschenbach aus einer Lagerhalle gestohlen. Die Tatzeit konnte auf nur eine halbe Stunde eingegrenzt werden. Die Täter sind vermutlich gut vorbereitet gewesen und hatten ein entsprechend großes Fahrzeug dabei. Die Polizei bittet darum, verdächtige Beobachtungen zu melden.


Ortsgemeinde Caan sperrt Parkplatz an der Grillhütte

Fahrzeuge mit einem tatsächlichen Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen dürfen künftig nicht mehr auf den Parkplatz der Grillhütte in Caan fahren. Die Ortsgemeinde ist verärgert, dass sie nach schweren Rodungsarbeiten im Wald alljährlich auf fünfstelligen Schäden sitzen bleibt.




Aktuelle Artikel aus der Kultur


Gala-Mitsummkonzert der „Tenöre4you“ in Bad Marienberg

Bad Marienberg. Toni Di Napoli & Pietro Pato, einem großen Publikum bereits aus Fernsehauftritten in der ARD, RBB, WDR bekannt, ...

Interkulturelle Woche beginnt mit Gottesdienst, Lesungen und Musik

Montabaur. Im Forum St. Peter (Auf dem Kalk 9) erleben die Besucher ab 15:30 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst, außerdem ...

New Yorker Starorganist konzertiert in Gackenbach

Gackenbach. Nach lähmendem Corona-Lockdown erwachen auch die Gackenbacher Orgelkonzerte allmählich zu neuem Leben. Beim zweiten ...

Wiedereröffnung: Capitol Montabaur startet am 1. Oktober mit James Bond

Montabaur. Die Besucher können also demnächst ihre Wunschplätze für Vorstellungen ab dem 1. Oktober digital aussuchen und ...

Dankkonzert der Evangelischen Kantorei Ransbach-Baumbach - Hilgert

Ransbach-Baumbach. Mit einem großen Dankkonzert starteten die Evangelische Kantorei Ransbach-Baumbach – Hilgert, die Cappella ...

Heimische Kultur will bald auf Bühnen wieder Vollgas geben

Montabaur. Es ist in der Pandemie wieder etwas Licht am Ende des Tunnels und der Mut ist mit den tüchtigen Kulturschaffenden ...

Weitere Artikel


Änderungen im Eisbachtaler Vorbereitungsprogramm: So geht es weiter

Nentershausen. Da sich noch einige Veränderungen ergeben haben, gibt es hier den aktuellen Überblick über den Terminplan. ...

Ferienzeit ist Bauzeit: Westerwaldkreis investiert in Schulen

Montabaur. Ziel sei es, dass Schüler optimale Voraussetzungen zum Lernen vorfinden. "Eine Investition in Schulen bedeutet ...

Tischtennisclub Winnen 70 unterstützt stationäres Hospiz St. Thomas

Dernbach. Der traditionsreiche Tischtennisclub Winnen 70, vertreten durch seinen ersten Vorsitzenden Cliff Simon, unterstützt ...

Bad Marienberg: Wer wird der 5.555 Alloheim-Azubi?

Bad Marienberg. Wird es ein Schulabgänger oder eine Schulabgängerin sein? Oder ein Azubi, der als bislang berufsfremder Seiteneinsteiger ...

Der Bundespräsident ist Mateo-Vincenzos Patenonkel

Hof. Einen besonderen Termin durfte die Beigeordnete der Verbandsgemeinde Bad Marienberg, Eva Ehrlich-Lingens, in Vertretung ...

Tennis Club Schwarz-Weiß Montabaur lädt zum Westerwald Open

Montabaur. In den Altersklassen Herren 30, 40, 50 und 60 sowie Damen 40, 50 und 60 kommen die insgesamt 60 gemeldeten Spieler ...

Werbung