Werbung

Nachricht vom 11.07.2021    

Wasserpest – besser als ihr Ruf

In Westerwälder Seen sind große Bestände der Wasserpest zu sehen. Die NABU-Regionalstelle Rhein-Westerwald informiert: Die Wasserpest wurde erstmals in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland beobachtet. Sie ist aus Amerika eingewandert und zählt damit zu den Neophyten, also zu den Pflanzen, die nach 1492 ihren Weg nach Europa gefunden haben.

Nuttalls Wasserpest. Foto: Lothar Kalok, NABU

Holler. Es handelt sich um eine untergetaucht wachsende Wasserpflanze, die sehr lang werden kann und sich durch dunkelgrüne, zungenförmige Blätter auszeichnet. Sie kommt in stehenden und langsam fließenden Gewässern vor und bildet oft Massenbestände, so auch an der Westerwälder Seenplatte. Häufige Vertreter bei uns sind die Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis) und die Schmalblättrige Wasserpest beziehungsweise Nuttalls Wasserpest (Elodea nuttallii).

Ihr Vorkommen kann ein Hinweis auf eine im Vergleich zum vorherigen Zustand verbesserte Wasserqualität sein, denn die Reduzierung von Phosphat zum Beispiel durch die Einführung phosphatreduzierter Waschmittel, führt zu einem Rückgang des Phytoplanktons und unterstützt durch die so verbesserten Lichtverhältnisse das Wachstum der Wasserpest. Besonders in eutrophen, also nährstoffreichen, Gewässern bilden sich Massenbestände, in denen die Wasserpest dominiert und anderen Wasserpflanzen zurückgehen, aber offenbar nicht vollständig verdrängt werden.

Meist hält die Wasserpest-Dominanz nicht über einen langen Zeitraum an und es wird inzwischen davon ausgegangen, dass sich der Neophyt auf lange Sicht in das bestehende Ökosystem einfügt. Es gibt sogar positive Auswirkungen dieser Pflanze: sie bietet eine zusätzliche Nahrungsquelle für Wasservögel und Fische und eignet sich als Baumaterial für Köcherfliegenlarven sowie als Laichsubstrat für Fische. Auf die menschliche Gesundheit sind keine Auswirkungen zu erwarten.



Wenn die Bestände so massiv werden, dass sie beim Befahren des Gewässers mit Booten oder gar bei der Wasserkraftgewinnung störend werden, können regelmäßig wiederholte Maßnahmen zur Bekämpfung angebracht sein.

So könnte man Gewässer trockenfallen lassen, besonders wenn es in der Trockenperiode friert, ist dies vielversprechend. Weitere Alternativen sind biologische Bekämpfungsmethoden zum Beispiel mit Rotfedern, jedoch fressen diese dann auch die anderen Wasserpflanzen, denen ja eigentlich durch die Maßnahme geholfen werden soll. Der Einsatz von Herbiziden ist in deutschen Gewässern verboten und würde ohnehin durch den Aufwuchs auf den Blättern der Wasserpest wirkungslos bleiben.

Für die mechanische Bekämpfung werden die Wasserpestbestände immer wieder mit Hilfe spezieller Mäh- und Sammelboote entfernt, wie es am Niederrhein oder in Holland regelmäßig geschieht oder vom Ufer aus mit Rechen bearbeitet. Allerdings hat sich herausgestellt, dass die Wasserpest sehr resistent gegen das Abschneiden reagiert und so langfristig das Überleben der Pflanze nicht verhindert werden kann.

Abgesehen davon wirkt sich die mechanische Bekämpfung negativ auf die Organismen aus, die in den Wasserpflanzenbeständen leben. Da wie bereits erwähnt vermutet wird, dass sich die Wasserpest letztendlich in das Ökosystem einfügt, wird der Pflanze am besten mit etwas Geduld begegnet. (PM)


Mehr zum Thema:    Naturschutz   
Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Montabaur auf Facebook werden!


Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Unter Alkoholeinwirkung durch den Straßengraben gefahren

Da hat sich ein 27-Jähriger keinen Gefallen getan, als er unter Alkoholeinfluss von der Straße abkam und auf einer Länge von rund 100 Metern durch den Straßengraben fuhr. Außer erheblichem Sachschaden an seinem Fahrzeug ist jetzt auch der Führerschein weg.


Region, Artikel vom 25.09.2021

Motorradfahrer flüchtet nach Unfall

Motorradfahrer flüchtet nach Unfall

Ein Motorradfahrer verursachte mit einem sehr gewagten Überholmanöver einen Unfall auf der L281 bei Langenhahn und fuhr einfach weiter, als ob nichts gewesen wäre. Die Polizei sucht nach Zeugen.


Wied: Schusswaffe bei alkoholisiertem Fahrer sichergstellt

Bei einer Verkehrskontrolle wurde in Wied ein 55-Jähriger Autofahrer gestoppt, der unter Einfluss von Alkohol stand. Auf der Rückbank seines Dacia lag eine zugriffsbereite Langwaffe. Auch Munition hatte der Mann dabei. Ein entsprechendes Strafverfahren wurde eingeleitet.


Schwerer Diebstahl in Müschenbach: Zeugen gesucht

Ein großes schweres Arbeitsgerät wurde in Müschenbach aus einer Lagerhalle gestohlen. Die Tatzeit konnte auf nur eine halbe Stunde eingegrenzt werden. Die Täter sind vermutlich gut vorbereitet gewesen und hatten ein entsprechend großes Fahrzeug dabei. Die Polizei bittet darum, verdächtige Beobachtungen zu melden.


LKW-Fahrer fährt Schlangenlinien auf der Autobahn

Unter dem Einfluss von Alkohol fuhr ein Lkw-Fahrer auf der A 48 rechts gegen die Leitplanke und setzte seine Fahrt in Schlangenlinien fort. Eine Zeugin verständigte die Polizei.




Aktuelle Artikel aus der Vereine


Westerwaldverein: Sterntreffen aller Zweigvereine in Rennerod

Rennerod. Für dieses Jahr hatte der Zweigverein Rennerod zum Sterntreffen geladen, da er sein 125-jähriges Bestehen feiern ...

Westerwaldverein: Baum des Jahres in Bad Marienberg gepflanzt

Bad Marienberg. Viele Interessierte fanden sich am Stand des Westerwaldvereins Bad Marienberg e.V. auf der Marienberger Höhe ...

Montabaur: Jahresmitgliederversammlung der donum vitae - Beratungsstelle

Montabaur. Die donum vitae – Beratungsstelle Westerwald/Rhein-Lahn konnte auch während der Corona-Pandemie die wesentlichen ...

Evangelischer Verein Heddesdorf-Neuwied wanderte um den Köppel

Neuwied. Auf den gut ausgebauten Wanderwegen, die auch für Radfahrer geeignet sind, ging es hinauf in Richtung zum Köppelturm. ...

Sport- und Wanderfreunde Hachenburg: Paul Lück ist neues Ehrenmitglied

Hachenburg. In einer gut besuchten und harmonisch verlaufenen Jahreshauptversammlung in Hachenburg betonte Christel Sältzer, ...

Neuauflage: Autokirmes in Sessenhausen am 17. & 18. Juli

Sessenhausen. Nach der erfolgreichen Autokirmes im vergangenen Jahr hatte der Vereinsring für 2021 eigentlich wieder auf ...

Weitere Artikel


Buchtipp: „Rupert Undercover - Ostfriesische Jagd“ von Klaus-Peter Wolf

Dierdorf/Frankfurt am Main. Gangsterboss George alias Wilhelm Klempmann weint, denn Carl und Heiner sind tot. Frederico Müller-Gonzáles, ...

Auf den Spuren des Künstlers Franz Hötterges

Gemünden. Dieser Mann hat Spuren im WällerLand hinterlassen: Der Künstler Franz Hötterges. Die Petermännchen-Figur hat er ...

„Höhr-Grenzhausen frühstückt“ am Traditionstermin vom City-und Brunnenfest

Höhr-Grenzhausen. An dem Traditionstermin des City- und Brunnenfests, das leider auch im Jahr 2021 ausfallen wird, findet ...

Unfall auf A3 mit Personenschaden wegen Handybenutzung

Nentershausen, Am 10. Juli 2021, gegen 16 Uhr gingen bei der Polizeiautobahnstation Montabaur mehrere Notrufe wegen eines ...

Ab sofort und gratis: "Westerwälder Infobox" im REWE-Markt in Altenkirchen

Altenkirchen. Maike Sanktjohanser, Geschäftsführerin der PETZ REWE GmbH, Sandra Köster vom Vorstand der „Wir Westerwälder ...

VGWE Hachenburg informieren: Betriebszweig Abwasserwerk

Hachenburg. Kommunales Abwasser fällt sowohl in Haushalten als auch im Gewerbe an. Beim Duschen, Wäschewaschen, Spülen oder ...

Werbung