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Nachricht vom 08.07.2021    

VG-Werke Rennerod setzen auf Sonnenenergie und Nachhaltigkeit

Photovoltaikanlagen sorgen für Energieeffizienz und Umweltschutz in der Wasserversorgung und Abwasserreinigung der Verbandsgemeinde Rennerod. Energiesparende Investitionen in das 230 Kilometer lange Netzsystem sind doppelt sinnvoll.

V.l.n.r.: Stephan Reeh (Technischer Werkleiter Verbandsgemeindewerke Rennerod), Bürgermeister Gerrit Müller, Dirk Trumm (Kaufmännischer Werkleiter Verbandsgemeindewerke Rennerod). Foto: Kerstin Guckert

Rennerod. Für die Trinkwasserförderung und Verteilung, als auch die Reinigung der Abwässer in der Verbandsgemeinde Rennerod wird, topographisch bedingt, sehr viel Energie benötigt. Schließlich sind im gesamten Gemeindegebiet circa 335 Meter Höhenunterschied zu überwinden, um alle Einwohner mit Trinkwasser in bester Qualität zu versorgen. Gleiches gilt für die Abwasserbeseitigung, bei der neben sechs Kläranlagen auch noch drei Pumpwerke und einige Kanalstauräume beziehungsweise Regenrückhaltebecken betrieben werden müssen. Die gesamten Netze erreichen jeweils eine Gesamtlänge von rund 230 Kilometer.

Bereits seit 2015 arbeiten die Verbandsgemeindewerke Rennerod mit einem nach ISO 50001 zertifizierten Energiemanagement daran, vorhandene Prozesse und Energieverbräuche zu erfassen, zu bewerten und kontinuierlich zu verbessern.

Durch eine Fülle von Einzelmaßnahmen, wie zum Beispiel die Installation von intelligenten Steuerungen, Erneuerungen von Kompressoren, neuen Phosphatfällanlagen, Austausch von Pumpen und der größten Einzelmaßnahme, der technischen Totalsanierung der Kläranlage Rennerod, konnte der Stromverbrauch an den 53 Anlagenstandorten der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung bereits von 1.676 Megawattstunden (das entsprach 100 Kilowattstunden pro Einwohner und Jahr) im Jahr 2012 auf 1.503 Megawattstunden (86 Kilowattstunden pro Einwohner und Jahr) im Jahr 2020 gesenkt werden.

Alles in allem wurden bisher für diese Maßnahmen der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit rund 3,8 Millionen Euro investiert, wobei hiervon alleine auf die technische und energetische Sanierung der Kläranlage Rennerod rund 2,4 Millionen Euro entfielen. An den Kläranlagen Neunkirchen und Rennerod wurde neue Belüftungstechnik und neue Kompressoren eingesetzt und an drei weiteren Kläranlagenstandorten (Liebenscheid, Niederroßbach und Seck) Steuerungen optimiert und Dosiereinrichtungen zur Phosphatfällung nachgerüstet. Am Abwasserpumpwerk Niederroßbach wurden die bisherigen Pumpanlagen gegen energieeffizientere Systeme ersetzt, begleitet durch ein Projekt der Technikerschule Weilburg. Am Bauhof in Rennerod wurde neben der Erneuerung der Heizung auch in die Isolierung investiert beziehungsweise das Dach saniert und eine thermische Solaranlage zur Brauchwassererwärmung installiert.

Der Einsatz von Photovoltaikanlagen spielt bereits seit der Inbetriebnahme der ersten Anlage der Verbandsgemeindewerke im Jahr 2009 eine wichtige Rolle. So produziert alleine diese Anlage pro Jahr circa 11.000 Kilowattstunden Strom und hat seit ihrer Errichtung rund 78 Tonnen CO² eingespart. Eine weitere Photovoltaikanlage, eine sogenannte Eigenverbrauchsanlage, konnte 2018 in Betrieb genommen werden und hat seitdem rund 16.600 Kilowattstunden Stromfremdbezug beziehungsweise 10,6 Tonnen CO² Ausstoß vermieden.

Im Jahr 2020 wurde erneut überlegt, wie künftig eine noch energieeffizientere, nachhaltigere Nutzung der Anlagenstandorte der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung durch Eigenstromerzeugung erfolgen kann. „Problematisch war an dieser Stelle, dass jeder Anlagenstandort über eigene Spezifika verfügt und es größtenteils keine geeigneten Dachflächen gibt“, erklärt Stephan Reeh, technischer Werkleiter der Verbandsgemeindewerke. Wichtig war aber auch, dass der erzeugte Strom direkt für den Betrieb der jeweiligen Anlage vor Ort genutzt werden kann.

Die Entscheidung fiel zugunsten von sogenannten „Solarwendern“. Diese Photovoltaik-Generatoren auf Masten richten sich wie eine Sonnenblume nach dem Sonnenstand aus und werden elektrisch in die Bestandsanlagen eingebunden, welche die Leistung auswerten und die Verbraucher entsprechend ansteuern.

Ende 2020 wurde dann mit dem Bau von 17 dieser Anlagen (10 Anlagen im Bereich der Wasserversorgung, 7 bei der Abwasserbeseitigung) begonnen. Sie verfügen jeweils über 6,39 kWp (Kilowatt peak) Nennleistung und können aufgrund ihres Wirkungsgrades jährlich bis 9.500 Kilowattstunden Strom erzeugen. Die gesamten Baukosten dieser 17 Anlagen betragen rund 360.000 Euro, worauf vom Land Rheinland-Pfalz ein Zuschuss über 91.100 Euro bewilligt wurde. Bei einer geplanten Eigenerzeugung von rund 152.000 Kilowattstunden pro Jahr, amortisiert sich die Investition unter Berücksichtigung der derzeitigen Bezugspreise für Strom nach circa 8,5 Jahren. Da der Strompreis voraussichtlich steigen wird, wäre die Wirtschaftlichkeit der Investition bereits früher gegeben. Außerdem lassen sich durch den Einsatz der Photovoltaikanlagen auf den Anlagen der Verbandsgemeindewerke pro Jahr rund 94,9 Tonnen CO2 einsparen.



„Diese Investition der Verbandsgemeindewerke hat die positive Folge, dass künftig pro Einwohner und Jahr nur noch 77,3 Kilowattstunden Strom verbraucht werden und der Verbrauch im Fremdbezug von 2012 bis 2021 um 22,7 Prozent gesenkt werden konnte, wobei aber auch der fremdbezogene Strom soweit als möglich aus erneuerbaren Energien bezogen wird“, macht der kaufmännische Werkleiter Dirk Trumm deutlich.

„Oberstes Gebot für die Zukunft bleibt für uns weiterhin nachhaltige Energie- und Ressourcennutzung. Für die Zukunft sind schon weitere Projekte in Planung“, so Bürgermeister Gerrit Müller. Unter anderem soll an dem Standort der Kläranlage Neunkirchen, die die Abwässer aller Lasterbach-Gemeinden reinigt, die nächste Stufe der integralen Umsetzung mit dem Neubau einer technischen Kläranlage mit biologischer Reinigung erfolgen. Insbesondere werden auch hierbei zeitgemäße Voraussetzungen der Energieeffizienz berücksichtigt. Diese Baumaßnahme wird mit circa 5 Millionen Euro veranschlagt.

Wasserversorgung in Zahlen:
In seinem Zuständigkeitsbereich obliegt dem Wasserwerk die eigenverantwortliche Organisation und Durchführung der Wasserversorgung der 23 angeschlossenen Ortsgemeinden im Bereich der Verbandsgemeinde Rennerod.

Diese erfolgt in 17 Tiefbrunnen, einer Quellfassung und 15 Hochbehältern, deren Fassungsvermögen 6.360 Kubikmeter beträgt. Die Verteilung erfolgt über 29 Kilometer im Gewinnungsbereich, 53 Kilometer im Transportleitungsbereich und 156 Kilometer Ortsnetzleitungen. Zu den rund 238 Kilometern Leitungsnetz kommen noch geschätzte 62 Kilometer Hausanschlussleitungen (bei durchschnittlich 10 Meter Leitung je Hausanschluss) hinzu.

Außerdem werden noch fünf Druckerhöhungsanlagen betrieben. Die verkaufte Wassermenge belief sich im Vorjahr auf rund 841.000 Kubikmeter.

Abwasserbeseitigung in Zahlen:
In seinem Zuständigkeitsbereich obliegt dem Betriebszweig Abwasserbeseitigungseinrichtung die eigenverantwortliche Organisation und Durchführung der Abwasserentsorgung der 23 angeschlossenen Ortsgemeinden im Bereich der Verbandsgemeinde Rennerod.

Diese erfolgt in 6 Kläranlagen und 66 Regenbauwerken, deren Fassungsvermögen 7.546 Kubikmeter beträgt. Die Entsorgung erfolgt über 51 Kilometer im Transportsammlerbereich und rund 183 Kilometer Ortsnetzleitungen. Zu den rund 234 Kilometern Leitungsnetz kommen noch geschätzte 18 Kilometer Hausanschlussleitungen im öffentlichen Bereich hinzu. Außerdem werden noch drei Abwasserpumpwerke betrieben.

Die Ortsgemeinden Hellenhahn-Schellenberg und Irmtraut leiten ihre Abwässer in die Kläranlage der Verbandsgemeinde Westerburg und die Ortsgemeinde Rehe in den Abwasserverband Rehbachtal ein.

Die Abwassermenge der angeschlossenen Einleiter belief sich auf rund 779.000 Kubikmeter. Die Differenz zur Frischwassermenge resultiert aus Befreiungen für die Landwirtschaft und Industrie (unter anderem Kraftwerk).

Die nachhaltige Verwertung des anfallenden Klärschlamms erfolgt in interkommunaler Zusammenarbeit mit den Verbandsgemeindewerken Westerburg in einer solaren Klärschlammtrocknungsanlage. (PM)


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