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Nachricht vom 26.06.2021    

Westerwälder Naturerlebnis: Entspannung mit Lamas und Alpakas

„Wir Westerwälder“, die Gemeinschaftsinitiative der drei Landkreise Altenkirchen, Neuwied und Westerwaldkreis zeigt die Vielfalt der Region und stellt einzigartige Projekte vor. Vorständin Sandra Köster arrangierte einen Besuch mit Landrat Achim Schwickert auf dem Alpakahof Pegasus in Lautzenbrücken.

Fotos: Wolfgang Tischler

Lautzenbrücken. Für Martina Gies-Dick und ihren Mann Alexander war es Liebe auf den ersten Blick, als sie im Jahr 2011 auf einem Alpakahof im Sauerland zum ersten Mal Alpakas begegneten. Sie fingen mit vier Tieren auf ihrem Hof in der Wetterau an und holten sich damit „den Urlaub nach Hause“. Da Alexander in Rennerod arbeitet, erfüllte sich das Paar, als die Söhne aus der Schule waren, 2017 den Traum eines großen Grundstücks im Westerwald mit Platz für die Tiere und grandiosem Blick in die Natur und auf die Herde. Die besteht inzwischen aus acht Wallachen und einem Hengst. Frisch geschoren, strahlen die Alpakas in makellosem Weiß und die drei Lamas, die vor zwei Jahren dazukamen, in schwarzem und braunem Fleckenmuster. Es ist eine reine Männer-WG, in der nur gespuckt wird, wenn Rangkämpfe untereinander ausgetragen werden.

Alpakas und Lamas wurden in ihrer südamerikanischen Heimat bereits von den Inkas als Lastentiere genutzt. In den Anden wird die domestizierte Kamelform wegen ihrer wertvollen Wolle gezüchtet. In Deutschland sind Alpakas und Lamas anerkannte landwirtschaftliche Nutztiere. Aufgrund ihres ruhigen und friedfertigen Wesens werden diese Tiere immer beliebter und erweitern das Angebot für tiergestützte Aktivitäten wie zum Beispiel Wanderungen. Wer ein Lama oder Alpaka am Strick führt, wird nach kurzer Zeit entspannt, denn den Tieren kann man nur mit Ruhe und Achtsamkeit begegnen.

Sie sind allesamt Fluchttiere, die auf Distanz bleiben. In der Lautzenbrücker Herde nähert sich zum Beispiel der zutrauliche „Pepper“ Menschen, die er als vertrauenswürdig einschätzt, auf Schnuppernähe. Seine Kommunikation ist, wie die seiner Herdenmitglieder, eindeutig: Ohren nach vorn gerichtet bedeutet aufmerksames, freundliches Beobachten, Ohren nach hinten angelegt zeigt Ablehnung. Berühren sollte man die Tiere immer nur am Hals, der Kopf ist tabu und wie bei Pferden darf man nicht hinter einem Tier stehen, weil es nach hinten austreten kann. Wenn man die wenigen Regeln beachtet, kann man sorgenfrei mit den Herdentieren auf den Wegen um den Hof spazieren gehen. Allerdings maximal zweimal pro Tag, denn das Tierwohl ist den Haltern am wichtigsten.

Alpakas fressen Gras, Heu und spezielles Mineralfutter. Etwas anderes dürfen sie nicht fressen, denn sie können für sie giftiges Futter wie Ahorn oder Eiche nicht von ungiftigem unterscheiden, würden aber alles Grüne abkauen. Mit ihrer gespaltenen Oberlippe zupfen sie das Gras ab statt es abzureißen, zudem schonen die Schwielensohler mit ihren weichen Füßen die Grasnarbe. Obwohl sie nur einen (dreiteiligen) Magen besitzen, sind die Neuweltkameliden unechte Wiederkäuer. Und wie Kamele bewegen sie sich im Passgang, beide Beine einer Körperseite gleichzeitig bewegend. Allerdings sind sie im Gegensatz zu Dromedaren und Trampeltieren keine Reittiere und werden in Europa nicht des Fleisches wegen gehalten.



Wie alle Fluchttiere haben Alpakas seitlich liegende Augen, ihr Rundumblick erlaubt ihnen neugieriges Beobachten des Umfeldes. Im Fluchttempo können sie 40 bis 50 Stundenkilometer schnell werden und sie können 80 bis 100 Zentimeter hoch springen. Obwohl der Fluchtinstinkt genetisch verankert ist, sind die anpassungsfähigen Tiere gleichzeitig die Ruhe selbst. Diese Eigenschaft nutzt die die Heilpraktikerin Martina mit Zusatzausbildung für die tiergestützte Therapie mit Neuweltkameliden/ Lamas und Alpakas, um in der Begegnung mit den freundlichen, warmen Tieren die Konzentration, Aufmerksamkeit und Bewusstheit der Menschen zu schulen. „Beim Einsinken in das Erleben der Natur werden unsere schöpferischen Kräfte und Ressourcen geweckt.“

Die Lamas und Alpakas wissen, dass Besucher kommen, wenn das Rondell geöffnet wird. Alles wird sehr ruhig und gelassen ausgeführt: Die Besitzer erzählen Geschichten von der Lebensweise der Tiere, bevor diese aufgehalftert werden. In deren Tempo geht es in die Landschaft. 60 bis 90 Minuten dauert ein Spaziergang, bei dem sich die Alpakas wie Hunde führen lassen, obwohl ein männliches bis zu 150 Kilogramm Gewicht aufweisen kann.

Die fettfreie Wolle der Alpakas, die, weil ihnen das Westerwälder Sommer-Wetter grundsätzlich zu warm ist, für ihr Wohlbefinden einmal pro Jahr geschoren werden, wird nach ihrer Verarbeitung an Privatkunden verkauft. Die Edelfaser wächst etwa einen Zentimeter pro Monat und ist besonders weich und wärmend.

Das Alpaka ist zum Modetier geworden und hat das Einhorn abgelöst. Die aus Amerika importierte Werbung nutzt das Kindchenschema und den scheinbaren Kuschelfaktor der Tiere zum Verkauf von Merchandising-Artikeln.

Wer sich auf Neues einlassen möchte, kann sich für eine Alpaka-Führung anmelden: https://www.alpakahof-pegasus.com. Es werden auch Gutscheine angeboten zum Beispiel für Kindergeburtstage oder andere Events. Man kann auch einfach nur entspannt im Pavillon sitzen und der Herde zuschauen. Besucher müssen sich immer erst anmelden, damit die Privatsphäre der Familie und die Ruhezeiten der Tiere gewahrt bleiben, dann sind Gäste immer willkommen auf Martinas und Alexanders schön gestaltetem Hof, auf dem außer den Alpakas und Lamas auch der Anhänger mit Toilette eine Attraktion ist.
(htv)


Mehr zum Thema:    Regionale Erzeuger   
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