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Nachricht vom 22.06.2021    

Aufregender Schulgottesdienst setzt Ausrufezeichen

Die Anspannung ist mit Händen zu greifen: Zwei Minuten, bevor „Restart?!“ an den Start gehen soll, bricht das Internet der Schule zusammen, und eine der Videokameras überträgt kein Bild. Doch das Technikteam des Evangelischen Gymnasiums bewahrt die Ruhe: Tobias Ohmann und Pepe Pieritz sind gut vorbereitet.

Kirchenpräsident Volker Jung bei seiner Predigt. Fotos: Peter Bongard

Westerburg. Sie haben die Probleme um Punkt 10.30 Uhr wieder im Griff. Der Gottesdienst mit Kirchenpräsident Dr. Volker Jung kann rechtzeitig starten.

Die ersten Sequenzen zeigen einen Flug über das Evangelische Gymnasium und Szenen aus dem Schulalltag. Dann eröffnet Leo Wildauer den Gottesdienst mit einem flotten Gospel auf der Kirchenorgel. Der Organist ist einer von vielen jungen Menschen, die bei „Restart?!“ mitwirken. Zwar sind sämtliche Musikstücke in den Wochen vor dem Gottesdienst aufgezeichnet worden – aufregend waren die Aufnahmen für die Jungs und Mädchen aber trotzdem: „Ich war ziemlich nervös“, gesteht die Sängerin Denisha Anton-Raveendran, die mit einer Band das Stück „Oceans“ interpretiert. „Aber man hat’s hoffentlich nicht gemerkt. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut klappt und das fertige Video so schön geworden ist.“ Der Schüler Connor Bixby hat unterdessen Flöte in einem Trio gespielt und ist mit „Restart?!“ ebenfalls zufrieden. „Wir haben unsere Stücke vorher ein paarmal geprobt, und nach zwei Versuchen war unsere Aufnahme im Kasten“, sagt er.

Den Luxus mehrerer Versuche hatten andere freilich nicht. Denn große Teile des Gottesdienstes wurden live übertragen. Im Andachtsraum der Schule filmten drei Kameras die Begrüßung und die Gebete der Schulpfarrer Anja Steinke und Peter Wagner. Und sie übertrugen die Predigt des Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau: Dr. Volker Jung dankte den jungen Menschen zunächst, dass sie in den Monaten der Pandemie so vieles auf sich genommen haben: „Im Rückblick wird man Euch das hoch anrechnen. Ihr wart und seid selbst nicht diejenigen, die besonders gefährdet sind. Ihr habt auf vieles verzichtet, um andere zu schützen.“

Außerdem sprach sich Jung gegen die Polarisierung der Gesellschaft durch Vorwürfe oder Schuldzuweisungen aus und auch „nicht steckenzubleiben in all dem, was bedrückt und belastet“. Denn es gebe aktuell viele Anzeichen dafür, dass das Leben „wieder freier, offener, schöner“ werden könne, sagte der Kirchenpräsident mit Blick auf sinkende Inzidenzzahlen und die steigende Impfquote. Das seien seiner Ansicht nach Mut machende Ausrufezeichen für einen guten Neustart.



Doch im Titel des Gottesdienstes, „Restart!?“ steht auch ein Fragezeichen: „Wir wissen nicht, ob es gelingen wird. Bekommen wir die Delta-Variante in den Griff? Wird es einen Impfstoff geben, der für alle Kinder und Jugendliche empfohlen werden kann? Wird es gelingen, ein normales, sicheres Schuljahr vorzubereiten?“, fragt sich Jung, ist aber insgesamt zuversichtlich. Denn Gott stellt den vielen Fragezeichen ein großes Ausrufezeichen entgegen, glaubt er: „Gottes Geistkraft hilft, Schweres zu überwinden. Sie bringt Menschen zusammen, dass sie in einem guten Sinn füreinander da sein können. Und Gottes Geistkraft lässt Menschen fragen: Was müssen wir ändern, damit unser Leben besser wird. Das brauchen wir jetzt dringend.“ Corona, sagt der Kirchenpräsident, hat uns auch gelehrt, dass es gut ist, wenn wir sorgsamer mit der Welt und mit uns umgehen: „Damit diese Welt auch für Eure Generation und die Generationen, die noch kommen werden, eine gute Zukunft bietet.“ (bon)

Im Detail: Viele haben mitgewirkt
Der „Restart!?“-Gottesdienst war der erste, den das Evangelische Gymnasium Bad Marienberg seit dem Beginn der Corona-Pandemie feierte. Er wurde vor allem von jungen Menschen gestaltet. Organist Leo Wildauer, die Querflötistin Lillian Groß und Querflötist Connor Bixby sowie der Musikpraxiskurs mit den Sängerinnen und Sängern Denisha Anton Raveendran, Lina Becker und Aaron Mauer mit Kira Litau (Schlagzeug), Sarah Schmidt (Glockenspiel) und Jonas Thielmann (Klavier) bereicherten den Morgen mit kreativen Klängen. Außerdem sprachen die Schülerinnen Lea Treptow und Nele Böer in kurzen Meditiationen über Angst und Sorgen, aber auch über Hoffnung und Aufbruch. Die Fünftklässler zeigen schließlich, dass Gebete manchmal auch ohne Worte auskommen und tragen Psalmtexte pantomimisch vor. Pfarrerin Anja Steinke und Pfarrer Peter Wagner hatten die Text mit den Schülerinnen und Schülern erarbeitet und wirkten in der liturgischen Gestaltung des Gottesdienstes mit. Für die Technik war Tobias Ohmann verantwortlich.


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