Werbung

Nachricht vom 19.06.2021    

Der Erzquellweg in Mudersbach: Erlebnisweg mit Bergbau, Bier und Baumriesen

Von Katharina Kugelmeier

Nicht nur für Bierliebhaber ist der Erzquellweg, welcher zu den Erlebniswegen der Naturregion Sieg gehört, eine tolle Strecke. Auf knappen zwölf Kilometern lernt man die Schatzkammer des Giebelwaldes kennen, in welcher neben Erzvorkommen und Quellwasser auch der Wald eine wirtschaftliche Bedeutung hat.

Der Eingang zum früheren Erzquell-Stollen ist nur eine von vielen Sehenswürdigkeiten auf dem Erzquellweg. Foto: TI Kirchen

Mudersbach. Eine Rundwanderung mit Kulturgeschichte, so könnte man den Erzquellweg beschreiben. Seit 1885 wird das wertvolle Quellwasser bereits genutzt, um ebenso wertvolles Bier zu brauen. Doch auch die Erzvorkommen und Holzwirtschaft haben den Giebelwald bei Mudersbach zu einer wahren Schatzkammer der Region gemacht. Infotafeln am Rand der Strecke und Reste der eisenzeitlichen La-Tène-Öfen zeigen Wandernden die Bedeutung der jahrtausendealten Besiedelung und Nutzung der Bodenschätze.

Foto: Uli Merzhäuser

Start des Erlebnisweges der Naturregion Sieg ist der Wanderparkplatz gegenüber der Erzquell-Brauerei. Der gelb markierte Zuweg zur eigentlichen Strecke, welche wie alle Erlebniswege mit dem roten Logo markiert ist, führt mit einem Anstieg durch den Ortsteil Niederschelderhütte zu einem parallel zum Sieghang verlaufenden Waldweg. Über diesen geht zum ehemaligen Rabenstollen, wo man erstmals frisches Quellwasser direkt aus dem Giebelberg kosten kann. Im weiteren Verlauf des Forstwegs erreicht man durch hohen Laubwald eine imposante Felswand. Diese „Mariengrotte“ ist eine Art Gebetsraum im Grünen, ein Ort zum Verweilen und Innehalten.

Nach mehreren Wegbiegungen durchwandert man ein nach alter Tradition bewirtschaftetes Haubergsgebiet, wo alte Hohlwege zeigen, dass früher Fuhrwerke von Köhlern, Forst- und Bergleuten die Wege formten. Diese einzigartigen Wege wechseln dann im Oehlsbachtal zu einer offenen und weitläufigen Landschaft, die dazu einlädt, den Blick über Pferdekoppeln bis zum Horizont zu schweifen zu lassen. Kurze Zeit später gelangt man zurück in einen Wald, auf dessen Bergrücken noch heute einzelne Baumriesen die Grenzen der Haubergsflächen markieren. Nach einem gemütlichen Streckenabschnitt über „den Erzberg“ erreicht man eine weitere Rastmöglichkeit. Der Picknickplatz am Erzquellstollen besticht nicht nur durch seine schöne Lage, sondern auch durch das erfrischende Quellwasser. Wann kann man schon mal echtes „Brauwasser“ kosten?



Foto: Erzquell Brauerei

Auf den Höhen des Giebelwaldes, welche man auf weiterem Weg überwandert, informieren mehrere Tafeln über die Spuren der La-Téne-zeitlichen Eisengewinnung. Eine wirklich spannende Reise in längst vergangene Zeiten, die noch heute das Bild der Region prägen. Oberhalb des Schindebachs sind beispielsweise noch Relikte des mittelalterlichen Bergbaus zu erkennen und auch die Reste der vorher bereits passierten Reste der La-Téne Öfen sind Zeugen längst vergangener Zeiten. Im moosigen Fichtenwald lassen sich trichterförmige „Pingen“ erkunden, aneinandergereihte Vertiefungen im Gelände, die ehemalige Gruben des Erzabbaus markieren. Nun geht es nur noch stetig bergab durch das Schindebachtal zurück zum Ausgangspunkt der Tour an der Erzquell-Brauerei.

Der Erzquellweg ist eine kulturgeschichtlich und landschaftlich absolut empfehlenswerte Strecke. Zeugnisse vergangener Zeiten und Gegebenheiten lassen sich selten inmitten so vielfältiger Natur erleben. Auch für Familien ist die Strecke gut geeignet, da es nicht nur viele Spannende Informationen, sondern auch viel zu entdecken gibt. Eine gute Grundkondition sollten Wandernde allerdings mitbringen, da es doch einige Höhenmeter auf der knapp zwölf Kilometer langen Strecke zu erklimmen gibt. Zu bestimmten Zeiten kann man nach vorheriger Anmeldung auch die Erzquell-Brauerei besichtigen. Hier kann man erleben und selbst probieren, was Braukunst aus dem vorher erkundeten Quellwasser alles herausholt.


Tour-Informationen:

Art: Rundweg
Schwierigkeit: mittel
Strecke: 11,4 km
Dauer: 4 Stunde
Steigung: circa 350 Höhenmeter
Familiengeeignet: Ja
Beschildert: Ja
Beschaffenheit: überwiegend Wald- und Forstwege
Besonderheit: Erlebnisweg
Startpunkt: Parkplatz Erzquell-Brauerei (Kölner Str. 1, 57555 Mudersbach)
Zielpunkt: wie Startpunkt

Download GPX-Datei


In unserer Facebook-Wandergruppe "Wandern im Westerwald" gibt es übrigens auch ständig schöne neue Ecken der Region zu entdecken.

Haben Sie auch einen Wander- oder Ausflugstipp? Dann schreiben Sie uns gerne an westerwaldtipps@die-kuriere.info. Vielen Dank!


Mehr zum Thema:    Ausflugsziele im Westerwald    Westerwaldtipps    Wandertipps    Wandern    Freizeit   
Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Kirchen auf Facebook werden!


Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Sperrung auf der B 54 zwischen Waldmühlen und Rennerod

Wegen einer Vollsperrung wird es ab Montag, 9. August, bis Oktober zu erheblichen Umwegen kommen müssen zwischen Langendernbach und Rennerod. Beträgt die Distanz über die B54 knapp neun Kilometer, wird die ausgeschilderte Umleitung mehr als 25 Kilometer betragen.


Region, Artikel vom 04.08.2021

Montabaur: Sperrung Elgendorfer Straße

Montabaur: Sperrung Elgendorfer Straße

In der Elgendorfer Straße in Montabaur wird die Fahrbahn erneuert. Ab dem 10. August bleibt sie deshalb für mehrere Wochen für den Verkehr gesperrt. Umleitungen werden eingerichtet.


Region, Artikel vom 04.08.2021

Bagger fuhr in die Stromleitung

Bagger fuhr in die Stromleitung

Störung im Mittelspannungsnetz in Höhn: Die Stromversorgung war in mehreren Ortschaften zeitweise unterbrochen. Aufgrund von Reparaturarbeiten kann es eventuell zu erneuten kurzzeitigen Abschaltungen kommen.


Zeugenaufruf nach Fahrerflucht am Bahnübergang in Nistertal

Ob bewusst oder unbewusst: Nachdem ein Transporter ein Andreaskreuz rammte und flüchtete, holten Jugendliche das Verkehrszeichen von den Schienen und verhinderten dadurch, dass ein Zug darüber gefahren wäre.


Für die Flutopfer über die Alpen von Garmisch nach Meran

Eine ganz besondere Aktion haben sich die “Nistertaler Skifahrer“ überlegt. Für die durch Corona ausgefallenen Skireisen wollen die sieben Westerwälder nun zu Fuß von Garmisch nach Meran. Kombiniert wird das Ganze durch eine Spendenaktion pro Kilometer für die Flutopfer an der Ahr.




Aktuelle Artikel aus der Region


Zeugenaufruf nach Fahrerflucht am Bahnübergang in Nistertal

Nistertal. Bereits am 30. Juli gegen 18 Uhr beschädigte ein weißer Transporter das Andreaskreuz am Bahnübergang am Einmündungsbereich ...

Westerwaldwetter: Aktueller Wetterbericht und Prognose für Donnerstag, den 5. August 2021

Region. Die aktuelle Wetter- und Warnlage für Rheinland-Pfalz und den Westerwald.

Stand: Mittwoch, 04.08.21, 17:30 Uhr

Wetter- ...

Für die Flutopfer über die Alpen von Garmisch nach Meran

Nistertal. Weil durch „COVID-19“ die Skitouren nach Ellmau (Österreich) und Wolkenstein (Italien) storniert werden mussten, ...

Westerwälder Rezepte: Kalte Platte flott gefüllt

Region. Wer im Sommer nicht heiß kochen oder essen möchte, ist mit leckeren kalten Häppchen gut bedient: Spargelröllchen, ...

Die Sänger des Männerchors CÄCILIA Horbach laden wieder zum Chorwettbewerb

Region. 2022 feiert der Männergesangsverein (MGV) CÄCILIA Horbach, mit seinem Chorleiter Jürgen Faßbender, sein 140-jähriges ...

Stiftung Scheuern freut sich über Spatenstich für neues Wohnhaus in Montabaur

Montabaur. Es war ein Anfang und ein Schlusspunkt zugleich. Ein Anfang, weil nun die Bauzeit für das neue Wohnhaus der Stiftung ...

Weitere Artikel


Arbeiten an Stromnetzen Hachenburg und Selters

Hahn am See. Für diese Arbeiten schaltet die ENM, die Netzgesellschaft in der Unternehmensgruppe Energieversorgung Mittelrhein ...

Spurensuche zur Stolpersteinverlegung in Wirges

Wirges. Hier werden der Heimatforscher Dr. Uli Jungbluth und der Projektleiter der SPD Wirges Cosimo Jankowitsch zu Wort ...

CDU-Impulse: Bei Corona-Impfungen auf einem guten Weg

Montabaur. Das ist das Resultat der „Zwischenbilanz zu den Corona-Impfungen im Westerwaldkreis“. Mit diesem Thema setzte ...

Prämiertes Frauenensemble aus Region im Rennen um besten virtuellen Chor

Region. Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die der Musikrat des Chorverbands Rheinland-Pfalz den Chören gestellt hatte: ...

Corona im Westerwaldkreis: Inzidenzwert auf 7,9 gesunken

Montabaur. Der relevante Inzidenzwert RKI des Kreises liegt bei
Samstag, 19. Juni 7,9
Freitag, 18. Juni 9,4
Donnerstag, ...

Mittelblockerin Haile Watson komplettiert Bundesligakader VC Neuwied

Neuwied. Jetzt können die Deichstadtvolleys Vollzug melden: Die 25-jährige Kalifornierin Haile Joyce Watson wechselt vom ...

Werbung