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Nachricht vom 05.06.2021    

„MEDIAN“ bündelt und veröffentlicht Expertenwissen zu Long Covid

Chefärzte führender Kliniken der MEDIAN Unternehmensgruppe gründen Medical Board Long Covid / Expertengremium trägt Wissen zu Langzeitfolgen zusammen und optimiert Reha-Behandlung von Patienten / Ergebnisse werden Mitte Juni auf neuer Website veröffentlicht.

Symbolfoto

Wied. "MEDIAN", der größte Anbieter von Rehabilitationsleistungen in Deutschland, bündelt und veröffentlicht sein Expertenwissen, um die Behandlung von Patienten mit Langzeitfolgen nach einer SARS-CoV-2-Infektion in der Rehabilitation bundesweit zu optimieren. In einem neu gegründeten Medical Board Long Covid werden dazu die interdisziplinären Erfahrungen aus den Fachkliniken für Pneumologie, Orthopädie, Neurologie, Innere Medizin, Kardiologie und Psychosomatik analysiert. Ziel ist es, allen Ärzten in Reha- und Akutkliniken, Hausärzten und behandelnden Therapeuten das Wissen zur Behandlung der Langzeitfolgen von Covid-19-Patienten zur Verfügung zu stellen. Auch Betroffene und Angehörige sollen speziell aufbereitete Informationen zu den Langzeitfolgen der Infektion im Web abrufen können.

Erfahrungen aus einem Jahr ausgewertet
„Wir haben bei MEDIAN seit April 2020 bereits rund 2.000 Patienten mit Langzeitfolgen behandelt, mehr als jeder andere Anbieter in Deutschland. Die detaillierten Beobachtungen, Behandlungsergebnisse und Daten aus mehr als einem Jahr stehen uns nun ausgewertet zur Verfügung", erklärt CEO Dr. André M. Schmidt. „Wir wollen unsere Erfahrungen jetzt öffentlich teilen, damit Long Covid besser diagnostiziert und richtig behandelt werden kann. Letztendlich sollen alle Patienten in ganz Deutschland davon profitieren." Um das zu erreichen, hat MEDIAN die renommiertesten Köpfe der Post-Covid-Rehabilitation des Unternehmens in einem Expertengremium, dem Medical Board Long Covid, an einen Tisch geholt. Die Chefärztinnen und Chefärzte aus MEDIAN Fachkliniken haben bereits in zahlreichen Treffen Behandlungsergebnisse analysiert und daraus medizinische Rückschlüsse für die Therapie der Langzeitfolgen von Covid-19 gezogen.

Website macht Long-Covid-Wissen verfügbar
Ziel ist es, den Transfer von Wissen und Methoden zwischen den einzelnen Kliniken im direkten Dialog der Experten zu intensivieren, gesicherte Ergebnisse für die bestmögliche Behandlung bei MEDIAN zu gewinnen und diese ab Mitte Juni auf einer separaten Website zu veröffentlichen. Dazu werden auch konkrete Fallbesprechungen gehören, die bei jeder Sitzung des Medical Boards stattfinden und dokumentiert werden sowie Live-Symposien und Webinare. „Wir wollen unsere Arbeitsschritte und Überlegungen transparent, verständlich und nachvollziehbar darstellen", erklärt Dr. med. Per Otto Schüller, Chefarzt der Abteilungen Kardiologie und Pneumologie der MEDIAN Klinik Flechtingen und einer von zwei Sprechern des neuen Medical Boards.

„Unsere Ergebnisse, die wir in unseren wöchentlichen Sitzungen zusammentragen, sind wichtig, um in ganz Deutschland schnell auf die noch kommenden Herausforderungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie reagieren zu können", ergänzt Dr. med. Jördis Frommhold, Chefärztin der Abteilung für Atemwegserkrankungen und Allergien an der MEDIAN Klinik Heiligendamm und zweite Sprecherin des Medical Boards.



Große Bandbreite an Langzeitfolgen
Nach bisherigen Erkenntnissen von MEDIAN hat Long Covid eine große Bandbreite möglicher Symptome. Führend ist dabei die chronische Fatigue, charakterisiert durch Müdigkeit und Belastungsintoleranz. Allerdings werden auch vielfältige neurologische Symptome wie Geruchs- und Geschmacksstörungen, Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwäche, Wortfindungsstörungen und Polyneuropathie beschrieben. Hinzu kommen depressive Zustände, Angststörungen, Schlafstörungen, Schwindelanfälle und multiple Schmerzzustände – insbesondere Muskel- und Gelenkbeschwerden – sowie weitere psychosomatische Störungen. Teilweise kann sich eine bestehende psychische oder körperliche Erkrankung vorübergehend verschlechtern. Schätzungen von MEDIAN zufolge haben etwa zehn Prozent der als genesen geltenden Covid-Patientinnen und -Patienten mit Langzeitfolgen zu kämpfen. Dies bestätigen auch Daten aus Großbritannien, wo sich MEDIAN im Prozess der Integration der britischen Priory Group befindet. Hier werden sechs Monate nach stattgefundener Infektion noch bei zehn Prozent der Patienten Symptome angegeben. Insbesondere die chronische Fatigue kann vier Wochen nach Infektion noch mit einer Häufigkeit von rund einem Drittel der Fälle vorliegen.

Umfangreiche Behandlungskonzepte
MEDIAN hat sich bereits früh mit vier Konzepten zur Post-Corona-Rehabilitation an der Bewältigung der Covid-19-Pandemie beteiligt. Sie wurden von interdisziplinären Medical Boards entwickelt und werden einheitlich in allen Kliniken der Gruppe mit entsprechendem Fachgebiet angeboten. Hierzu zählen eine spezifische pneumologische Post-Corona-Rehabilitation, eine interdisziplinäre Post-Corona-Rehabilitationen, eine spezifische psychosomatische Post-Corona-Rehabilitation und eine spezifische Sucht-Post-Corona-Rehabilitation. Der Behandlungsansatz berücksichtigt in allen Fällen die umfassenden somatischen, neurologischen und psychischen wie auch sozialen Beeinträchtigungen der Betroffenen durch die individuellen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, um einen bestmöglichen Rehabilitationserfolg auch im Sinne der ungestörten Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben zu erreichen. Die hierbei gesammelten umfangreichen Erfahrungen fließen derzeit in die Weiterentwicklung dieser Maßnahmen mit besonderem Fokus auf Long Covid ein. (PM)


Mehr zum Thema:    Coronavirus   
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