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Nachricht vom 15.05.2021    

Die Sporkenburg: Eine spätmittelalterliche Burgruine im Westerwald

Von Katharina Kugelmeier

Eine besonders beeindruckende Burgruine ist die Sporkenburg. Rund ein Kilometer südlich von Eitelborn ragen die Überreste der spätmittelalterlichen Burg hoch aus dem Wald hinaus. Ein Besuch lohnt sich definitiv, denn es gibt auch heute noch sehr viel in den alten Gemäuern zu entdecken.

Die Sporkenburg in Eitelborn ist eine jederzeit frei zugängliche und teils gut erhaltene Burgruine. Foto: VG Montabaur

Eitelborn. Nur einen Kilometer südlich des kleinen Ortes Eitelborn im Westerwald liegt die Ruine der Sporkenburg. Oberhalb der Landesstraße 329 zwischen Bad Ems und Arzbach ragen die Überbleibsel der Burg hoch aus dem Wald hinaus. Die jederzeit frei zugängliche Burg erreicht man zu Fuß auf direktem Weg durch den Wald von Eitelborn aus oder man steigt von der L 329 auf. Ganz so einfach zu finden ist die Sporkenburg trotz ihrer Größe allerdings nicht. Vom Erlenweg in Eitelborn ausgehend folgt man der Beschilderung des Burgweges hinunter in den Wald. Nach der Schranke nimmt man an der Wegkreuzung den Pfad nach rechts, welcher leicht abfallend zur Burgruine führt. Wer einen Besuch der Burgruine mit einer ausgiebigen Wanderung verbinden möchte, kann sich den knapp fünf Kilometer langen Rundweg oder die 14 Kilometer lange Wäller Tour Augst vornehmen, welche die Burgruine beinhalten.

Foto: VG Montabaur

Das genaue Erbauungsdatum der Sporkenburg ist leider ungewiss. Anhand verschiedener Quellen vermutet man, dass die Anlage der Burg zu einem Hofgut gehörte, welches der Trierer Erzbischof Engelbert (1071-1101) der Abtei St. Matthias schenkte. Ende des 13. Jahrhunderts bauten die damaligen Lehensträger, die Brüder Emmerich von Andernach und Heinrich von Lahnstein, die Sporkenburg, welche allerdings kurz darauf bereits wieder von Graf Otto von Nassau zerstört wurde. Im Jahr 1310 wurde durch den Trierer Erzbischof Balduin Heinrich von Helferstein per Vertrag mit den Grafen von Nassau der Wiederaufbau geregelt. Im Jahr 1518 wurde die Anlage an die Brüder Johann und Quirin von Nassau verkauft und blieb in deren Besitz, bis sie im Jahr 1635 während des Dreißigjährigen Kriegs durch die Franzosen endgültig zerstört und unbewohnbar wurde. Staatskanzler Fürst von Metternich verkaufte die Ruine 1811. Im Jahr 1900 ging die Sporkenburg erst an Preußen und 1948 dann an Rheinland-Pfalz über. Seit 1967 hat das Landesamt für Denkmalpflege die erhaltenen Mauerreste schrittweise restauriert.



Foto: VG Montabaur

Die als Turmburg errichtete Anlage befindet sich auf einem etwa rechtwinkligen Bergsporn oberhalb des Emsbaches. Sie ist nur von Norden zugänglich, da der Bergsporn zum Westen, Süden und Osten steil abfällt. Von den früheren äußeren Verteidigungsanlagen ist leider heute nichts mehr da und auch der südlich vorgelagerte Zwinger ist nahezu vollständig verschwunden. Die Kernburg selbst ist 35 Meter lang und 18 Meter breit. Auffallend sind viele Elemente aus dem französischen Burgenbau. Einen Bergfried sucht man beispielsweise vergebens, stattdessen findet man eine Schildmauer, welche nach innen turmartig ausgebaut ist und so für ausreichend Schutz sorgte. Auch die Tourellen an der Schildmauer sind ein typisches Element der französischen Burgbaukunst. Nach einem Einsturz mussten einige Teile der hofseitigen Wand anhand von Fotos rekonstruiert werden. Dabei wurden auch andere Teile wie die Wehrplatte des Schildmauerturms sowie der Wehrgang erneuert, um möglichst viel des Charakters der Sporkenburg zu erhalten.


Mehr zur Ruine Sporkenburg

Kleiner Rundweg zur Sporkenburg

Die Wäller Tour Augst

Wunderschöne Drohnenaufnahmen der Sporkenburg sind in diesem Film zu sehen.


In unserer Facebook-Wandergruppe "Wandern im Westerwald" gibt es übrigens auch ständig schöne neue Ecken der Region zu entdecken.

Haben Sie auch einen Wander- oder Ausflugstipp? Dann schreiben Sie uns gerne an westerwaldtipps@die-kuriere.info. Vielen Dank!


Mehr bei "Verliebt in den Westerwald": Die Sporkenburg: Eine spätmittelalterliche Burgruine im Westerwald


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