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Nachricht vom 04.05.2021    

Bacher Lay: Familienfreundliche Rundwanderung durch das Naturschutzgebiet

Von Katharina Kugelmeier

Die Rundwanderung „Bacher Lay“ ist eine familienfreundliche und rund sieben Kilometer lange Wanderung durch das wildromantische Naturschutzgebiet Bacher Lay. Mit Abstechern zur Marienquelle, dem imposanten Basaltsteinbruch und dem Pfaffenmal bietet die kurzweilige Strecke viel Abwechslung.

Über eine kleine Holzbrücke erreicht man den alten Basaltsteinbruch, welcher zum Verweilen einlädt. Foto: Katharina Kugelmeier

Bad Marienberg. Start der schönen und sehr abwechslungsreichen Rundwanderung ist der Parkplatz der Talstation des Skilifts Schorrberg im Westerwald. Durch das Naturschutzgebiet Bacher Lay, entlang der Schwarzen Nister, durch Wälder und Felder führt der familienfreundliche Rundweg. Dank einer sehr guten Beschilderung und den Wegmarkierungen M4 kann man der Strecke auch ohne zusätzliche Ausrüstung problemlos folgen. Kurze Abstecher wie zur Marienquelle, einem alten Basaltsteinbruch oder dem Pfaffenmal sowie „Baumelbänke“ und ein Kneipp-Becken, machen die Wanderung zu einem vielfältigen Erlebnis. Und wer aufmerksam die Umgebung beobachtet, hat gute Chancen, ein Eichhörnchen im Wald oder verschiedene Greifvögel auf den Feldern zu sehen.

Foto: Katharina Kugelmeier

Los geht es vom Parkplatz kommend rechts, ein kurzes Stück an der Straße entlang über eine Brücke, um dann im Anschluss gleich wieder rechts in den Christian-August-Kahm-Weg einzubiegen. Diesen wandert man hinauf bis zu einer Weggabelung. Geradeaus erreicht man nach wenigen hundert Metern auf der linken Seite den Pfad zur Marienquelle. Der kurze Abstecher ist auf jeden Fall lohnenswert. Bei der Marienquelle laden Bänke mit einem schönen Blick inmitten der Natur zum Verweilen ein. Sie befindet sich im ältesten Teil Bad Marienbergs und fand erstmals im Jahr 1863 in der Marmer Kirchenchronik Erwähnung. Seinerzeit wurde die Quelle als „vortreffliches Wasser“ gerühmt, heute jedoch fließt kein Trinkwasser mehr.

Foto: Katharina Kugelmeier

Von der Marienquelle geht es auf gleichem Weg zurück zur Weggabelung, von wo aus man nun den anderen Weg weiter talwärts in Richtung Schwarze Nister wandert. Hier erreicht man nach kurzer Zeit auch schon das nächste Highlight, ein Kneipp-Rondell mit Tretbecken und Armbad. Damit begeisterte Kneipper die empfohlene Zeit zwischen Wassertreten und Armbaden von einer Stunde einhalten können, laden Bänke im Umfeld der Kneippanlage zum Verweilen und genießen der Umgebung ein. Übrigens: Durch den Wechsel von Warm und Kalt werden beim Kneippen Durchblutung, Kreislauf und Stoffwechsel angeregt. Durch die Beschleunigung des Blutstroms in den Venen beugt man außerdem Krampfadern vor. Das richtige Vorgehen erklärt eine Hinweistafel direkt bei den Becken.

Foto: Katharina Kugelmeier

Wandert man schließlich weiter, gelangt man auf einen leicht erhöht liegenden Wanderweg, welcher parallel zur Schwarzen Nister bereits nach kurzer Zeit wieder in den Wald hineinläuft. Vorbei an Natursteinmauern und Basaltsteinen erreicht man wenig später eine Brücke, welche rechts vom Weg abzweigt. Hier gibt es den zweiten kurzen Abstecher in einen alten Basaltsteinbruch. Meterhohe Basaltwände ragen aus dem Boden auf und stetig rinnt aus der einen oder anderen Felsspalte das Wasser. Eine sonnige Bank mit Blick auf den imposanten Basaltstein ist der perfekte Ort für eine kleine Rast. Auch für eine Picknick-Decke findet sich hier ausreichend Platz.



Foto: Katharina Kugelmeier

Über die Brücke zurück auf den eigentlichen Weg gelangt man durch wildromantische Naturwege entlang der Schwarzen Nister zum Ort Nisterau. Hier geht es noch vor dem eigentlichen Ort gleich rechts eine Straße hinunter und erneut über eine Brücke am Wald entlang in Richtung offener Felder. Gleich zu Beginn der Feldlandschaft kann man den dritten Abstecher machen und den Weg nach rechts in Richtung Naturdenkmal Pfaffenmal verlassen. Das auf 482 Metern über Null gelegene Pfaffenmal ist eine über Pfade zu erreichende, klippenartige Basaltkuppe aus der Tertiärzeit. Vor etwa 25 Millionen Jahren entstanden, ranken sich um das Pfaffenmal verschiedene Sagen. Nach mündlicher Überlieferung soll es vor der Reformation eine Einsiedlerklause gewesen sein, wohingegen man sich in den Spinnstuben vergangener Tage von einem Zwergenvolk erzählte, welches als Bergleute tätig war und von den Leuten „Pfaffen“ genannt wurde. Auf gleichem Weg geht es vom Pfaffenmal zurück zum Rundwanderweg.

Foto: Katharina Kugelmeier

Leicht bergauf durch Felder erklimmt man nun eine kleine Anhöhe, von welcher man einen grandiosen Fernblick in den Westerwald genießt. Hier geht es nun rechts weiter auf einem asphaltierten Weg, welcher in einer langgezogenen Linkskurve an einem Friedhof endet. Hier überquert man schräg nach rechts die Poststraße, bevor man nach einem Stück zwischen Wald und Feld wieder ganz in den Wald gelangt. Am Ende des Weges wandert man rechts den Weg wieder aus dem Wald heraus. Vor der kommenden Linkskurve geht man geradeaus über einen Wiesenweg weiter hinab in Richtung Poststraße, welche man erneut überquert und in den Wald der Bacher Lay eintaucht. Die restliche Strecke bleibt man von nun an im Wald. An einer letzten Abzweigung biegt man noch einmal nach links ab und gelangt auf Waldwegen vorbei am Schützenhaus zurück zum Ausgangspunkt.

Foto: Katharina Kugelmeier

Auch wenn die Rundwanderung durch die Bacher Lay mit ihren sieben Kilometern in zwei Stunden leicht zu bewältigen ist, sollte man dennoch etwas mehr Zeit einplanen, um sich vollkommen auf die vielen Entdeckungsmöglichkeiten einzulassen. Ein kurzes Innehalten an verschiedenen Wegpunkten ist absolut lohnenswert. Ob man Eichhörnchen beobachtet, dem Zwitschern der Vögel oder dem Plätschern des Wassers lauscht, ob man einfach auf einer „Baumelbank“ die Beine baumeln lässt und mit geschlossenen Augen den Moment genießt, die Bacher Lay bietet für jeden etwas Besonderes.

Die Hauptrunde ohne Abstecher ist für einen etwas geländetauglichen Kinderwagen ohne Weiteres geeignet. Rollstuhlfahrer könnten an der einen oder anderen Stelle wahrscheinlich etwas Hilfe benötigen. Je nach Wetterlage kann es allerdings vor allem auf den Waldwegen und pfadähnlichen Teilstücken problematisch werden. Geht man vom Friedhof rechts entlang der Poststraße bis zur Abzweigung in die Bacher Lay, kann man zumindest das Stück über die Wiese vermeiden.


Tour-Informationen:

Art: Rundweg
Schwierigkeit: leicht
Strecke: 7 km
Dauer: 2 Stunden
Steigung: circa 100 Höhenmeter
Familiengeeignet: Ja
Beschildert: Ja
Beschaffenheit: hauptsächlich teils schmale Waldwege, Stufen an der Brücke, bedingt kinderwagentauglich und für Rollstuhlfahrer eher schwierig
Besonderheit: Naturschutzgebiet
Startpunkt: Parkplatz Talstation Skilift Schorrberg (Nassauische Straße, 56470 Bad Marienberg)
Zielpunkt: wie Startpunkt

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