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Nachricht vom 24.04.2021    

„Speckschichten aus CO2“ – Wunderwerk Baum

Information der Landesforsten zum Internationalen Tag des Baumes am 25. April 2021. Thema: „Speckschichten aus CO2“ – Wie funktioniert das Wunderwerk Baum und was leistet der Wald?

Symbolfoto

Stromberg/Region. Bäume sind wahre Wunderwerke, jetzt im Frühling erwachen sie langsam und fahren ihre Funktionen hoch. Ein gesunde 150-jährige Buche erzeugt beispielsweise jeden Tag so viel Sauerstoff, dass sie 22 Personen mit frischer Atemluft versorgen kann.

Oft erachten wir Bäume als selbstverständlich, sind sie in unserem Land doch zum Glück noch zahlreich vorhanden. „Mehr als eine halbe Milliarde Bäume stehen in den Wäldern von Rheinland-Pfalz, hinzu kommen Bäume in Parks, Gärten und an Straßen. Sie sind die grüne Lunge unseres Landes und wahre Klimaschützer – allerdings nur solange sie gesund und widerstandsfähig sind. Unsere Försterinnen und Förster setzen daher auf naturnahe Waldwirtschaft, um das Wunderwerk Baum auch für künftige Generationen zu erhalten“, sagte Staatsministerin Anne Spiegel. Zum Internationalen Tag des Baumes lohnt es sich, genauer anzuschauen, wie der Baum seine beeindruckenden Leistungen vollbringt.

Die Grundlagen sind wohl noch einigen aus der Schule in Erinnerung – der Baum betreibt Photosynthese: Aus Sonnenlicht, Wasser und Kohlenstoffdioxid (CO2) entsteht Sauerstoff und Zucker.

Soweit so klar, aber wie macht der Baum das und was hat es mit Baumbestandteilen wie Kambium, Bastzellen und Splintholz auf sich? Ein Baumstamm offenbart im Querschnitt aus welchen Schichten er besteht. In der Mitte ist das Kernholz, es ist das alte, leblose Holz. Darum herum liegt das Splintholz, dieses transportiert für die Photosynthese benötigtes Wasser und Nährstoffe mithilfe der Wurzeln aus der Erde durch den Baumstamm nach oben in die Baumkrone. 400 Liter Wasser verbraucht und verdunstet ein Baum so pro Tag und sorgt damit für ein angenehmes Mikroklima.

In der Baumkrone spaltet das Chlorophyll in den Blättern mit Hilfe von Licht das Kohlenstoffdioxid auf, nutzt den entstehenden Kohlenstoff für Pflanzenwachstum und setzt frischen Sauerstoff frei – rund 11.000 Liter am Tag. Das Kohlenstoffdioxid ist sozusagen die Nahrung des Baumes.

Das Splintholz wird aus einer weiteren Schicht gebildet, dem Kambium, das auf dem Splintholz liegt. Dieses bildet – Jahr für Jahr - nach innen Holzzellen und nach außen Bastzellen. So entstehen die charakteristischen Jahresringe im Holz, der Baum legt also Jahr für Jahr „Speckschichten“ aus CO2 an.

Der Bast transportiert die in der Baumkrone täglich produzierten zehn Kilogramm Zucker durch den Baumstamm nach unten. Auf der Bastschicht liegt die Borke, die den Baum vor Umwelteinflüssen schützt und aus Kork und toten Bastzellen entsteht. Sie wächst immer weiter nach außen und blättert dabei häufig ab.



Kohlenstoffspeicher Wald
Den Kohlenstoff, den der Baum aus der Luft bekommt, speichert er im Holz. Dort ist er solange gebunden, wie das Holz besteht – zerfällt es, weil der Baum stirbt oder verbrennt, wird der Kohlenstoff wieder in die Atmosphäre freigelassen. „Der Wald ist die bedeutendste Kohlenstoffsenke, die wir haben und auch die Nutzung des Rohstoffes Holz beim Bau von Häusern und Möbeln sorgt dafür, dass Kohlenstoff über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gebunden bleibt“, so Spiegel. Je mehr Kohlenstoff also in der Biomasse und in Holzprodukten langfristig gespeichert ist, desto besser für den Klimaschutz. Nach Stürmen, Waldbränden oder Schäden durch Borkenkäferfraß setzt der Wald mehr CO2 frei als er durch Biomasseaufbau aufnimmt. Kohlenstoffsenken sind unsere Wälder also nur dann, wenn die Biomasse zunimmt. In Rheinland-Pfalz ist diese nachhaltige Forstwirtschaft verpflichtend und wird im Staatswald des Landes unter anderem durch das FSC-Siegel garantiert.

Je nach Baumartenzusammensetzung, Alter der Bäume und Holzdichte speichert der Wald unterschiedlich viel Kohlenstoff. 3,7 Millionen Tonnen CO2 sind gegenwärtig in lebenden Bäumen und in Totholz in Rheinland-Pfalz gebunden. In jedem Kubikmeter Holz sind rund 1.000 Kilogramm CO₂ gespeichert. Zum Vergleich: In etwa dieselbe Menge CO₂ entsteht, wenn man mit einem Mittelklassewagen von Paris nach Moskau und wieder zurückfährt. Eine weitere halbe Million Tonnen CO2 steckt im sogenannten Holzproduktespeicher, zu dem zum Beispiel Tische, Schränke oder Holzhäuser zählen. Wird das Holz mehrfach genutzt, zum Beispiel durch Recycling, ist dies für den Klimaschutz besonders günstig.

Hintergrund zum Tag des Baumes
Der Tag des Baumes wurde am 27. November 1951 von den Vereinten Nationen beschlossen. Der deutsche Tag des Baumes wurde erstmals am 25. April 1952 begangen. Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, pflanzten im Bonner Hofgarten einen Ahorn. Der damalige Ehrentag für den Baum war durch die Nachkriegssituation geprägt und gedachte der Abholzung und Zerstörung der Wälder während des Krieges. (PM)


Mehr dazu:   Naturschutz  
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