Werbung

Nachricht vom 13.04.2021    

Drohungen und Beleidigungen wegen Kinderlärm auf Spielplatz in Bendorf

Am 12. April postete eine Mutter in einer Gruppe des Sozialen Netzwerkes „Facebook“ ein Bild von einem Zettel, auf dem sich jemand beleidigend über den Lärm spielender Kinder auf einem Parkplatz beschwerte und Drohungen aussprach.

Dieser Spielplatz in Bendorf ist Stein des Anstoßes. Fotos: Uwe Schumann

Bendorf. Auf dem Zettel, der von einem Unbekannten in einem der Briefkästen in der Nachbarschaft eingeworfen wurde, steht: „Spielplatzlärm. Wir haben die ständige Ruhestörung und das Rumgekreische eurer scheiss Bälger auf dem Spielplatz satt und haben diese, vor allem die am vergangenen Donnerstag, bei der Stadt gemeldet. Also kriegt eure Dreckskinder in den Griff, oder sie werden auf dem Spielplatz nicht mehr sicher sein....“ Gemeint ist der Spielplatz auf der Vierwindenhöhe in Bendorf.

Schnell löste der Post auf Facebook einen Schwall an Empörung aus. Jedoch nicht gegen den Autor des Posts, sondern gegen den unbekannten Verfasser des Zettels. Die Kommentare reichten von „dann soll er doch umziehen“ bis „wenn ich den in die Finger bekomme…“.

Auf Nachfrage bestätigte die Stadtverwaltung Bendorf, dass der Vorfall dort bereits gemeldet wurde und bekannt sei. „Aktuell zeigen die Mitarbeiter unseres Vollzugsdienstes verstärkt Präsenz in dem betroffenen Gebiet und führen mehrmals täglich Kontrollen auf den Spielplätzen durch“, bestätigt Theresa Artzdorf, Mitarbeiterin der Pressestelle der Stadt Bendorf. „Vergleichbare Fälle sind uns aus der Vergangenheit nicht bekannt“.

Auch Ulrich Sopart, Leiter der Pressestelle im Polizeipräsidium Koblenz erklärt, dass der Polizeiinspektion Bendorf der Vorfall bereits gemeldet wurde. „Offenbar gibt es im näheren Umfeld des Kinderspielplatzes auch schon seit mehreren Tagen eine Beschwerdelage bei der Stadt Bendorf wegen Lärmbelästigung, die vom Spielplatz ausgehen soll. Am vergangenen Wochenende kam es dann zu dem Einwurf dieser Zettel in die Briefkästen der vermeintlichen Verursacher“, so Sopart.

Zur rechtlichen Einordnung ist auszuführen, dass der Inhalt dieses Zettels strafrechtlich keine Bedrohung im Sinne Strafgesetzbuchs darstellt. Die Polizeiinspektion Bendorf ermittelt aktuell jedoch strafrechtlich auch bezüglich der enthaltenen Beleidigungen.



„Gleichwohl ist nicht auszuschließen, dass es in diesem örtlichen Bereich doch zu einer weiteren Eskalation kommen könnte. Neben den strafprozessualen Ermittlungen wird seitens der Polizei auch präventivpolizeilich gehandelt, um weitere Straftaten zu verhindern beziehungsweise mögliche Gefahren abzuwehren“, führt Sopart weiter aus. Auch die Polizei wird vermehrt Kontrollen ausführen. „Die Ermittlungen im Hinblick auf die Beleidigungstatbestände und die Absender des Zettels laufen parallel. Sollte die Person ermittelt werden, wird hier neben dem Strafverfahren sicherlich mindestens auch eine präventivpolizeiliche Gefährderansprache erfolgen.“ Eine Gefährderansprache ist in der Regel ein Gespräch durch Polizeibeamte mit einer Person mit dem Hinweis auf mögliche Folgen seines Handels.

Auch das Oberverwaltungsgericht in Koblenz hatte sich in der Vergangenheit bereits mit dem Thema Lärm auf Kinderspielplätzen auseinandersetzen müssen und bestätigt, dass Lärm durch spielende Kinder auf einem Spielplatz den Anwohnern zumutbar sei. „Für die von Kindern ausgehenden Geräusche enthalte das Bundesimmissionsschutzgesetz eine spezielle Regelung. Danach seien Geräuscheinwirkungen, die unter anderem von Kinderspielplätzen durch Kinder hervorgerufen würden, im Regelfall keine schädlichen Umwelteinwirkungen. Geräusche spielender Kinder seien Ausdruck der kindlichen Entwicklung und Entfaltung und daher grundsätzlich zumutbar“, heißt es in einem der Urteile.
Uwe Schumann


Mehr dazu:   Blaulicht  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
   

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Missbrauchsprozess in Koblenz: Schockierende Anklage gegen Vater

Das Landgericht Koblenz verhandelt einen erschütternden Fall von sexuellem Missbrauch. Der Angeklagte, ...

Gemeinsam Brücken bauen - Zusammen handeln: Erster Fachtag stärkt Zusammenarbeit in den Kitas

Rund 150 Fachkräfte aus dem Bereich der Kindertagesbetreuung kamen im Bürgerhaus Wirges zusammen, um ...

Sparkasse Westerwald-Sieg fördert weiterhin erfolgreiche Fußballvereine

Seit Jahren unterstützt die Sparkasse Westerwald-Sieg (SKWWS) die Vertreter der Westerwälder Fußball-Rheinland- ...

Neue Studie: Der Hausarztmangel spitzt sich auch im Westerwald weiter zu

Einer in dieser Woche veröffentlichten Studie des Berliner Iges-Instituts im Auftrag des Bosch Health ...

Verfolgungsfahrt mit E-Scooter in Guckheim endet auf Wirtschaftsweg

Am Abend des 21. Juli ereignete sich in Guckheim eine ungewöhnliche Verfolgungsfahrt. Ein E-Scooter-Fahrer ...

Von Fassanstich bis Fahrgeschäfte: Montabaur lädt zur Open-Air-Kirmes ein

Von Freitag bis Montag, 31. Juli bis zum 3. August 2026, verwandelt sich Montabaur in eine bunte Feiermeile. ...

Weitere Artikel


NI: Der Wolf ist zurück, um zu bleiben

"MdB Erwin Rüddel ist auf der falschen Fährte und schießt über das Ziel hinaus", analysieren die Wildtierexperten ...

Westerwälder Unternehmen produziert Corona-Schutzmasken für den Weltmarkt

Ein Westerwälder Unternehmen produziert für den Weltmarkt: Die EPG Pausa GmbH aus Eichelhardt stellt ...

Umbau Hisgen-Gebäude startet

Bald ist es soweit. Das Hisgen-Haus im Zentrum von Montabaur wird ein neues Gesicht bekommen. Nachdem ...

IHK-Präsidentin kritisiert Testpflicht

IHK-Präsidentin Susanne Szczesny-Oßing kritisiert Testpflicht: Mitarbeiter gesund halten, sei ureigenes ...

20 Jahre Arbeitskreis Integration und Asyl in Hachenburg

Seit 20 Jahren leistet der Arbeitskreis Integration und Asyl einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen ...

Eilantrag gegen Ausgangsbeschränkungen bleibt ohne Erfolg

Die durch den Rhein-Hunsrück-Kreis für das Kreisgebiet verfügten Ausgangsbeschränkungen von 21 bis 5 ...

Werbung