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Nachricht vom 12.04.2021    

Zerstörter Wald – fehlendes Grundwasser

Das Waldsterben - seit einigen Jahren auch in unmittelbarer Umgebung, vor allem auf der Montabaurer Höhe - hat dramatische Ausmaße angenommen. Der Waldzustandsbericht 2020 belegt das in erschreckender Weise.

Der Wald fehlt als Wasserspeicher. Foto: Bündnis 90/ Gruene

Höhr-Grenzhausen. Doch in weiten Teilen Deutschlands bereitet nicht nur das Waldsterben große Sorge, sondern auch das Sinken des Grundwasserspiegels, das Austrocknen von Bächen, Versiegen von Quellen. Im Westerwald wird dadurch augenscheinlich, dass zum Beispiel der Brexbach im Bereich des „Schwarzen Meeres“ und unterhalb der Weiher am Kurhotel, sowie das „Schwarze Meer“ selbst und die Weiher den größten Teil des Jahres extrem wenig Wasser führen, selbst wenn es geregnet hat. Wo vor ein paar Jahren noch Schulklassen auf ihren Wandertagen im Bach spielen konnten, floss im letzten Jahr meistens nur noch ein Rinnsal.

Es wird eine unserer Zukunftsfragen werden: Wie schaffen wir es, unser wichtigstes Lebensmittel, das Lebenselixier Nummer eins: sauberes Wasser, nachhaltig zu nutzen, damit es ausreicht für die Natur, Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Industrie? Wo der Wald fehlt, ist die Verdunstung des Wassers höher, es wird viel weniger an der Oberfläche und im Wurzelwerk zurückgehalten und dadurch schlechter im Boden gespeichert. Wie wollen wir unseren Wald erhalten, ein weiteres Absinken des Grundwasserspiegels verhindern?

In den letzten Jahren haben Starkregenfälle zugenommen, deren Wasser in Sturzbächen abfließt, bevor es versickern kann. Diese Situation wird verschärft durch zunehmende Kahlflächen und Flächenversiegelung, eine ständig steigende Wasserentnahme, die höher ist als die Neubildung des Grundwassers.

In einer Expertise führten Dr. Martin Flade und Diplomingenieur Norbert Panek (NI) bereits im November 2020 aus, dass vor allem die auf der Montabaurer Höhe vorgenommenen großflächigen Rodungen in befallenen Fichtenbeständen umgehend beendet werden sollten. „Stattdessen wäre auf diesen Flächen eine natürliche Entwicklung einzuleiten, innerhalb der der Borkenkäfer sich ab einem gewissen Zeitpunkt von selbst nicht mehr fortentwickeln würde.“ Der Flächenanteil sollte vergrößert werden, in dem abgestorbene Baumflächen nicht gerodet, sondern sich selbst überlassen werden, denn die im Wald verbleibende Biomasse ist wertvoll für das Mikroklima und die Bildung von Mikroorganismen. Zu dieser Herangehensweise gibt es positive Erfahrungen.



Für die meisten Kommunen und Waldbesitzer/innen hat die wirtschaftliche Nutzung des Waldes Priorität. Für den Wald der Zukunft kann dies nach Meinung der Grünen, Ortsverband Höhr-Grenzhausen nicht mehr gelten: Die Bedeutung des Waldes für das Grundwasser, den Klimaschutz und als Lebensraum muss an erster Stelle stehen.

Welche Maßnahmen sind notwendig, um den Wald in seinen vielfältigen Funktionen wiederaufzubauen? Wie kann das Austrocknen der bereits vorhandenen Kahlschläge verhindert werden, eine Bodenlockerung der verdichteten Bereiche erreicht werden?

Ein „weiter so“ wie bisher darf es nicht geben. Deshalb fordern die Grünen einen sofortigen Stopp weiterer Kahlschläge und keine weitere Bodenverdichtungen, die eine Speicherung des Wassers im Boden verhindern. Zu diesem Thema, das die Zukunft von uns allen betrifft, sollte schnell eine breite Diskussion entwickelt werden mit Expert/innen, Bürger/innen und Verantwortlichen in den Kommunen - die Zeit drängt!

Sie haben beziehungsweise Ihr habt Ideen dazu? Dann freut sich die Partei auf eine E-Mail an: info@gruene-hg.de. (PM)


Mehr zum Thema:    Bündnis 90/Die Grünen    Naturschutz   
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