Werbung

Nachricht vom 10.04.2021    

Krankenhausneubau in Müschenbach: Mediziner reagiert auf Äußerungen von Erwin Rüddel

LESERMEINUNG | Kürzlich hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel die "Vorgänge" rund um den geplanten Klinikneubau in Müschenbach kritisiert. Die vom Land favorisierte Einheitslösung vor Hachenburg sei nicht überzeugend. Eine Gegenrede des Arztes Tıp Dr. Türkei Michael Blees.

Region/Müschenbach. In einem Video-Gespräch mit dem Vorstand des CDU-Gemeindeverbands Flammersfeld hatte der heimische Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel kürzlich das – in seinen Worten – „Vorgehen“ um den Krankenhausneubau in Müschenbach in direkter Nähe zu Hachenburg hart kritisiert. „Nicht sachorientiert, sondern augenfällig politisch“, war sein Urteil. Er sei zwar nicht generell gegen den geplanten Klinikneubau. Allerdings nannte er als Vorrausetzung eine Bedingung: Die Finanzierung der Krankenhäuser in Kirchen, Dierdorf und Selters müsse gesichert sein, und zwar auch unter Berücksichtigung des Fortbestands der Krankenhäuser. 120 Millionen Euro für ein Krankenhaus zu investieren, das gegebenenfalls nach zwei Jahrzehnten ebenfalls Defizite erwirtschafte, sei nicht akzeptabel, so Rüddel, der auch Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Bundestag ist. (ddp)

Nach der Veröffentlichung des Pressestatements von Rüddel erreichte uns eine Replik von Tıp Dr. Türkei Michael Blees. Er ist Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Belegarzt Gynäkologie/Geburtshilfe am DRK Krankenhaus Altenkirchen-Hachenburg.

Folgend seine Erwiderung auf die Äußerungen von Erwin Rüddel:

„Leider zeigt der im Wahlkampfmodus befindliche Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag Herr Rüddel, dass er immer noch auf die göttliche Eingebung in der Gesundheitspolitik wartet.

Zu Recht moniert er, dass der geplante Klinikneubau mit 500 Geburten pro Jahr und vorgesehenen 260 Betten nicht wirtschaftlich zu führen sein wird. Richtigerweise fordert er mindestens 400 Betten als notwendiges Minimum und wünscht sich dem Krankenhaus angeschlossene MVZs und Ärztezentren, die sicherlich die jetzigen stationären mit ambulanten Einheiten in den Krankenhausstandorten ersetzen könnten.



Er wünscht sich eine Strategie in Richtung Qualität, die auf Grund ihrer Spezialisierung zu Recht die Frage nach der Überlebensstrategie für kleine Krankenhäuser öffnet. Welcher junge Arzt oder Ärztin will denn in ein kleines spezialisiertes Krankenhaus weit weg von größeren Zentren, das ihm nicht die volle Weiterbildung ermöglicht und etwaigen Lebenspartnern weite Wege zur Arbeit zumutet? Er müsste doch die neuen Weiterbildungsinhalte kennen, die eine umfassende Ausbildung für einen Chirurgen, für einen Internisten etc. an den kleinen Krankenhäusern nicht mehr möglich macht.

Wenn unser Vorsitzende des Bundestagsgesundheitsausschusses doch bei seinen Reisen z.B. nach Skandinavien den dortigen Gesundheitsökonomen und -politikern einmal mit Verstand, der von verstehen kommt, zugehört hätte, dann wäre ihm das Vorgehen um den Standort als sachorientierter politischer Kompromiss klar geworden. Die einzige medizinisch optimale, Nachwuchs anziehende und wirtschaftlich sinnvolle Fusion besteht in einem Krankenhaus der Maximalversorgung im Norden von Rheinland-Pfalz!

Ja, er hat Recht, in die teure Planung und Umsetzung eines Zukunftskrankenhauses müssen alle Krankenhäuser der Region von Asbach über Dierdorf und Selters, Kirchen und Dernbach einbezogen werden. Sieht man mit z.B. dänischen Empfehlungen der Wahrheit ins Auge, ist einen Fortbestand kleinerer Krankenhauseinheiten obsolet.

Die von ihm geforderte Transparenz in der Planung der Interessen und die der betroffenen Patientinnen und Patienten hätte ich mir von ihm in der FFP2 Maskenbeschaffung und spätestens bei den Covidtests gewünscht. Schade, die Chance seiner Partei hat er nicht genutzt.“ (Tıp Dr. Türkei Michael Blees)

Hier zu dem Artikel mit den Kritikpunkten von Erwin Rüddels.



Mehr zum Thema:    Lesermeinung    Erwin Rüddel    CDU   
Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Hachenburg auf Facebook werden!


Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus der Politik


Rückenwind aus Berlin für Behinderte und Senioren auch im Westerwald

Westerwaldkreis. Der “Senioren- und Behindertenrat Südlicher Westerwald“ (SBR-SÜW) blickt hoffnungsvoll auf den neuen Koalitionsvertrag. ...

Der Haupt- und Finanzausschuss der Verbandsgemeinde Hachenburg tagte

Hachenburg. Zunächst hatte die Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Gabriele Greis eine gute und eine schlechte Nachricht: Von ...

29. Corona-Bekämpfungsverordnung ab 4. Dezember in Kraft

Kontaktbeschränkungen
Private Zusammenkünfte von nicht- immunisierten Personen (siehe „nicht-immunisierte Person“) im öffentlichen ...

Corona: Diese 20 Punkte haben die Kanzlerin und die Regierungschefs beschlossen

Berlin/Region. Die Lage sei sehr ernst. Das Bundespresseamt beginnt mit eindringlichen Worten die Zusammenfassung der heute ...

Land Rheinland-Pfalz verschärft ab 4. Dezember die Coronaregeln

Region. Die Landesregierung teilt aktuell folgendes mit: „Ab Samstag, 4. Dezember 2021, wird in Rheinland-Pfalz die „2G-plus-Regel“ ...

Bundesförderung für Hachenburg und Höhr-Grenzhausen

Hachenburg/Höhr-Grenzhausen. Im Rahmen der Bundesförderung für Innenstädte gehen Gelder aus Berlin in den Westerwald. Hachenburg ...

Weitere Artikel


Orgel in Hof erklingt künftig mit Bits und Bytes

Hof. Das Besondere: In der rund 60 Jahre alten Kirchenorgel, an der Leo Wildauer sitzt, befinden sich fünf Lautsprecher statt ...

Neue Schulmensa der Heinrich-Roth-Realschule plus eröffnet

Montabaur. Das großräumige und aufgrund der fast komplett aus Glas bestehenden Fronten lichtdurchflutete Gebäude lädt nicht ...

Wäller Markt Genossenschaft für heimischen Einzelhandel nutzen

Hachenburg. Darin werden die Aktivitäten der Wäller Markt Genossenschaft zum Aufbau einer digitalen Plattform für den regionalen ...

„Senioren- und Behindertenrat Südlicher Westerwald“ gegründet

Region. Die Verantwortlichen sind davon überzeugt, dass sich die Gestaltungsaufgaben Alter und Behinderung in Zeiten des ...

FC Mündersbach erweitert sein Online-Angebot

Mündersbach. Neu im Kursangebot ist „Morgen-Gymnastik“ mittwochs von 9 bis 10 Uhr.
Sport ist wichtig für das Herz-Kreislauf-System, ...

Tipps zum Umgang mit Zecken

Region. Die blutsaugenden Spinnentiere werden aktiv, sobald draußen die Temperatur an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen ...

Werbung