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Nachricht vom 02.04.2021    

Legen nicht nur zu Ostern Eier: Hühner im Zoo Neuwied

Was wäre Ostern ohne Eier? Auch wenn im Zoo Neuwied viele eierlegende Tiere leben, neben Vögeln auch Reptilien und Amphibien, sind doch auch hier die Hühner die fleißigsten Eierleger.

Cemani Hahn. Fotos: Zoo Neuwied

Neuwied. „Dass Artenschutz eine der zentralen Aufgaben moderner Zoos ist, ist sicher den Meisten bekannt. Dass sich Artenschutz aber nicht nur auf Wildtiere beschränkt, sondern es auch bedrohte Haustierassen gibt, ist neu für viele Zoobesucher“, erläutert Kurator Max Birkendorf.

Nutztierzucht gibt es schon seit Hunderten von Jahren. Durch die auf „Hochleistungsrassen“ fokussierte Zucht der vergangenen Jahrzehnte drohen viele alte Rassen, die sich durch besondere erhaltenswerte Merkmale auszeichnen, aber nicht so produktiv sind was die „Produktion“ angeht, zu verschwinden. Da dadurch auch ein wichtiger Teil des Genpools der jeweiligen Tierart verloren ginge bemüht man sich, unter anderem in Zoos, darum, diese bedrohten Haustierrassen zu erhalten.

Das Sundheimer Hunn, ein großes Huhn mit stark befiederten Füßen, gehört zu den am stärksten bedrohten Hühnerrassen. Da es ursprünglich als „Zwiehuhn“ gezüchtet wurde, also sowohl zur Eierproduktion als auch als Schlachthuhn, wird es heute in der Industrie, die nur auf jeweils ein Produkt spezialisiert ist, den Ansprüchen nicht mehr gerecht. „Dabei sind Sundheimer ideal für Zoos oder Privathalter, da sie zutraulich und robust sind und durch sehr verhaltenes Krähen auch nicht die Nachbarn stören“, meint Birkendorf. „Da sie auch ein schlechtes Flugvermögen haben sind sie leicht zu halten und neigen nicht zum Ausbüxen – ganz im Gegenteil zu den Bergischen Schlotterkämmen, die zur Überraschung der Besucher regelmäßig im Eingangsbereich des Zoos spazieren gehen“, lacht er.



„Die Bergischen Schlotterkämme sind unkomplizierte Hühner, die gut fliegen und sich auch bei der Futtersuche selbst versorgen können – im 19. Jahrhundert sicher eine gefragte Eigenschaft“, mutmaßt die stellvertretende Zoodirektorin Jasmin Kuckenberg. „Da sie zwar fleißig Eier legen, diese aber kaum selbst bebrüten, sind sie dann jedoch von anderen Rassen abgelöst worden und gelten heute als eine besonders stark gefährdete Nutztierrasse“.

Nicht gefährdet, dafür aber zoologisch hoch interessant sind die Cemani Hühner, die sich ihr Gehege mit den Störchen teilen. Diese indonesische Hühnerrasse weist durch eine seltene, natürliche Genvariante eine Hyperpigmentierung auf, die dafür sorgt, dass die Hühner komplett schwarz sind. Nicht nur Gefieder, Schnabel und Kamm, sondern sogar das Fleisch, die Knochen und das Blut sind dunkel gefärbt. „Die Eier sehen jedoch ganz normal aus – die muss der Osterhase also trotzdem noch bunt färben“, zwinkert Kuckenberg, und wünscht allen Zoofreunden ein frohes, gesundes Osterfest!


Mehr dazu:   Zoo Neuwied  
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