Werbung

Nachricht vom 26.03.2021    

NABU: Mehr wilde und giftfreie Gärten für Rotkehlchen

Klein, rund und knopfäugig: Das Rotkehlchen ist der Vogel des Jahres. Weil der zutrauliche Vogel in unseren Gärten lebt, kann gerade jetzt zum Start der Gartensaison jeder etwas für den gefiederten Sympathieträger tun.

Symbolfoto: Rotkehlchen

Mainz/Holler. Der Bestand des mit 3,4 bis 4,3 Millionen Brutpaaren achthäufigsten Vogels in Deutschland ist derzeit nicht gefährdet. Damit das so bleibt, müssen Gärten, Parks und Wälder möglichst naturnah gestaltet werden.

„Die sympathische Federkugel mit der roten Brust ist bundesweit verbreitet. Daher kommen Rotkehlchen auch in vielen Gärten vor", sagt Fiona Brurein, Öffentlichkeitsreferentin des NABU Rheinland-Pfalz, „Diese Art ist sehr territorial. Das heißt, ein Vogel besetzt mit seinem Partner ein bestimmtes Gebiet und verteidigt es gegen Artgenossen. Man sieht also meistens dieselben Vögel - jeder hat seinen ganz ,persönlichen' Vogel des Jahres im Garten." Häufig könne man erleben, dass ein Rotkehlchen beim Umgraben neugierig zuschaue und ganz nah herankomme. „Der Vogel weiß, dass wir bei der Gartenarbeit Leckerbissen für ihn freilegen. Diese Verhaltensweise dürfte zur Beliebtheit und zum Sieg des Rotkehlchens bei der ersten öffentlichen Wahl zum Vogel des Jahres wesentlich beigetragen haben.", so Brurein.

Die meisten Vogelarten singen nur zur Brutzeit – das Rotkehlchen aber auch im Winter, um ein Winter-Territorium zu verteidigen. Dann singen sogar die Weibchen. Dabei starten die Sänger schon besonders früh: 50 Minuten vor Sonnenaufgang. Damit ist es einer der frühesten Vögel. Möglich machen das seine großen schwarzen Augen, mit denen es im Halbdunkel gut sehen kann.

Damit der Jahresvogel sich wohlfühlt, können Gartenbesitzende einiges tun. Die wichtigsten Tipps sind:

• Mut zur Unordnung! Wilde Ecken mit dichten Sträuchern sind für Erithacus rubecula ein Paradies. Hier findet es Schutz und unter am Boden liegenden Laub seine Nahrung. Es sucht nach Würmern, Schnecken, Spinnen und Insekten. In der kalten Jahreszeit mag es auch Beeren von heimischen Gehölzen, wie Vogelbeere und Weißdorn.

• Kein Gift im Garten! Pestizide töten seine Nahrung. Ist nichts zu fressen da, macht es den Abflug.

• Keine versiegelten Flächen! Das Rotkehlchen braucht offene Böden. Ganz schlecht sind Schottergärten und Kunstrasen. Dort kann der Jahresvogel nicht leben, weil er kein Futter und keine Brutmöglichkeit findet.

• Zur Brutzeit von Ende April bis Ende Juni, wenn die Jungen flügge werden, Hauskatzen am frühen Morgen und Vormittag möglichst nicht aus dem Haus lassen. Rotkehlchen brüten in offenen Nestern im Gebüsch und sind darum leichte Beute.

Der Jahresvogel ist aber nicht nur in Gärten und Parks zuhause. „Zwei Drittel aller Rotkehlchen leben im Wald. Darum erfordert diese Art eine naturnahe Waldbewirtschaftung", so Brurein. „Strukturreiche Wälder mit einer Strauchschicht und Totholz am Boden sind ideal."

Das Rotkehlchen ist der erste öffentlich gewählte Vogel des Jahres. Es hat mit 59.267 Stimmen (17,4 Prozent) vor Rauchschwalbe und Kiebitz das Rennen um den Titel unter den verbliebenen zehn Stichwahlkandidaten gemacht. Insgesamt über 455.000 Menschen beteiligten sich an der Wahl. Das Rotkehlchen trägt nun zum zweiten Mal nach 1992 den Titel.

O-Töne von NABU-Leiter Vogelschutz Lars Lachmann zum Rotkehlchen.

Artenporträt Rotkehlchen. (PM)


Mehr dazu:   Naturschutz  
Lokales: Montabaur & Umgebung

Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Montabaur auf Facebook werden!


Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus der Vereine


Schützengesellschaft St. Sebastianus Montabaur feiert Schützenfest

ontabaur. Ab 13 Uhr haben dann Familien und Freunde des Vereins sowie alle Bürger der Region die Möglichkeit, die neuen Würdenträger ...

Gemeinsam für Inklusion und Integration: "DU bist Wir" feiert fünfjähriges Jubiläum

Wirges. Besonders liegt dem Verein die Inklusion und Integration der beeinträchtigen Menschen in die Gesellschaft am Herzen, ...

NABU-Landesvorsitzende übergibt Geschenk zum 70. Geburtstag an den NABU Rennerod

Rennerod/Mainz. Nach der Feier hatten alle rheinland-pfälzischen NABU-Gruppen die Möglichkeit sich für den Obstbaum zu bewerben. ...

Vom Leerraum zum Kunstraum: Kreatives Comeback für ehemalige Bäckerei in Altenkirchen

Altenkirchen. Seit Anfang Mai beobachten aufmerksame Passanten geschäftiges Treiben in der ehemaligen Bäckerei. Skulpturen ...

Erfolgreicher Kreisjugendtag im Kulturhaus Hamm: Wahlen, Berichte und neue Entwicklungen im Jugendfußball

Hamm. Im Kulturhaus in Hamm fand letzten Samstag der diesjährige Kreisjugendtag statt. Kreisjugendleiter Sven Hering begrüßte ...

Hauptversammlung der Schiedsrichter-Vereinigung WW-Sieg 2024: Erfolgreiche Wahlen und Ehrungen im Gasthof Weyer

Hattert. Im proppevollen Saal des Gasthof Weyer in Hattert fand am Freitag, dem 7. Juni, um 19 Uhr die diesjährige Hauptversammlung ...

Weitere Artikel


Hallo Sommerzeit: In der Nacht zum Sonntag, 28. März, die Uhr umstellen!

Region. Aber sollte die Zeitumstellung nicht schon längst abgeschafft sein? Und wie soll man sich merken, wann die Uhr vor ...

Corona im Westerwaldkreis: Aktuell 475 aktiv Infizierte

Montabaur. Der aktuelle Inzidenzwert liegt laut Berechnung des Landes bei 109. Es gilt die im Landkreis erlassene Allgemeinverfügung, ...

Lebensmittelretter erhalten großzügige Unterstützung

Alpenrod/Wied. Die Lohmann & Rauscher GmbH & Co. KG ist seit 170 Jahren ein international führender Entwickler, Hersteller ...

Linda mit Warnung weiter im Top-Model-Wettbewerb

Niederelbert. Die Aufgabe war nicht einfach: In futuristischen Neon-Outfits standen die Models in einem riesigen Würfel vor ...

Deichstadtvolleys vor schwieriger Aufgabe in Lohhof

Neuwied. Abgesehen davon, dass nächste Saison in der Eliteliga eine Umkehrung dieser Situation nicht unwahrscheinlich sein ...

Grüne wollen Ausbau der Bahnhofstraße mit Blick auf Radfahrer

Montabaur. Da leider nicht genügend Raum für einen separaten Radweg vorhanden war, wurde sich zuvor bereits darauf geeinigt, ...

Werbung