Werbung

Nachricht vom 23.03.2021    

33.400 Menschen im Westerwaldkreis sind Pendler

Viele Berufspendler müssen immer noch zur Arbeit fahren trotz der Pandemie. Teurer Wohnraum ist daran mitverantwortlich, dass 33.400 Menschen den Westerwaldkreis auf dem Weg zur Arbeit verlassen.

Pendler im Berufsverkehr. Foto: IG Bau

Region. Wenn Lebenszeit im Stau verloren geht: Auch in Zeiten von Lockdown und Homeoffice bleibt die Zahl der Pendler im Westerwaldkreis auf einem hohen Level. Im vergangenen Jahr verließen rund 33.400 Menschen auf dem Weg zur Arbeit die Kreisgrenzen. Darauf macht die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) aufmerksam. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Demnach blieb die Zahl der sogenannten Auspendler im Westerwaldkreis mit einem Minus von 0,2 Prozent nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr.

Zu den Hauptursachen für die anhaltend großen Pendelströme zählt nach Einschätzung der IG BAU Koblenz-Bad Kreuznach der teure Wohnraum in den Städten. „Nach jahrelangen Mietsteigerungen können sich viele Beschäftigte das Leben am Arbeitsort nicht leisten. Ihnen bleibt als Alternative oft nur stundenlange Fahrerei mit dem Auto oder der Bahn“, so Bezirksvorsitzender Walter Schneider. In der Baubranche seien weite Anfahrtswege besonders verbreitet. Es dürfe aber nicht sein, dass Bauarbeiter, die in den Ballungsräumen Wohnungen bauten, sich diese selbst nicht mehr leisten könnten.

Die IG BAU fordert deshalb mehr Anstrengungen bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums. „Deutlich mehr Wohnungen, die sich in den Städten auch Gering- und Normalverdiener leisten können, sind ein entscheidender Beitrag, um die Pendler-Zahlen zu verringern“, sagt Schneider. Dafür müsse die Politik klare Vorgaben machen, etwa indem kommunale Grundstücke nicht an den Meistbietenden verkauft würden, sondern an Bauherren, die sich zu bezahlbaren Mieten verpflichteten. Beim sozialen Wohnungsbau müssten die staatlichen Fördermittel massiv aufgestockt werden und einmal gebaute Sozialwohnungen dauerhaft preisgebunden bleiben.



Dass Menschen in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen können, sei nicht nur eine soziale, sondern auch eine ökologische Frage: „Weniger Pendelei bedeutet für die Betroffenen mehr Zeit für die Familie, Freunde und Hobbys. Gleichzeitig kann ein erheblicher Teil der CO2-Emissionen im Verkehrssektor eingespart werden“, so Schneider weiter.

Nach Angaben der Arbeitsagentur verließen im vergangenen Jahr bundesweit vier von zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf dem Weg zur Arbeit die Grenzen ihrer Stadt oder ihres Landkreises. Damit erreichte die Zahl der Fern-Pendler trotz Pandemie einen Höchststand von 13 Millionen. (PM)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Wirtschaft


Night of Talents 2026: Einblicke in die Welt der Hotellerie und Gastronomie

Am Montag, 26. Januar 2026, lädt die "Night of Talents" zum vierten Mal Nachwuchstalente ein, die Vielfalt ...

Rheinland-Pfalz meldet niedrigste Inflationsrate seit Jahren: Ein Energieeffekt?

Die Inflationsrate in Rheinland-Pfalz hat im Jahr 2025 einen niedrigen Durchschnittswert erreicht. Ein ...

Kostenlose steuerliche Erstberatung in Montabaur für Existenzgründer auch 2026

Das Thema Steuern ist für angehende Unternehmer von großer Bedeutung. Das Starterzentrum der IHK-Regionalgeschäftsstelle ...

Fernstudienangebot der IHK-Akademie Koblenz: Karriere als Bilanzbuchhalter

Die IHK-Akademie Koblenz startet am 17. Januar 2026 einen Fernlehrgang für angehende Bilanzbuchhalter. ...

Kunde aus Selters gewinnt 25.000 Euro beim PS-Sparen der Sparkasse

Ein Kunde der Sparkasse Westerwald-Sieg hat beim PS-Sparen einen bemerkenswerten Gewinn erzielt. Im Rahmen ...

Maxwäll-Energie Genossenschaft unterstützt Projekte im Westerwald mit 8.000 Euro

Die Maxwäll-Energie Genossenschaft eG hat erneut einen Teil ihres Jahresüberschusses für gemeinnützige ...

Weitere Artikel


Handwerk geht in Praktikumsoffensive

Neue Internetseite www.jazubi.eu mit Anmeldeplattform für Praktikanten zur Aktion „Eine Woche – Deine ...

Westerwaldkreis erlässt Ausgangssperre und neue Verfügung

Nachdem die 7-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Westerwaldkreis ...

Corona im Westerwaldkreis: Neue Fälle an Kitas und Schulen

Das Gesundheitsamt Montabaur meldet am Dienstag, den 23. März 5038 (+9) bestätigte Corona-Fälle. Der ...

Bei Verdacht auf Wolfsriss an die SNU wenden

Aus aktuellem Anlass bittet die Verbandsgemeindeverwaltung Hachenburg in Bezug auf die neuen Wolfsvorkommen ...

Wert des Wassers

Anlässlich des Weltwassertags in dieser Woche weisen die Verbandsgemeindewerke Hachenburg auf den „Wert ...

Corona-Gipfel: Harter Lockdown über Ostern beschlossen

Angesichts der Infektionsdynamik werden Bund und Länder die Ostertage nutzen, um durch eine mehrtägige, ...

Werbung