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Nachricht vom 18.05.2017 - 16:33 Uhr    

Schimpansengruppe im Zoo Neuwied erhält Verstärkung

Trubel im Menschenaffenhaus des Zoo Neuwied. Charley, Puni, Marlock und Nicki, die vier Schimpansen, schauen gespannt von der Außenanlage immer wieder zu dem Gang nach innen, denn irgendetwas geht hier vor sich. Und sie haben Recht: Sie bekommen ein neues Familienmitglied.

Bini heißt die neue Schimpansin. Foto: Zoo Neuwied

Neuwied. Bini heißt die neue Schimpansin und kommt aus dem Tierpark Amersfoort in den Niederlanden in den Zoo Neuwied. Dies ist allerdings nicht ihr erster Umzug. Geboren ist Bini 1974 in freier Wildbahn in Westafrika. Als Handaufzucht bei Menschen kam sie ein Jahr später in den Tierpark Hellabrunn nach München. Im Alter von 23 Jahren folgte der Umzug in den Zoo Kristiansand in Norwegen. Dort hatte sie zwei Geburten, wovon sie das zweite Jungtier erfolgreich groß gezogen hat. Vor vier Jahren dann ist sie in den Tierpark Amersfoort gezogen. Leider schlug die Eingliederung in die dortige Gruppe fehl.

Damit Bini aber wieder Artgenossen um sich hat, entschied sich das Zuchtbuch, das für die Koordination der Schimpansen in Zoos zuständig ist, für einen Umzug in den Zoo Neuwied. Ende April war es dann soweit. „Ein Tierpfleger, der mit unseren Schimpansen arbeitet, fuhr nach Amersfoort und arbeitete dort ein paar Tage mit den dortigen Tierpflegern gemeinsam mit Bini. Als die Schimpansin dann den Weg nach Neuwied antrat, begleitete sie eine Tierpflegerin aus Amersfoort. Dieses Verfahren ist bei Menschenaffen üblich, um den Tieren die Eingewöhnung in der neuen Heimat zu erleichtern“, erläutert Zoodirektor Mirko Thiel.

Ein erstes Kennenlernen war für die Schimpansen zunächst aus der Entfernung über Riechen und Sehen möglich. Im nächsten Schritt waren sie nur noch durch ein Sichtgitter voneinander getrennt, sodass die Tiere auch durch Körperkontakt Bekanntschaft schließen konnten. Als die ersten Kontaktaufnahmen positiv verliefen und die Tierpfleger die neue Schimpansin ein wenig besser einschätzen konnten, wurde als erstes Charley, der Chef der Schimpansengruppe, mit Bini zusammen gelassen, bevor der Rest der Gruppe mit dazu durfte.

Die Zusammenführung der Schimpansen verlief erwartungsgemäß nicht ohne Reibereien ab, da ein neues Gruppenmitglied auch eine neue Rangordnung bedeutet und jedes Tier versucht sich einen möglichst hohen Rang zu erarbeiten. „Bisher gestaltet sich das Zusammenleben der Schimpansen nach ihren Verhältnissen recht gut. Es wird noch ein paar Streitigkeiten geben, aber das bleibt bei Menschenaffen nicht aus. Wir sind aber optimistisch, dass die Erweiterung der Schimpansengruppe für Bini wie auch für unsere Schimpansen eine Bereicherung ist. Und wer weiß, vielleicht klappt es hier dann auch irgendwann mit dem Nachwuchs“, erzählt Thiel weiter. Eins ist gewiss: Es wird nicht langweilig im Zoo Neuwied für Mensch und Tier.

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