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Wirtschaft | Welschneudorf

SPD besuchte drei traditionsreiche Unternehmen

Einblicke in die Stärken, Herausforderungen und die Bedeutung von heimischen Familienunternehmen bekommen. Mit diesem Ziel besuchte der SPD-Ortsverein Stelzenbach drei traditionsreiche familiengeführte Unternehmen in der Region. Dabei wurde das Gerücht widerlegt, Familienunternehmen mangele es oft an professionellen Strukturen. Nachvollziehen konnten am Schluss alle, dass bei einer Studie vier von fünf Befragten diese Unternehmensform für das Rückgrat der Wirtschaft halten.
SPD besuchte drei traditionsreiche Unternehmen

SPD-Ortsverein Stelzenbach auf Unternehmenrundreise, hier bei Firma Fetz. Fotos: privat

Welschneudorf/Niederelbert. Trotz der Vielfalt konnten die „Sozis“, darunter auch Harald Birr als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters der VG Montabaur, einige Gemeinsamkeiten unter den besuchten Betrieben ausmachen. Zwar verfolgen sie genauso ökonomische Ziele wie andere Unternehmen, doch nehmen sie ihre soziale Verantwortung in der Region erkennbar stärker wahr. „Das Familiäre, die Integration im Betrieb sind wichtiger und die Fluktuation gering“, stellte „Reiseleiter“ und Kreistagsmitglied Uli Schmidt (Horbach) fest.

Erste Station der abendlichen Unternehmensrundreise zum Thema „Alles rund ums Haus“ war die Theo Fetz Bedachungen GmbH in Welschneudorf. Nach einem Rundgang über das Betriebsgelände war der Nachwuchsmangel im Handwerk ein vorrangiges Thema: „Vor zehn Jahren waren alle froh, eine gute Lehrstelle zu finden, heute sind wir froh, wenigstens einen guten Azubi zu haben“ meinte Dachdeckermeister Maximilian Fetz. Prokurist Franz-Josef Gombert ergänzte, dass man in vier Unternehmensgenerationen bereits 50 Jugendliche ausgebildet habe und man bei hohem Altersdurchschnitt weiterhin ausbilden wolle, um die jungen Leute danach auch zu übernehmen.

Anfang 1960 in der Ortslage von Niederelbert vom Vater des heutigen Geschäftsführers Michael Höber mit einem überschaubaren Warenangebot gegründet, präsentiert sich der Baufachhandel Höber GmbH im Gewerbegebiet Stockland heute als moderner Baufachmarkt mit einem großen Sortiment auf 12.000 Quadratmetern Fläche. „Unseren Umsatz tätigen wir zu 60 Prozent mit Privatleuten und zu 40 Prozent mit Handwerkern, die alle Wert legen auf eine fachlich gute Beratung “, so Höber. Juniorchef Andre Höber wies darauf hin, es gebe zwar noch genug Interessenten für eine Ausbildung, aber die baufachlich erfahrenen Leute, die zudem in der Beratung auch noch kommunikativ sein müssten, seien schwer zu finden.

„Wir möchten, dass Sie sich wohl fühlen“ ist das Motto der 1973 von den Eltern des heutigen Geschäftsführers Armin Reimann gegründeten Reimann Gebäudereinigung GmbH mit Sitz in der Ortslage von Niederelbert. „Mit 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind wir nicht groß und nicht klein, können aber auch größere Aufträge in bedeutenden Unternehmen und Einrichtungen in der Region über längere Zeiträume zu deren vollsten Zufriedenheit ausführen“, so Reimann. Seine Mutter Annelise Reimann zeigte sich stolz darüber, dass es im Unternehmen gelingt, 20 Nationalitäten zu beschäftigen. „Trotzdem ist es kaum möglich, noch einen Azubi zu finden“, so die Seniorchefin.

Bei der anschließenden Auswertung im Niederelberter Gasthaus „Zum Dorfbrunnen“ wurde darüber geredet, was das Erfolgsgeheimnis der besuchten und anderer Familienunternehmen ausmache. SPD-Gemeindeverbandsvorsitzender Sebastian Stendebach (Oberelbert) meinte dazu: „Meist folgen die Kinder der Vorgängergeneration in der Geschäftsführung nach, was deshalb auch fast immer funktioniert, da der Nachwuchs früh daran gewöhnt wurde, Verantwortung im Betrieb übernehmen zu müssen“. „Je übersichtlicher das Unternehmen ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der eigene Nachwuchs einmal die Geschicke der Firma leitet“, so Verbandsgemeinderatsmitglied Anusch Schnee (Oberelbert). Entscheidend sei dann das Vertrauen in die Eigentümer-Familie zu erhalten. Einig waren sich alle Teilnehmenden darin, dass im kommenden Jahr wieder drei Familienunternehmen besucht werden sollen.
(PM Uli Schmidt)
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