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Drei-Penny-Münze hatte wirklich Glück gebracht

Günter Seiler aus Bad Marienberg-Langenbach gehört zu den wenigen noch lebenden Zeitzeugen des zweiten Weltkrieges. Sein Bericht über Krieg, Gefangenschaft und das Leben danach stimmt nachdenklich. Schilderungen aus dem Leben in dieser schweren Zeit, ohne Übertreibungen, sachlich, ohne Schnörkel und dennoch nicht ohne Emotionen.
Drei-Penny-Münze hatte wirklich Glück gebracht

Günter Seiler. Fotos: Reinhard Panthel

Bad Marienberg. Erinnerungen an die Einberufung des damals 17-jährigen Lehrlings, grausame Erlebnisse an der Front und die Zeit als Kriegsgefangener der deutschen Wehrmacht in Amerika und England bewegen den inzwischen 90-jährigen noch heute.

Bad Marienberg. Ohne Voranmeldung klingelte ein ehemaliger Arbeitskollege an der Haustür von Günter Seiler, der zuerst überlegen musste, wer der unerwartete Besucher sein könnte. Der Überraschungsgast hatte vom 90. Geburtstag des Jubilars vor ein paar Wochen erfahren und wollte nachträglich gratulieren. Vor vielen Jahren waren beide gemeinsam als Schriftsetzer bei der Druckerei Hachenburg beschäftigt. Ein Beruf, den es heute gar nicht mehr gibt, aber als ehemalige „Jünger Gutenbergs“ für Gesprächsstoff sorgte. Ein paar Sätze, ein paar Namen und plötzlich ein nicht enden wollender und erlebnisreicher Gesprächskreis, zu dem sich auch der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Ulrich Seiler (Sohn) gesellte.

Zum 80. Geburtstag hatten ehemalige Kollegen aus der Druckerei Hachenburg Günter Seiler damit überrascht, dass sie ihm ein gedrucktes Heft überreichten, in dem die Eintragungen des Soldbuches, aufgelockert mit Fotos und Landkarten der Länder zu lesen waren, die den Weg des „Grenadiers“ Günter Seiler aus Langenbach in Erinnerung riefen. Der Titel des kleinen Druckwerkes „60 Jahre danach“, spannende 45 Seiten, die auch heute noch nach 70 Jahren lesenswert sind und nachdenklich stimmen.
Nach Schulzeit und anschließender Lehre als Schriftsetzer in der Druckerei Riedel in Bad Marienberg, wurde der damals 17-Jährige noch ein paar Wochen vor Kriegsende eingezogen und im Krieg verwundet. Diese Verletzung rettete ihm das Leben und der Weg in die Gefangenschaft mit Frondiensten als Erntehelfer in Amerika und England folgte. Bei der Lektüre des 45-seitigen Heftes kann man nachvollziehen, wie es in der Seele von Günter Seiler und in seinem Umfeld als Soldat und Kriegsgefangener aussah. Von einer richtigen Antwort auf eine schwierige Frage: „Was war das größte Verbrechen der Nazi-Deutschen?“– wollten die Siegermächte wissen – hing ab, wer in die Gruppe A oder B eingegliedert wurde. Gruppe A wird aus der Gefangenschaft entlassen, die eingeteilte Gruppe B blieben als „überzeugte Nazis“ zunächst in Gefangenschaft.

Günter Seiler hatte dabei aber auch ein besonderes Erlebnis. Ein ganz normales englisches Ehepaar, Doris und John aus Torquay, der Riviera Englands, lud den abgemagerten Günter und seinen Mitgefangenen Bernhard zu sich nach Hause ein. Eher misstrauisch, dann aber doch neugierig folgten sie der Einladung am Weihnachtstag durch die Hintertür in das Haus, obwohl der Kontakt zu Gefangenen eigentlich verboten war. Ein Festessen mit Weihnachtsgans wartete auf die beiden deutschen Kriegsgefangenen und zum Nachtisch gab es „Plum-Pudding“… ein Erlebnis der besonderen Art. Dann plötzlich fand Günter Seiler eine silberne Drei-Penny-Münze in seinem Mund. Die Erklärung dazu folgte: „Das soll Dir Glück bringen“, sagte Doris, Mutter von drei kleinen Kindern. Dieser Talisman war fortan Glücksbringer für Günter Seiler, der kurze Zeit später nach Hause entlassen wurde und den Kontakt zu seinen neuen englischen Freunden lange Jahre mit gegenseitigen Besuchen aufrecht erhielt. So wurden aus Feinden der Deutschen später richtig gute Freunde. repa

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