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Nachricht vom 29.01.2017    

Lernen über Augen, Nase und Mund

Mehr als Weihrauch und Myrrhe gab es bei der ersten Veranstaltung der Evangelischen Erwachsenenbildung in diesem Jahr im Erlebnisraum Bibel zu sehen, zu riechen und zu schmecken. Bildungsreferentin Pfarrerin Sabine Jungbluth gab vor 15 interessierten Zuhörern einen Überblick über die Pflanzen, die in unterschiedlichen Zusammenhängen in der Bibel Erwähnung finden.

Zahlreiche Pflanzen können gerochen und geschmeckt werden. Fotos: Sabine Hamann-Gonschorek

Westerburg. Vieles davon war zu damaligen Zeiten unvorstellbar kostbar, wie auch Weihrauch und Myrrhe, die, der biblischen Geschichte nach, die drei Weisen aus dem Morgenland dem Jesuskind zur Krippe nach Bethlehem brachten. Das dritte Geschenk, das Gold, stand für den materiellen Reichtum des Königs der Juden. Der Weihrauch, der rund 20 Mal in der Bibel erwähnt wird, gilt als göttliches Symbol. Die Myrrhe fand als Narkosemittel und Desinfiziens Verwendung und war ein kostbares Heilmittel.

Schon in der Antike wusste man um die Heilwirkung vieler Pflanzen und betrieb Körperpflege mit Parfüm und edlen Salben, wie Quellen von Autoren aus dieser Zeit belegen. Älteste Zeugnisse über den Handel gibt es aus Ägypten, Babylon und China. Nach einer ersten Einführung in die Thematik reichte Pfarrerin Jungbluth als Erfrischung stilecht Getränke, die es auch zu biblischen Zeiten gegeben haben mag, nämlich Pfefferminztee, kaltes Wasser mit Minze und Granatapfelsaft.




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Danach erläuterte sie die Herkunft, Natur, Bedeutung und Verwendung zahlreicher in der Bibel erwähnter Pflanzen, wie Narde, Rose, Lilie, Kalmus, Galbanum, Myrte, Aloe, Henna, Sandelholz, Mastix, Minze, Senf, Ysop und Zimt. Von allem konnten die Besucher eine Riech-, Fühl- und –wer sich traute- Schmeckprobe nehmen.

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit wurden Kräuter häufig in Klöstern erforscht und fanden Zugang in Bibliotheken und Apotheken. Bekannte Forscher der Heilwirkung der Kräuter sind Hildegard von Bingen (1098-1179), Paracelsus (1493-1541) und Sebastian Kneipp (1821-1897). Zum Abschluss der abwechslungsreichen und praxisorientierten Veranstaltung stellte Pfarrerin Jungbluth den Teilnehmern Rezepte für pflanzenbasierte Salben, Cremes und Öle, wie Salböl, Ringelblumen- oder Olivenölsalbe zur Verfügung. (shg)


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