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Nachricht vom 08.01.2016    

In eigener Sache: Berichterstattung orientiert sich an Fakten

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kuriere sind es gewohnt nicht zu spekulieren, sondern zu Ereignissen neutral und mit den gegebenen Fakten ihre Berichte zu schreiben. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um ein Konzert, eine Mitgliederversammlung eines Vereins oder um Demonstrationen geht. Auch werden Mitteilungen, etwa zu angeblichen Vergewaltigungen oder ähnlichen Delikten nicht ungeprüft online gestellt. Die Angriffe zur Berichterstattung der beiden Kundgebungen in Daaden weisen wir zurück.

250 oder 400? Foto: Wolfgang Tischler

Region. Wir sind tagtäglich Kritik und auch Beschimpfungen ausgesetzt, das ist so. Meinungsfreiheit und Pressefreiheit gehören zu den hohen Errungenschaften einer freiheitlichen Gesellschaft und sind schützenswert. Verantwortungsvolle Berichterstattung beginnt auch mit Zahlen und der Veröffentlichung von Material, das die Behörden, im Falle Daaden der Polizeidirektion Neuwied, schicken. Da wird nichts dazugeschrieben und nichts weggelassen.

Selbst nach telefonischer Rückfrage am Freitag, 8. Januar, bestätigt die PD Neuwied die vorgelegten Zahlen. „Wir können da nichts korrigieren, es sind Fakten, die wir vor Ort ermittelt haben“, sagte Erster Kriminalhauptkommissar Eduard Sprenger dem AK-Kurier.

Wir alle sind es gewohnt, nachzufragen und vor Ort die Verantwortlichen anzusprechen. Das geschah auch in Daaden. In der Dunkelheit bei Kundgebungen die Zahlen einzuschätzen ist schwierig, aber die Polizei kann das. Immerhin war sie mit 100 Einsatzkräften vor Ort.
Wir machen nicht aus 250 Teilnehmern geschätzte 400 – das ist nicht unser Stil.

Wir veröffentlichen auch keine anonymen oder nicht nachvollziehbare Meldungen zu möglichen Straftaten, die uns per Mail oder via Facebook erreichen. Wir gehen vielen Hinweisen nach, Journalisten sollen und müssen die Wachhunde der Bürgerschaft sein, nicht die Schoßhunde einer Staatsmacht oder der Politik. Allerdings gibt es Grenzen, wir lassen uns nicht vor den Karren von Scharfmachern oder Verleumdern spannen. Wahrheitspflicht ist angesagt und oberstes Gebot.

Mitteilungen, die uns erreichen müssen einen überprüfbaren Wahrheitsgehalt haben, ansonsten landen sie im elektronischen Mülleimer. Und dann gibt es da noch etwas: Minderjährige und Heranwachsende genießen bei Veröffentlichungen einen besonderen Schutz. Auch wenn manche Menschen das anders sehen. Nur Erziehungsberechtigte können uns eine Berichterstattung erlauben.

Am Freitag, 8. Januar erreichte uns eine Pressemitteilung aus dem Polizeipräsidium Koblenz, die genau dieses Thema aufgreift:
Eine Meldung über drei angeblich vergewaltigte Mädchen in Neuwied ist nicht zutreffend. Eine Frau aus Weißenthurm hatte den Beitrag in Facebook eingestellt. Dieser wurde bereits 1751-mal geteilt. Die Facebook-Nutzerin wurde ermittelt und befragt. Sie konnte keine konkreten Angaben machen und musste einräumen, dass es sich um ein Gerücht handelte. Die Kripo Neuwied teilt mit, dass es keine Hinweise zu den Vergewaltigungen gibt und bittet im Umgang mit Gerüchten solcher Art,insbesondere aus den sozialen Netzwerken, um entsprechende Zurückhaltung.

Nach einer Facebook-Veröffentlichung vom 7. Januar über einen sexuellen Übergriff im Bereich der PI Altenkirchen, hat die Polizeiinspektion Altenkirchen die Ermittlungen aufgenommen. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Geschädigten können keine weiteren Angaben zur Sache gemacht werden. Die Ermittlungen richten sich gegen einen 19-jährigen Tatverdächtigen, teilte das Polizeipräsidium Koblenz mit.

Wer nun glaubt in der derzeitigen emotional aufgeheizten Stimmung seine Mitteilungen als Fakten online zu sehen irrt. (Helga Wienand-Schmidt)

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
 


Kommentare zu: In eigener Sache: Berichterstattung orientiert sich an Fakten

3 Kommentare

Etwas einseitig ist die Berichterstattung schon. Wer dafür verantowrlich ist oder dafür "Schuld" trägt, das kann ich nicht beurteilen und das mag jeder Leser für sich entscheiden. Aber wenn ich daran zurückdenke, dass die Presse keinen freien Zutritt auf den Stegskopf nach einer Massenschlägerei hatte und so an einer freien Berichterstattung gehindert wurde aber andererseits Proteste und Bedenken besorgter Bürger gleich in eine rechte (nationalsozialistische) Ecke gerückt werden, so ist das nach meinem Empfinden nicht gerade ausgewogen. Auch die Kölner Vorfälle sollten so in dieser Form nicht an das Licht der Öffentlichkeit gelangen und seitens der Polizei "unter den Teppich" gekehrt werden, weil sie "politisch brisant" waren/sind.
#3 von Markus Bollmann, am 09.01.2016 um 18:10 Uhr
Super Kommentar, umd absolut korrekte Einstellung. So muss es sein - weiter so!
#2 von Alexander Conrad , am 09.01.2016 um 18:10 Uhr
Manche übertreiben in der jetzigen Situation, aber die Schuld ist bei der Politik zu suchen, wenn dort mit offenen Karten gespielt würde und mit Kopf, wäre es nie soweit gekommen. Der Bürger hat ein Anrecht auf Informationen und nicht auf irgendwelche dummen Floskeln. Bis der Schaden vom Journalismus und der Politik genommen ist, das dauert Jahre, im Falle von Politikern nie, ich respektiere diese als meine Führungspersönlichkeit nicht mehr.
#1 von Horst - Emil Maurer

, am 08.01.2016 um 17:49 Uhr

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