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Nachricht vom 26.11.2013    

Hochkarätige Vorträge zu „Unternehmensnachfolge“

Die Regelung der Nachfolge ist eine besondere unternehmerische Herausforderung. Neben steuer-, erb- und güterrechtlichen Aspekten hat sich der Unternehmer mit betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Problemen auseinanderzusetzen. Auch in menschlicher Hinsicht wirft die Führungsablösung viele Fragen auf. Zur Beantwortung der Fragen hatte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis mbH (WFG), der die Unterstützung in diesem komplexen Themengebiet ein wichtiges Anliegen ist, namhafte Referenten geladen.

Von links: 1. Reihe: Volker Schmidt-Op den Camp, Ulf Koffmann, Landrat Achim Schwickert. Foto: pr

Montabaur. "Die Unternehmensnachfolge sollte frühzeitig im Blickfeld der Unternehmer stehen - sie hat elementare Bedeutung für die Zukunft des Betriebes", so Landrat Achim Schwickert, der damit auch für seinen Kollegen aus Altenkirchen Landrat Michael Lieber die Bedeutung des Themas hervorhob. Schwickert weiter: „Vorteilhaft ist es, wenn der Nachfolger Bezug zur Region hat, sonst ist er ziemlich schnell wieder weg.“ Ein wichtiger Stabilitätsfaktor sei auch die Gabe der Westerwälder, das Geld im Betrieb zu lassen, um in Zukunft damit zu arbeiten.
Katharina Schlag begrüßte über 80 interessierte Vertreter von heimischen Unternehmen, Banken und Steuerberater, die der Einladung der Organisatoren gefolgt waren. Dazu gehören neben der WFG mit Unterstützung der Hochschule Koblenz, die Handwerkskammer Koblenz, die Industrie- und Handelskammer Geschäftsstelle Montabaur, die Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Altenkirchen mbH.

Drei hochkarätige Vorträge

Den Anfang machte Volker Schmidt-Op den Camp zum Thema „Betriebsübergabeformen und ihre steuerlichen Aspekte“. „Oft wird das Thema Unternehmensnachfolge zurückgestellt, aber man muss rechtzeitig planen. Nicht erst mit 65 Jahren anfangen“, eröffnete der seit 2005 in Haiger selbstständige Rechtsanwalt und Steuerberater seinen Vortrag. Man müsse für das Thema sensibilisieren. „Nichts zu tun“ sei der größte Fehler. Wenn es keine Regelung gibt, kann es oft aus dem Ruder laufen. Warum aber ist das Thema so kompliziert? Verschiedene Zielrichtungen ganz verschiedener Natur. Die Folge oft: Rechtstreitigkeiten. Der Dipl.-Finanzwirt (FH) berichtete aus der Praxis. „Der Berater vor Ort muss in enger Abstimmung stehen, sonst geschehen Fehler bei der Umsetzung. Wie etwa ungewollte Aufdeckung stiller Reserven oder das Vergessen erbrechtlicher Regelungen. Man kann viele Sachen falsch machen – bereits im Vorfeld“, sagte Schmidt-Op den Camp. Er zeigte auf, dass es sich lohne, sich mit auch mit steuerlichen Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen. Die bestehende Regelung befand er für gut und würde allenfalls ein paar kleine Nachbesserungen einbauen. Sein Fazit: wichtig ist es, aktiv zu sein. Keine Generalaussage möglich, jeder Fall ist anders.
Ulf Hoffmann, Betriebsberater von der Handwerkskammer (Hwk) Koblenz, erläuterte in seinem nachfolgenden Vortrag die Situation des Handwerks im Landkreis Westerwald. „Da kommt was auf uns zu!“ Generationenwechsel steht bevor und damit einhergehend eine Reihe von Übergaben. 700 der insgesamt 2500 Handwerksbetriebe im Westerwaldkreis haben Eigentümer, Inhaber oder Unternehmer, die älter als 55 Jahre sind. Die Bestimmung des Kaufpreises kann oft zu einem Fallstrick werden. Er ging noch ein auf unterschiedliche Methoden der Unternehmenswertermittlung: Ertragswert-, Substanzwert- und Multiplikatorverfahren, die alle drei den Wert aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.
Sein Fazit: es gibt nicht den Unternehmenswert. Sein Tipp: „Lassen Sie sich auf alle Fälle beraten, am besten von mehreren Experten und /oder Beratern, auch auf der Suche nach einem fairen Wert.“ Ausführliche Beispiele zum Thema „Dschungel Unternehmensverkauf“ zeigten die hohe Komplexität der Nachfolge. Betriebsübergabe als interdisziplinärer Prozess. Frühzeitige Planung sei dringend angeraten.
Den Abend beschloss Prof. Dr. Martin Kaschny von der Hochschule Koblenz.
„Unternehmungsnachfolge erfolgreich gestalten“. Was ist zu beachten, damit das Ganze reibungslos über die Bühne geht? Es dreht sich um Familienunternehmen. Zwei Welten prallen aufeinander: Familie und Unternehmen. Er zeigte Barrieren in Verbindung mit den Unternehmen und dem Übernehmer auf sowie elementare Einflussgrößen der Übergabebereitschaft. Zehn goldene Regeln sowohl für Junior als auch für den Senior in einem Betrieb. Nachfolgemanagement erfordert eine ganzheitliche Betrachtung verschiedener Parameter.



„Punktgenau gelandet“, resümierte Katharina Schlag mit einem Blick auf die Uhr. „Ich hoffe, die Kernbotschaften des Abends sind angekommen. Die positive Nachricht: Unternehmensnachfolge ist kein Schicksal, sondern gestaltbar. Aus diesem Grund nehmen Sie die Impulse mit in Ihre Unternehmen. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg!“


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