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Vereine | Hachenburg

Westerwälder helfen Kindern in Südafrika

Der Verein Charity-Event finanzierte den Erweiterungsbau eines Kinderheimes in einem südafrikanischen Township. Seit zwei Jahren engagiert sich der Westerwälder Verein für soziale Projekte im In- und Ausland.
Hachenburg. „Die Kinder freuen sich richtig auf ihre Hausaufgaben!“ So etwas hört man in unseren Breiten eher selten. Es sind auch keine Westerwälder Kinder, die sich da freuen, sondern die Bewohner eines Kinderheims im südafrikanischen Kwanokuthula. Möglich gemacht wurde die Freude aber von Westerwäldern – und deren Glühweindurst und Lebkuchenhunger. Aus dem beim Westerburger Pfefferkuchenmarkt im vergangenen Jahr eingenommenen Geld hat der Verein Charity Event eine Erweiterung des Kinderheims finanziert.

Kwanokuthula liegt an der Südküste Südafrikas in der Nähe der Stadt Plettenberg Bay. Der Ort ist ein Township, eine zur Zeit der Apartheid aufgebaute Hüttensiedlung für Farbige. Soziale Absicherung gibt es dort kaum, viele Kinder sind auf sich allein gestellt. Um auch ihnen eine behütete Kindheit zu ermöglichen, hat die 46-Jährige Celia Buso das Heim „New Beginnings – Place of Safety“ aufgebaut. Inzwischen betreut sie dort elf Kinder im Alter zwischen drei und neun Jahren.
„In dem Heim herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. Celia ist wie eine zweite Mutter für die Kinder“, sagt Verena Kopin, die für Charity Event vor Ort war. Die Kinder werden von Sozialarbeitern an das Heim vermittelt. Sie sollen nicht zu sehr unter den Problemen in den eigenen Familien leiden, wie Verena berichtet: „Viele stammen aus sehr schwierigen Verhältnissen. Sie haben Gewalt in der Familie erlebt oder wurden gar sexuell missbraucht. Einige von ihnen haben keine Eltern mehr.“
Verena Kopin kennt „New Beginnings – Place of Safety“ schon seit 2010. Damals war die Großholbacherin für einen Freiwilligendienst in Südafrika. Ein Bekannter hat sie auf das Kinderheim aufmerksam gemacht. „Damals war es ein großes Problem, dass die Schulkinder keinen eigenen Raum hatten, um dort ihre Hausaufgaben zu machen. Sie mussten auf dem Boden schreiben und wurden von den jüngeren Kindern gestört“, sagt Verena.
Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland schloss sich die 20-jährige Pädagogikstudentin dann dem Verein Charity Event an. Mit 650 Euro vom Pfefferkuchenmarkt und vielen Ideen im Gepäck flog sie im Februar dieses Jahres zurück nach Südafrika.
„Zusammen mit Celia habe ich dann überlegt, wie wir das Geld am besten einsetzen können“, erzählt Verena. „Wir waren uns einig, dass ein Arbeitsplatz für die Schulkinder das dringendste Problem ist.“ Mit der Unterstützung eines lokalen Bauunternehmens wurde eine Holzhütte auf dem Gelände des Kinderheims errichtet. Dort können die Schulkinder jetzt ungestört arbeiten. Die Bewohner des Kinderheims und Heimmutter Celia freuen sich: „Alle sind sehr begeistert über die neuen Möglichkeiten“, sagt Verena Kopin.

Die Erweiterung von „New Beginnings – Place of Safety“ entspricht genau den Zielen von Charity Event. Der Vereinsvorsitzende Dennis Sturm erklärt: „Wir wollen vor allem Projekte unterstützen, die Bildung fördern. Denn wir sind der Meinung, dass eine gute Bildung entscheidend dafür ist, welche Chancen jemand hat“.
Bei Charity Event engagieren sich seit 2010 etwa 30 junge Westerwälder. Mit den Erlösen aus eigens organisierten Veranstaltungen fördert der Verein soziale Projekte im In- und Ausland. Ende April wählte Charity Event in Hachenburg einen neuen Vorstand. Dennis Sturm bleibt Vorsitzender des Vereins. Seine Stellvertreterin ist übergangsweise Carolin Strüder. Sie leitet außerdem den Spendenausschuss, dem außerdem Verena Kopin und Martina Ngoc angehören. Jan-Niclas Bizot wurde als Geschäftsführer gewählt. Mit Dominic Multerer als Marketingkoordinator und Bernd Kopin als Beauftragter für die Vereinsstrategie besetzte Charity Event zwei neue Vorstandsposten.
Der Kontakt zu „New Beginnings – Place of Safety“ bleibt auf jeden Fall bestehen. „Wir werden das Kinderheim auch in Zukunft mit unseren Projekten unterstützen“, sagt Dennis Sturm. Auch für Verena Kopin ist klar: „Ich werde auf jeden Fall dorthin zurückkommen, denn ich vermisse Südafrika jetzt schon.“ Für den Sommer ist schon der nächste Flug gebucht.

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