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Pfarrerin geht in Höhr-Grenzhausen auf die „Suche nach guten Gedanken“

Monika Christ tritt am 5. Februar ihren Dienst in der Evangelischen Kirchengemeinde an – Sehnsucht nach weiten Räumen

Höhr-Grenzhausen. Monika Christ sucht das Weite. Nicht, dass sie vor ihrem Job als neue Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Höhr-Grenzhausen flüchten will, bevor sie ihn richtig begonnen hat – ganz im Gegenteil: Die Theologin freut sich auf ihre Zeit in der Kannenbäckerstadt. Aber ihre Sehnsucht nach weiten Räumen hat sie in den Westerwald mitgenommen.
Pfarrerin geht in Höhr-Grenzhausen auf die „Suche nach guten Gedanken“

Grün ist die Hoffnung: Pfarrerin Monika Christ blickt in der Küche des Pfarrhauses gespannt ihrer Zeit in der Evangelischen Kirchengemeinde Höhr-Grenzhausen entgegen.

Eine Sehnsucht, die sie schon lange begleitet. In ihrem Ordinationsvers aus Psalm 31 heißt es: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ Für Monika Christ ist diese Stelle gleich in mehrerlei Hinsicht wichtig: „Einerseits liebe ich die Weite der Natur. Ich tanke auf, wenn ich mich draußen bewege und Strecken zurücklege. Früher war es das Drachensteigen, die Freiheit des Strands und der Nordsee, die mir Kraft gegeben haben“, erzählt sie. „Die Weite beschreibt aber auch eine Eigenschaft Gottes, die mir sehr wichtig ist: Er stellt uns in immer neue, weite Räume, in denen mehr möglich ist, als wir Menschen denken.“

Auch in Höhr-Grenzhausen möchte sie diese Freiräume nutzen. Sie will das Alte zwar „wie einen Schatz“ bewahren, es aber neu und unkonventionell verkündigen: „Manchmal übersetze ich Gebete oder Bibelverse mit meinen eigenen Worten und vermeide so, dass sie für mich zu Floskeln werden. Es ist mir wichtig, dass jeder Gottesdienstbesucher einen Gedanken mit nach Hause nimmt, an den er sich erinnert und der in ihm nachwirkt. Das klingt zwar nicht allzu spektakulär, ist aber ein großes Ziel.“

Wenn Monika Christ über dieses Ziel spricht, spürt man, dass sie es mit viel Liebe, aber auch gewissenhafter Arbeit verfolgen wird. Sie wirkt freundlich, konzentriert und strahlt einen selbstbewussten Optimismus aus, der sich auch in ihrer Theologie widerspiegelt: „Ich kann mit meiner kleinen Kraft Dinge verändern. Dieser Gedanke war der eigentliche Anstoß, warum ich Theologin geworden bin: Ich möchte meine kleine Kraft in der Kirche einsetzen und von dort aus Dinge verändern“, erzählt sie.

Eine Entscheidung, die sie schon in den 1990er-Jahren trifft und bei der sie die Mitarbeiter ihrer damaligen Kirchengemeinde im hessischen Friedberg unterstützen. In ihr ist Monika Christ jahrelang ehrenamtlich tätig, bevor sie 1994 ihr Theologiestudium in Frankfurt antritt. Nebenbei jobbt sie als Telefonistin bei einer Kreditkartenfirma. „Währenddessen habe ich gelernt, mit Menschen umzugehen“, sagt sie.

1997 beginnt dann eine Zeit, die sie heute als die prägendste ihres Lebens bezeichnet: Sie wechselt an die Universität Leipzig, „also in ein eher unkirchliches Umfeld“, wie sie es nennt: „Die meisten Leute hatten dort nichts mit dem christlichen Glauben zu tun. Viele der Konfirmanden waren vorher noch nie in einer Kirche und wissen tatsächlich nicht, wie der Mann am Kreuz heißt.“ Trotzdem sammelt Monika Christ währenddessen wichtige Erfahrungen: „Ich musste den Menschen den Glauben von Null an erklären – und zwar so, dass es natürlich und authentisch wirkt. Dadurch habe auch ich eine Menge gelernt.“ Auch von den Pfarrern, die sie dort trifft und die sie mit ihrer überzeugenden und persönlichen Art faszinieren: „Menschen, die ihren Glauben gegen äußere Widerstände leben müssen, haben eben eine andere Frömmigkeit“, findet sie.

Nach ihrer Zeit in Leipzig arbeitet sie Ende der 1990er-Jahre in Heidelberg an ihrer Examensarbeit, in der sie sich mit der Ethik des damals noch neuen Big-Brother-Fernsehformats beschäftigt. Dann wird sie Vikarin in Altendiez, später Pfarrvikarin und Pfarrerin in Dausenau. Heute erzählt sie lächelnd, dass sie dort alles lernte, was man im Pfarrersleben braucht.

Jetzt beginnt für Monika Christ und ihren Mann Bernd ein neues Leben in Höhr-Grenzhausen. Am 5. Februar wird sie offiziell in ihren Dienst eingeführt, den sie künftig gemeinsam mit Pfarrer Matthias Neuesüß wahrnehmen will und auf den sie sich schon jetzt freut. „Es gibt hier einen Kirchenvorstand, der gute Ideen entwickelt; einen evangelischen Kindergarten mit einem tollen Team und Menschen, die mir direkt nach dem Gottesdienst ehrliche Rückmeldungen geben. Ich freue mich, in dieser Gemeinde mit solchen Menschen zusammenzuarbeiten. Und mit ihnen gemeinsam auf die Suche nach Gedanken zu gehen, die uns weiterbringen.“ (bon)

ZUSATZ: Der Einführungsgottesdienst für Monika Christ beginnt am Sonntag, 5. Februar, um 14 Uhr, in der Evangelischen Kirche in Höhr-Grenzhausen.

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