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ENM verschickte verspätet Briefe zur Gasumstellung
Sämtliche Haushalte im Kreis Neuwied, die mit Erdgas versorgt werden und sich im Netzgebiet der Energienetze Mittelrhein (ENM) befinden, bekamen Besuch: Speziell geschulte Monteure hatten im Auftrag der ENM sämtliche Geräte erfasst, die mit Erdgas betrieben werden.
Monteur Reinhard Guzien demonstriert, wie die Erhebung der Erdgasgeräte bei den Endkunden abläuft. ARchivfoto: evm/Sascha DitscherKoblenz. Im Februar wurden von der „Energienetze Mittelrhein“ Schreiben an einige unserer Leser versandt, nachdem bestehende Gasheizungen ausgetauscht werden müssen, da das Gerät aufgrund des Alters nicht mehr umgerüstet werden kann. Der notwendige Austausch sei bis zum 30. April 2021 vorzunehmen. Gleichzeitig wurde angedroht die Gasversorgung am dem 4. Mai 2021 ohne weitere Ankündigung einzustellen.

Da die Umstellung bekanntlich schon sein 2019 läuft, waren natürlich die Leser wegen der Kurzfristigkeit sehr erzürnt. Wir haben daraufhin bei der EVM-Gruppe nachgefragt und deren Pressesprecher hat uns die nachfolgende Antwort zukommen lassen:

„Die Erdgasumstellung ist bei uns ein gewaltiges Projekt, in dem rund 210.000 Endgeräte von L- auf H-Gas umgestellt werden. Im Jahr 2019 haben wir im Umstellbezirk Westerwald damit begonnen, alle erdgasbetriebenen Geräte zu erfassen. Das bedeutet: Die von uns beauftragten Monteure haben notiert, um welches Gerät es sich jeweils handelt, das Typenschild abfotografiert sowie eine Abgasmessung durchgeführt.

Diese erhobenen Daten wurden dann mit der sehr umfangreichen Datenbank (sie enthält Daten von 22.000 Heizungstypen), die zentral beim DVGW (Deutscher Verein für des Gas- und Wasserfachs) geführt wird, abgeglichen. In dieser Datenbank ist für jedes Gerät genau hinterlegt, welche Ersatzteile für eine Umstellung auf H-Gas beschafft werden müssen. Auch kann dort abgelesen werden, welche Geräte nicht mehr angepasst werden können. Dabei handelt es sich um sehr alte Geräte sowie um solche, die nicht mehr zugelassen sind.

Wenn ein Gerät nicht anpassbar ist, informieren wir die Kunden entsprechend und fordern sie auf, das Gerät auszutauschen. Das ist in den gültigen bundesweiten Richtlinien auch so festgehalten. Leider hat es beim Versand dieser Schreiben intern eine Panne gegeben, sodass einige wenige Kunden das Schreiben erst mit großer Verzögerung erhalten haben. Dazu zählen offenbar auch die drei Leser, die sich gemeldet haben. Mit diesen Kunden nehmen wir aktuell einzeln Kontakt auf und suchen nach Möglichkeiten, wie das Gerät doch noch auf H-Gas angepasst werden können. Manchmal liegen beim Kunden doch noch entsprechende Austauschdüsen vor, die bei der damaligen Installation mitgeliefert wurden. Bei einem der Leser waren die Kollegen heute vor Ort und haben die Anpassung durchführen können, sodass er aktuell kein neues Gerät beschaffen muss.

Wir gehen davon aus, dass wir für alle betroffenen Kunden eine Lösung finden werden, die einen kurzfristigen Austausch eines Gerätes überflüssig machen. Die entstandene Irritation bedauern wir sehr.“

Wir haben bei den betroffenen Lesern nachgefragt. In der Tat konnte direkt geholfen werden. Falls Sie aufgrund der Panne auch erst jetzt ein solches Schreiben bekommen haben, wenden Sie sich bitte direkt an die Energienetze Mittelrhein. Es wird Ihnen geholfen.
woti


Nachricht vom 06.03.2021 www.ww-kurier.de